Kevin Spacey: Banken nicht verteufeln

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US-Schauspieler Kevin Spacey

Berlin - Hollywoodstar Kevin Spacey will Banken und Banker wegen der Finanzkrise nicht generell verteufeln. Besonders für die Kunst- und Kulturszene sei ihre Arbeit sehr wichtig.

Das sagte der 51 Jahre alte Oscar-Preisträger in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa und anderen Medien am Freitag bei der Berlinale.

Spacey (“American Beauty“, “Männer, die auf Ziegen starren“) ist seit 2003 der künstlerische Leiter des historischen “Old Vic“-Theaters in London. “Ich bekomme keine öffentlichen Gelder für mein Theater, sondern muss das ganze Geld auf anderen Wegen eintreiben. Ich kann Ihnen versichern: Wenn es keine Banken und Banker gebe, die erkannt haben, wie wichtig Kunst und Kultur für unser Leben sind, dann könnte ich meine Arbeit am “Old Vic“ nicht machen.“

Zwar stehe auch er der Gier und dem Kollaps der Finanzwelt kritisch gegenüber. “Doch andererseits denke ich: “Gott sei Dank gibt es in eben dieser Industrie Individuen, die Kulturprojekte unterstützen.““

Moralische Zweifel habe er nicht, dieses Geld zu nehmen. “Ich will das Geld. Mir ist ihre Arbeit scheißegal, solange sie es mir geben.“ Zum Beispiel habe er dadurch die Möglichkeit gehabt, Plätze für junge Besucher billiger anzubieten, weil sie anderweitig finanziert worden seien.

Er persönlich habe nur einmal richtig mit Geld um sich geworfen. “Ich habe mehrere Freunde auf eine Insel eingeladen, die ich gemietet hatte. Wir hatten dort eine wirklich tolle Woche“, erinnerte sich der US-Amerikaner. “Das war sicherlich das Dekadenteste, was ich je getan habe - aber das war ja nicht für mich allein, sondern auch für andere Leute.“

Spacey, der für seine Leistung in der Satire “American Beauty“ vor mehr als zehn Jahren einen Oscar gewann, stellte bei den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin den Finanz-Thriller “Margin Call“ vor. Das Werk von Regisseur JC Chandor mit Stars wie Jeremy Irons und Demi Moore spielt am Vorabend des Bankencrashs. Der Film läuft bei der Berlinale im Wettbewerb und soll im Herbst in die Kinos kommen.

dpa

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