Verjährt

Keine Anklage gegen Steven Seagal in mutmaßlichem Missbrauchsfall von 2002

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Steven Seagal

Hollywood-Schauspieler Steven Seagal wird wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs auf eine 17-Jährige nicht strafrechtlich verfolgt.

Update vom 22. Dezember 2018:

Der Fall aus dem Jahr 2002 sei verjährt, teilte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles am Freitag mit. Eingehende Untersuchungen hätten keine ausreichenden Beweise erbracht, "um die Anforderungen des Gesetzes im Bezug auf die Verjährungsvorschriften zu erfüllen", hieß es. Daher werde der Fall zurückgewiesen.

Das niederländische Model Faviola Dadis wirft dem Action-Star ("Alarmstufe: Rot") vor, sie in einem Hotel in Beverly Hills begrapscht zu haben. Demnach habe Seagal bei einem vorgeblichen Bewerbungsgespräch seine Hand unter ihre Kleidung gleiten lassen, ihre Brust gestreichelt und ihr in den Schritt gegriffen.

Dadis meldete den mutmaßlichen Übergriff erst Jahre später. Ihre Anwältin Lisa Bloom dankte dem Staatsanwalt in einer Mitteilung für die "sorgfältige Überprüfung" des Falls und kritisierte "dieses unfaire Gesetz, welches die Gerichtstüren sogar für junge Frauen wie meine Klientin versperrt".

Die Verjährung für Sexualdelikte beträgt in Kalifornien zwischen drei und sechs Jahre. Bloom erklärte, das Gesetz erkenne nicht an, dass viele Minderjährige erst Jahre später emotional dazu bereit seien, ihr Recht gegen ihre Vergewaltiger durchzusetzen.

Mehrere Frauen haben in der Vergangenheit Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen den 66-jährigen Seagal erhoben. Im September hatte die Staatsanwaltschaft Los Angeles in einem Fall aus dem Jahr 1993 eine Anklage gegen den Actiondarsteller abgelehnt - ebenfalls wegen Verjährung. Seagal streitet jegliches Fehlverhalten ab.

AFP

Kollegin belästigt? Vorwürfe jetzt auch gegen Seagal

Unser Artikel vom 9. November 2017

Los Angeles - Nach Harvey Weinstein und Kevin Spacey sieht sich nun auch Steven Seagal Vorwürfen der sexuellen Belästigung ausgesetzt. Sein Opfer hat mittlerweile eine Frau geheiratet.

Auch gegen den US-Actionfilmstar Steven Seagal ist nun der Vorwurf der sexuellen Belästigung erhoben worden. Die Schauspielerin Portia de Rossi beschuldigt ihn, sie während eines Vorsprechens für einen Film belästigt zu haben. Der 65-Jährige reagierte zunächst nicht auf den Vorwurf.

De Rossi schrieb am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter, Seagal habe ihr während der Sprechprobe gesagt, dass ihm die persönliche Chemie mit seinen Kollegen jenseits der Leinwand wichtig sei. Dann habe er vor ihr den Reißverschluss seiner Hose heruntergezogen.

Agentin reagiert völlig ungerührt

Sie sei daraufhin aus dem Raum gerannt und habe ihre Agentin angerufen, berichtete die aus Australien stammende Schauspielerin. Diese habe ungerührt reagiert und gesagt: "Nun, ich wusste nicht, ob er Dein Typ ist."

De Rossi spielte unter anderem in der international erfolgreichen US-Fernsehserie "Ally McBeal". Die 44-Jährige ist mit der populären US-Talkmasterin Ellen DeGeneres verheiratet. DeGeneres erklärte auf Twitter, sie sei "stolz" auf ihre Frau dafür, dass sie sich mit ihrem Belästigungsvorwurf nun an die Öffentlichkeit gewandt habe.

Seagal bekam russische und serbische Staatsbürgerschaft verliehen

Seagal wurde ab Ende der achtziger Jahre durch Actionfilme wie "Nico" und "Alarmstufe: Rot" zum Star. Er ist auch Regisseur, Kampfsportler und Musiker. Große Popularität genießt er bis heute vor allem in Osteuropa. Im vergangenen Jahr wurden ihm die russische und serbische Staatsbürgerschaft verliehen. Seinen russischen Pass holte er persönlich bei Staatschef Wladimir Putin ab.

In den vergangenen Wochen gab es eine ganze Welle von Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfen gegen Prominente der Filmbranche. Ausgelöst wurde sie durch den Skandal um den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein, gegen den inzwischen mehr als hundert Frauen entsprechende Anschuldigungen erheben. Darunter sind Mega-Stars wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie.

Mit Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfen sieht sich auch der Schauspieler Kevin Spacey konfrontiert. Mehrere Männer beschuldigen ihn, gegen sie übergriffig geworden zu sein.

afp

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