Loriot wird fragwürdige Ehrung zuteil

Bremen - Die Stadt Bremen hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen, um den verstorbenen Humoristen Loriot zu ehren. Doch die Idee stößt bei vielen auf Unverständnis.

In Bremen soll ein Parkplatz nach Loriot benannt werden - und Vicco von Bülow hätte die Idee mit Humor genommen, ist sich Ortsamtsleiter Robert Bücking sicher. “Der Verstorbene wäre begeistert gewesen - die vielen Parkuhren, und genug Platz für eine Badewanne“, sagte der Bremer Beamte dem “Focus“. Die Wahl sei auch deshalb auf den Parkplatz gefallen, weil man nicht einfach etwas umbenennen könne, das bereits einen Namen hat. “Loriot wusste ganz gut, dass in Deutschland nichts nur deshalb erlaubt ist, weil es schön ist“, sagte Bücking. Für Vorschriften aller Art habe der Großmeister des feinen Humors schließlich immer eine besondere Vorliebe gehabt.

Loriot - ein Streifzug durch sein Leben

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Loriot demonstriert 1974 in einer Szene der Fernsehsendung "Telecabinett" Benimm-Regeln und korrekte Tischmanieren. © dpa
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Loriot auf Reisen (1980) - ein solcher Sitznachbar ist der Alptraum aller Flugreisenden. Hier ist Evelyn Hamann genervt. © dpa
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Vicco von Bülow mit seiner Kollegin Evelyn Hamann auf dem berühmten Gründerzeitsofa aus seinen Fernsehsketchen. © dpa
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Loriot mit der Büste einer seiner bekanntesten Figuren, "dem Knollenasenmann". Neben dem Mann mit der dicken Nase gehören auch "Wum und Wendelin", "Herr Müller-Lüdenscheid" und "Ehepaar Hoppenstedt" zu seinen vielen Schöpfungen. © dpa
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An der Seite seiner dominanten Mutter (Katharina Bauren) schrumpft Paul Winkelmann (Loriot) in "Ödipussi" zu einem Muttersöhnchen ... © dpa
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Veronica Ferres und Vicco von Bülow bei der Verleihung "Bayerischer Fernsehpreis 2002" mit den "Blauen Panthern. Loriot erhielt den undotierte Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. © dpa
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Vicco von Bülow kommt mit seiner Frau Romy (l.) und Tochter Bettina in die Deutsche Oper Berlin zu einem Konzert, das anlässlich seines 80. Geburtstages veranstaltet wurde. © dpa
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Der Humorist führte bei der Sendung "Loriots 80. Geburtstag" selbst Regie. Das Drehbuch schrieb ebenfalls er. In der Sendung gab es neues Material und Geschichten aus Loriots Leben hinter der Bühne. © dpa
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Der Humorist, Cartoonist, Autor, Schauspieler und Regisseur Vicco von Bülow alias Loriot vor Eröffnung der Ausstellung "Loriot - Die Hommage" im Filmmuseum Berlin. Die Schau war von 6. November 2008 bis 29. März 2009 zu sehen. © dpa
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Loriot mit seinen geliebten Möpsen. Eine Portaitcollage über Victor von Bülow war am Donnerstag, 13. November, um 22.45 Uhr in der ARD zu sehen. © dpa
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Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow, der seinen Künstlernamen Loriot nach der französischen Bezeichnung für das Wappentier der Bülows (den Pirol) wählte, feierte am 12. November seinen 85. Geburtstag. © dpa
Loriot lebte zuletzt zurückgezogen  mit Ehefrau Romi und Mops Emil am Starnberger See, seine öffentlichen Auftritte waren äußerst rar gesagt: “Meine öffentlichen Auftritte werde ich auf meine Lieblingsrestaurants beschränken", witzelte der Komiker im Mai 2011. © dapd
Der Fernsehhund "Wum" und sein Kumpan, der Elefant "Wendelin", warben seit den 70er Jahren in Cartoons für die “Aktion Sorgenkind“ vom ZDF (heute “Aktion Mensch“) in Wim Thoelkes Sendung “Der große Preis“ (“Thööööölke!“). © dpa
Vier bekannte Szenen aus Werken des Humoristen Loriot sind die Motive einer Briefmarken-Serie 2011. Der Verkaufserlös kommt der sozialen Arbeit der großen Wohlfahrtsverbände zugute. © dpa
"Manchmal musste ich nur dasitzen und verständnislos schauen. Damit konnte ich Loriot begeistern. Zu lachen gab es nichts. Wir mussten alle sehr ernsthaft, präzise, diszipliniert und ausdauernd arbeiten“, sagt Schauspielkollege Heinz Meier (“Erwin Lindemann“) © dpa
Die 2007 verstorbene, langjährige Sketchpartnerin Evelyn Hamann (r.) sagte über ihren Kollegen: “Wer ist Loriot? Viele Masken, viele Gesichter. Bisher kannten wir ihn nur als den Herrn, der etwas steif auf dem Sofa sitzt, gelegentlich freundlich lächelnd und im Ganzen etwas kühl wirkend. © dpa
“Er ist, ob er will oder nicht, der, auf den man sich immer beruft, wenn man die Frage stellt, ob es einen deutschen Humor gibt oder nicht. Nachdem es keinen zweiten Loriot gibt, ist er verantwortlich dafür, dass es den deutschen Humor wirklich gibt", schwärmt Kabarettist Dieter Hildebrandt. © dpa
“Was Loriot so wertvoll macht, ist die Tatsache, dass niemand in Sicht ist, der ihm auch nur ansatzweise das Wasser reichen könnte", sagte Moderator Thomas Gottschalk über ihn. © dpa
Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer konstatierte: “Loriot ist der unerreichte Altmeister des deutschen Humors.“ © dpa
“Loriot war der Fred Astaire unter den Humoristen. Sein Humor bleibt unsterblich", kommentierte Filmemacher Michael “Bully“ Herbig in einer Mitteilung den Tod von Loriot. © dpa

“Wir wollten, dass Vicco von Bülow auf Erden mit einem Platz geehrt wird, der sich in der Nähe seiner alten Wirkungsstätte befindet.“ Loriot schrieb und drehte in der Hansestadt viele seiner Sketche und produzierte von 1976 bis 1978 bei Radio Bremen auch seine Sendungen. Wochenlang hatten die Bremer nach einem geeigneten Platz gesucht, der nach Loriot benannt werden könnte. Am Mittwoch wurde dann bekannt, dass die Wahl auf einen Parkplatz am Funkhaus von Radio Bremen gefallen ist. Offiziell beschlossen werden könnte dies bereits in der kommenden Woche.

dpa

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