Hippie-Ikone Rainer Langhans

Schockdiagnose: Idol der 68er-Bewegung schwer an Krebs erkrankt - „Er ist aggressiv“

Rainer Langhans leidet an Krebs. Der 80-Jährige geht mit dieser Diagnose sehr offen um, doch sein Zustand verschlechtert sich zunehmend.

  • Rainer Langhans ist an Krebs erkrankt.
  • Der 80-Jährige geht sehr offen mit seiner Erkrankung um.
  • Die Hippie-Ikone ist bekannt für sein politsch-aktivistisches Leben und war Mitglied der berühmten Kommune I.

Kassel - Sein Markenzeichen sind die grauen Locken: Bei der Ikone der 68er-Bewegung, Rainer Langhans, wurde Prostatakrebs diagnostiziert. Gegenüber der Bild-Zeitung äußerte er, dass der Tumor sehr aggressiv und unheilbar sei. Er selbst blickt dem Tod allerdings gelassen entgegen. Langhans ist Autor, Filmemacher, Schauspieler und für seine Mitgliedschaft in der berühmten Kommune I in Berlin Ende der 60er-Jahre bekannt.

Der Krebs streut - Hippie-Ikone Rainer Langhans unheilbar krank

Nachdem Rainer Langhans Schmerzen beim Urinieren bemerkt hatte, diagnostizierten die Ärzte bei ihm Prostatakrebs. „Bei der Untersuchung in der Klinik fanden die Ärzte den Tumor. Er ist aggressiv und unheilbar“, sagt Langhans. Der 80-Jährige unterzieht sich derweil einer Hormontherapie, die das Wachstum des Tumors verlangsamen soll.

Laut eigenen Angaben streue der Krebs jedoch und sein Gesundheitszustand verschlimmere sich. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erzählte Langhans, dass es ihm trotz aller Umstände gut gehe. Er bereite sich laut eigener Aussage bereits jeden Tag gelassen auf den Tod vor.

Das Leben vor dem Krebs: Das aktivistische Leben von 68er-Idol Langhans

Rainer Langhans führt ein politisch-aktivistisches Leben. Bereits in seinen jungen Jahren während seiner Studienzeit, kam er mit einer sozialen und linken Studentenbewegung der 68er, in Berührung. Diese Studentenrevolte zog in Form von Protesten durch westdeutsche Städte und äußerte sich in den 60er-Jahren unter anderem gegen den Vietnamkrieg, starre Strukturen und eine rigide Sexualmoral.

Außerdem klärte die Bewegung über die Zeit des Nationalsozialismus auf und forderte im Zuge dessen einen konsequenten Antifaschismus. Langhans zog schließlich 1967 in die Kommune I, einer Polit-Wohngemeinschaft in Berlin.

Rainer Langhans (r.) als Mitglied in der Kommune I.

Vor der Krebs-Diagnose - Langhans war bedeutsames Mitglied der Kommune I

Die Kommune I entstand aus einer Studentenbewegung in West-Berlin. Sie sollte das Gegenmodell einer bürgerlichen Kleinfamilie in einer Gesellschaft, die von den Mitgliedern als sehr konservativ angesehen wurde, darstellen. Neben politischen Gründen, standen auch die sexuelle Freiheit sowie Hedonismus, Musik und Drogen im Vordergrund des gesellschaftlichen Lebens in der Wohngemeinschaft.

Auch politische Aktionen, wie ein geplanter Anschlag mit Rauchbomben auf US-Vizepräsident Hubert H. Humphrey im Jahr 1967 mit dem Namen „Das Pudding-Attentat“ ging auf das Konto der Kommunarden. Der Anschlag scheiterte, da ein Informant die Polizei in Kenntnis setzte und elf Studenten, Langhans eingeschlossen, wurden festgenommen. Im Jahr 1969 löste sich die Kommune schließlich endültig auf. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Thomas Bartilla/dpa

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