Klaws macht weiter den Tarzan

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Alexander Klaws macht weiter den Tarzan

Hamburg - Er ist der deutsche Tarzan im Jubiläumsjahr: Alexander Klaws, der Star im Hamburger Musical-Urwald. Wie Hochleistungssport sei die Rolle, sagt er.  Der Ex-DSDS-Star macht weiter.

Er ist Deutschlands Tarzan Nummer eins - und will es noch mindestens bis Ende des Jahres bleiben: Alexander Klaws, 2003 erster Gewinner der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) und seit zwei Jahren Hauptdarsteller im „Tarzan“-Musical, fühlt sich wohl im Hamburger Dschungel. „Diese Rolle ist mir so ans Herz gewachsen - davon habe ich noch lange nicht die Nase voll. Das ist bisher die größte Herausforderung meines Lebens“, sagte der 28-Jährige der Nachrichtenagentur dpa in Hamburg anlässlich des hundertjährigen Tarzan-Jubiläums. „Meinen Vertrag habe ich gerade um sechs Monate verlängert.“

Für rund 400 Vorstellungen schwang sich Klaws bereits im Lendenschurz und mit Tarzan-Perücke hoch über den Köpfen des Publikums im Theater Neue Flora von Liane zu Liane. „Das ist wie Hochleistungssport“, erzählte der Sänger und Schauspieler, der die Rolle 2010 von Anton Zetterholm übernahm. Zetterholm und Elisabeth Hübert waren - ebenfalls in einer TV-Castingshow - zu Tarzan und Jane gekürt worden, als das Musical mit der Musik von Phil Collins im Herbst 2008 nach Deutschland kam. Seitdem saßen mehr als zwei Millionen Zuschauer im Musical-Urwald, wie Svenja Rüde vom Konzern Stage Entertainment sagte. „Und es ist kein Ende in Sicht.“

Auch Klaws will nicht ausschließen, im nächsten Jahr erneut auf der Bühne die vor 100 Jahren von US-Schriftsteller Edgar Rice Burroughs erdachte Figur zu mimen. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagte er. Allein die Vorbereitung auf diesen Part habe es in sich gehabt: Ein halbes Jahr lang trainierte er mehrmals pro Woche jeweils drei Stunden im Fitnessstudio, denn als Tarzan sind nicht nur Schauspiel und Gesang gefragt, sondern auch Akrobatik, Affenbewegungen und Fitness. 40 Prozent der Zeit bewegt Tarzan sich in dem Musical, das auf dem Disney-Film basiert und am Broadway uraufgeführt wurde, an Seilen. Klaws: „Das ist wirklich wie Hochleistungssport. Man spürt danach jeden einzelnen Knochen.“

Vor allem sei dies keine Rolle, die man nach der Aufführung einfach zur Seite legen könne, erklärte er. „Man stellt sein Leben darauf ein. So gesund wie in dieser Zeit habe ich mich noch nie ernährt“, sagte er. „Wenn ich zum Beispiel mal mit meinen Kumpels ein, zwei Bierchen trinke, merke ich das sofort die Woche über auf der Bühne.“ Dass er gerade im Tarzan-Jubiläumsjahr als dieser auf vor Publikum steht, empfindet er als „große Ehre“. „Die Legende von Tarzan hat mich durch meine ganze Kindheit begleitet, und für mich, als alten Phil-Collins-Fan, ist es natürlich auch etwas Besonderes, zu seiner Musik zu singen.“

Dass der erste „DSDS“-Gewinner der Star der Hamburger Show ist, ist schon am Getuschel zu merken, das im Publikum einsetzt, wenn er das erste Mal durch den Saal schwebt. Der Sänger, der nebenbei sein sechstes Album vorbereitet, steht fünfmal pro Woche auf der Bühne - oft mit seiner Freundin Nadja, der Zweitbesetzung der Jane. „Wir haben uns hier bei der Arbeit kennengelernt und sind nun seit mehr als zwei Jahren zusammen“, erzählte der Schauspieler, der sich bei seinen beruflichen Plänen fürs nächste Jahr jedoch noch nicht festlegen will: „Ich lasse halt wirklich alles auf mich zukommen.“

dpa

DSDS: Von Superstars zu Superflops

Alexander Klaws (2003): Uaaah! Den Urwaldschrei hat Alexander Klaws drauf: Als Tarzan schwingt sich Alexander seit einem Jahr von Liane zu Liane – statt Konzerte zu geben, legte der 27-Jährige eine Musical-Karriere hin. Er war 2003 der erste Gewinner des Musikcastings. So einen wie ihn wird es wohl nie wieder geben: Keine Drogenprobleme, keine Hartz-IV-Vergangenheit, keine Gefängnisaufenthalte. Nebenbei arbeitet er mittlerweile an seinem fünften Album. © dpa
Elli Erl (2004): Sie ist bisher die einzige Frau, die von den DSDS-Fans zum Superstar gekürt wurde. Doch die Regensburgerin ist auch die einzige Gewinnerin, die keinen Nummer-1-Hit in den Charts platzieren konnte. Die 31-Jährige macht immer noch Musik, ihr Geld verdient sie aber mit einem normalen Beruf: Erl unterrichtet Realschüler. Ihre Erfahrungen im DSDS-Zirkus hat sie in einem autobiografischen Jugendroman verarbeitet: "Gecastet" erschien im März. © dpa
Tobias Regner (2006): Hart, laut, wild: Tobias Regner sollte damals das Image des Rockers verkörpern. Der 28-Jährige schlägt sich seit 2007 ohne Plattenvertrag durch, veröffentlichte vor gut einem Jahr mit seiner Band das kaum wahrgenommene Album "Kurz Unsterblich". Dieses Jahr folgt die Platte "Akustisch". Regner hat mit der Zeit mit dem RTL-Musikcasting komplett abgeschlossen, heute sagt der Sänger, dass er nie wieder zu einer Castingshow gehen würde. © dpa
Mark Medlock (2007): Nach dem Casting kletterten Mark Medlocks Singles "Now or never", "You can get it" und "Summer Love" jeweils auf Platz eins der Charts. Musikalisch ist er damit der erfolgreichste Superstar. Auch das 2010 veröffentlichte Album "Rainbow’s End" kam auf Platz drei. Eine gute Bilanz für den 32-jährigen Bohlen-Liebling, den RTL als abgehalfterten Arbeitslosen ohne Perspektive darstellte. © dpa
Thomas Godoj (2008): Stolz posierte Thomas Godoj vor zwei Jahren mit dem Echo – der Superstar von 2008 hat den wichtigen Musikpreis abgeräumt. Die erste Single "Love is you" kam auf Platz eins der Charts, doch bereits der Nachfolger "Helden gesucht" hievte sich mühsam auf Platz 12. Es wurde ruhiger um den heute 33-Jährigen. Er arbeitet immer noch als Musiker, tritt aber auf kleineren Bühnen und Festivals auf. Keine schlechte Karriere für den früheren Hartz-VI-Empfänger. © dpa
Daniel Schuhmacher (2009): Daniel wer? Der Gewinner der sechsten DSDS-Staffel verschwand so schnell aus dem Gedächtnis, wie er aufgetaucht war. Oder haben Sie noch seine Debütsingle "Anything but Love" im Ohr? Keines seiner folgenden Lieder schaffte es unter die Top 20. Trotzdem ist der 24-Jährige der Musik treu geblieben und will laut dpa im Sommer eine neue Single präsentieren. © dpa
ToMehrzad Marashi (2010): Mehrzad Marashi hatte es von Anfang an nicht leicht – musste er sich doch gegen DSDS-Rüpel Menowin durchsetzen. Seine Tour 2010 musste er abblasen. Zu wenig Fans wollten den heute 30-Jährigen auf der Bühne sehen. © dpa

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