Sie bittet Yoko Ono um Vergebung

Die Frau des Lennon-Mörders bricht ihr Schweigen

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Mark Chapman hatte John Lennon am 8. Dezember 1980 in New York erschossen. Dafür sitzt er lebenslänglich hinter Gittern. 

London - Mark Chapman erschoss Ex-Beatle John Lennon. Fast genau 34 Jahre nach der schrecklichen Tat hat seine Frau erstmals ein Interview gegeben, in dem sie Verstörendes zu Protokoll gibt.

Mark Chapman (59), der Mörder von Ex-Beatle John Lennon, hat dessen Witwe Yoko Ono (81) in Briefen um Verzeihung gebeten. Das erzählte Chapmans Frau Gloria Hiroko Chapman der „Mail on Sunday“ in einem Exklusiv-Interview. „Mark und ich haben ihr Briefe geschrieben", sagte die 63-Jährige, die wie die Lennon-Witwe aus Japan stammt. Sie könne sich nach eigener Aussage gut mit Ono identifizieren, die sich gegen eine vorzeitige Entlassung des Verurteilten aus dem Gefängnis eingesetzt hatte. "Er ist nicht böse, dass sie die Richter gebeten hat, ihn nicht freizulassen.“ Chapman wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er John Lennon am 8. Dezember 1980 in New York erschossen hatte.

"Der Mord war ein Fehler"

Chapman gestand seiner Frau, er habe kein religiöses oder politisches Motiv für seinen detailliert geplanten Mord gehabt - es sei schlichtweg Geltungssucht gewesen: Er habe dem "hellen Licht des Ruhms" nicht widerstehen können. Dass sich ihr Mann in jener Nacht vor fast genau 34 Jahren über die Musiklegende gestellt habe, sei "ein Fehler" gewesen, so Frau Chapman. Er sei eigentlich ein "liebevoller Mensch, der die Bedürfnisse anderer vor seine eigenen stellt". "Seine Augen waren nicht auf Jesus gerichtet", fährt die tiefgläubige Christin fort, "sondern auf sich. Er war ein Niemand, der jemand sein wollte." Es sei traurig, dass er es vorzog, dem Gebot "Du sollst nicht töten" nicht Folge zu leisten. Mittlerweile habe er jedoch wieder zu seinem Glauben zurückgefunden und Frieden mit sich geschlossen.

Dass sie von den Mordplänen ihres Mannes wusste, verdrängt sie

Von den mörderischen Absichten ihres Mannes habe sie damals nichts geahnt, so die 63-Jährige, die in einem Krankenhaus auf Hawaii arbeitet. Damit widerspricht sie der Aussage ihres Mannes: Der hatte 1981 in der Gerichtsverhandlung behauptet, er habe ihr von seinen Plänen erzählt und sogar die Mordwaffe samt den Patronen gezeigt. Er warf seiner Frau damals sogar vor, ihn nicht von seinem Vorhaben abgebracht zu haben. Damit konfrontiert, gibt Gloria in dem Interview zu, diese Anschuldigungen bewusst zu verdrängen, weil es sie sonst "krank machen würde". 

"Ich liebe ihn mehr denn je"

Trotz allem hält Gloria zu dem Schwerverbrecher, den sie 18 Monate vor dessen Bluttat geheiratet hatte. Mehr noch: Sie liebe ihn "mehr denn je". Nach der Tat hätte sie zwar daran gedacht, sich scheiden zu lassen. Alle Freunde hätten sie dazu gedrängt, doch sie hätte es nicht übers Herz gebracht, denn "Gott hasst Scheidungen". Daraufhin hätten sich viele Menschen, die ihr nahe standen, von ihr abgewandt.

Die Beatles - ein Mythos

George Harrison, Paul McCartney, John Lennon und im Hintergrund am Schlagzeug Ringo Starr (von links nach rechts). Am 24.6.1966 war es soweit: The Beatles traten im Münchner Circus Krone-Bau vor deutschem Publikum auf. © dpa
So berichtete die HNA am 25. Juni 1966 über den ersten Deutschland-Auftritt der Beatles. © 
Im Beatles Museum in Halle/Saale sind Miniaturen der Beatles zu sehen. © dpa
Die Beatles bei ihren Auftritt im Münchner Circus Krone Bau am 24.06.1966. © dpa
Die Beatles nach der Verleihung des Ordens MBE (Member of British Empire) durch die englische Königin im Saville Theatre in London im November 1965. © dpa
Posthume Ehre: George Harrison bekommt 2009 einen Stern - gehalten von seiner Witwe Olivia Harisson - auf dem Walk of Fame in Los Angeles. © dpa
Die Beatles begeistern live. © dpa
Und im Jahr 1964 © dpa
...und als begehrtes Fotoobjekt. © dpa
Die Beatles in New York: Als sie 1964 dort auftraten, waren sie die ersten britische Gruppe in Neu-England. Damit begann im Musikgeschäft die so genannte "britische Invasion". © dpa
Paul McCartney mit Vollbart 1969. © dpa
Ringo Starr auf dem Cover von "The Beatles Book" 1965. © dpa
Wer viel arbeitet, darf auch mal Urlaub machen: Patti Boyd und das Beatles-Mitglied George Harrison auf Barbados (undatiert). © dpa
Paul McCartney bei einem (undatierten) Auftritt in London. © dpa
Die frühen Jahre: George Harrison (von links), Paul McCartney, John Lennon and Ringo Starr. © dpa
Entspannt: Paul McCartney und John Lennon auf einem Foto von 1967.  © dpa
In Hamburg: Ringo Starr (von links), Paul McCartney, George Harrison und John Lennon. © dpa
Strawberry Fields im New Yorker Central Park: Hier ist der Gedenkstein für den in der Nähe ermordenten John Lennon eingelassen.  © dpa
Der "späte" George Harrison (1988). © dpa
Das Stern-Titelblatt aus dem Jahr 1965 zeigt "Die vier Frauen der Beatles". © dpa
Die Beatles Paul McCartney (von links), George Harrison, John Lennon und Ringo Starr mit den Orden "Member of the Order of the British Empire". © dpa
Liebespaar: Yoko Ono und John Lennon. © 
Die legendäre Abbey Road in London. Noch heute stellen Passanten das Cover des "Abbey Road Albums" nach.  © 
Der Eingang zum Jacaranda Club in Liverpool. Dort trat die weltberühmte © dpa
Am 25. Juni 1966 begeisterten die Pilzköpfe ihre Fans in der Essener © dpa
Liverpool 1965 in der Beatles-Euphorie: Jugendliche suchen ihre Chance im © dpa
Die Mitglieder der britischen Popgruppe The Beatles, (von links) Paul © dpa
Die Beatles waren bei ihren Fans sehr beliebt und mussten auch schon mal flüchten. © dpa
Immer auf Tour. Die Beatles spielten weltweit Konzerte. Hier steigen sie am 15. März 1965 in Salzburg aus dem Flieger. © dpa
Die Frauen waren verrückt nach den Pilzköpfen. © dpa
Mit diesen alten Aufnahmegeräten nahmen die Beatles in den Londoner Abbey Road Studios ihre Songs auf. © dpa
Auf jeder Party war das Quartett gern gesehen. © dpa
In diesem Liverpooler Haus verbrachte John Lennon seine Kindheit Dessen Witwe Yoko Ono kaufte es nach dem Tod ihres Mannes. © dpa
Auch heute stehen Beatles noch vereinzelt auf der Bühne. Hier ein Bild aus der Hamburger ColorLine Arena vor dem Konzert von Paul McCartney am 2. Dezember 2009. © dpa
Ein Paar, das für viele Schlagzeilen sorgte: John Lennon und Yoko Ono. © dpa
Paul McCartney singt während eines Gedenkkonzerts für seine verstorbene Frau Linda. © dpa
Auf diesem Foto rocken die Beatles bei einem Auftritt im Londoner Lyris Theatre. © dpa
Nach einer Meditationsübung folgen die Beatles ihrem Guru Maharishi Mahesh Yogi. © dpa
Am 9.10.2000 eröffnete Lennon-Witwe Yoko in Tokio ein Museum zu Ehren ihres ermordeten Mannes. © dpa
Voller Stolz zeigen die Pilzköpfe auf diesem Foto ihre Orden "Member of the Order of the British Empire" in die Kamera, die ihnen von der britischen Königin verliehen wurden. © dpa
Cooler Typ: Ringo Starr bei einer Pressekonferenz am 28.9.1976 in Hamburg. © dpa

Gloria Chapman ist überzeugt, dass Lennon nun im Himmel sei und auch, dass ihr Mann nach seinem Tod dorthin kommen werde, um mit seinem berühmten Opfer "vereint zu sein", zitiert sie das britische Boulevardblatt. Sie glaube zudem, dass sich Beatles-Kollege Sir Paul McCartney gut mit Lennons Mörder verstehen würde. 

Bei ihren Treffen gibt es Pizza, Sex und "Glücksrad"

Das Paar darf laut richterlicher Anordnung jedes Jahr einmal für 44 Stunden alleine Zeit miteinander verbringen. Diese Treffen finden in einem privaten Wohnwagen statt, der auf dem Gelände des Gefängnisses im US-Bundesstaat New York steht, in dem Chapman seine lebenslange Haft absitzt. Gloria berichtet, dass sie bei ihren Besuchen Pizza essen, die sie gebacken habe. Außerdem schliefen sie miteinander und sähen sich die amerikanische Version des "Glücksrads" an.

Obwohl Chapmans mittlerweile achter Begnadigungs-Ersuch abgelehnt wurde, hoffe sie darauf, eines Tages mit ihm zusammen am Strand von Kailua spazieren zu können, so die 63-Jährige: "Ich glaube an Wunder."

hn/dpa

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