Wende im Prozess?

Kinderporno-Fall: Magier Jan Rouven will Geständnis zurückziehen 

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Magier Jan Rouven sitzt seit über einem Jahr in Untersuchungshaft.

Im Prozess gegen den deutschen Magier Jan Rouven (39) in Las Vegas wegen Besitzes von Kinderpornografie gibt es möglicherweise eine Wende.

Las Vegas -  Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, will der Illusionist aus Kerpen sein im November 2016 abgegebenes Schuldeingeständnis zurücknehmen. Seine neue Anwältin, die den Deutschen seit April vertritt, reichte einen entsprechenden Antrag ein.

Spätestens bis zum 28. Juli könne nun die Anklage auf diesen Antrag reagieren, teilte ein Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Am Ende sei es aber die Entscheidung der zuständigen Richterin, ob Rouven sein Geständnis tatsächlich zurückziehen könne, sagte die Sprecherin. Dann müsste der Prozess möglicherweise neu aufgerollt werden.

Zauberer Jan Roven war ein Shooting-Star in Las Vegas

Der Magier, der mit seiner Show „The New Illusions“ in Las Vegas Erfolge feierte, war im März 2016 festgenommen worden. Laut Anklage entdeckten FBI-Ermittler auf Laptops, Festplatten und anderen Geräten in Rouvens Villa Tausende Videos und Fotos, die unter anderem auch Sex mit Kindern zeigten. Auf der Festplatte seien 3235 Videos und 105 Fotos mit Kinderpornografie gefunden worden.

Rouven hatte die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber im Prozessverlauf seine Schuld in drei Anklagepunkten - Empfang, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie - eingeräumt. Die Höchststrafe in diesen drei Punkten beträgt nach Angaben der Staatsanwaltschaft jeweils 20 Jahre.

Warum will Jan Rouven sein Geständnis zurück ziehen?

Er sei von seinen damaligen Anwälten schlecht beraten worden, machen Rouven und seine neue Vertretung, die Juristin Karen Connolly, in ihrem Antrag geltend.

Rouven sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Im März sollte das Strafmaß gegen den Deutschen verkündet werden, doch der Termin wurde mehrere Male verschoben, zuletzt auf den 18. August. Die neue Entwicklung könnte zu einer weiteren Verzögerung führen.

dpa

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