Madonna: Obama ist ein "schwarzer Muslime"

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Madonna ist der Glaube ihres Präsidenten egal

Washington - Sie provoziert und scherzt gerne. Aber was ist in Pop-Queen und Obama-Fan Madonna gefahren, als sie den US-Präsidenten einen "schwarzen Muslimen" nannte?

Während eines Konzertes am vergangenen Montag in Washington hielt die 54-Jährige eine leidenschaftliche, in der Wortwahl nicht gerade kinderfreundliche Rede zum Thema Freiheit. Die gipfelte in der Aussage: "Es ist so großartig und unglaublich, dass wir einen Afro-Amerikaner im Weißen Haus haben. Wir haben einen schwarzen Muslimen im Weißen Haus. Das bedeutet, dass es Hoffnung in diesem Land gibt."

Jetzt ist weitläufig bekannt, dass Barack Obama Christ ist. Doch egal, wie oft er sich zu seinem Glauben bekennt: Jeder dritte Amerikaner, der die Republikaner wählt, glaubt, der US-Präsident sei Muslim. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen aktuellen Umfrage des Pew Research Center, eines großen Meinungsforschungsinstitutes aus Washington. Wie konnte also Madonna, die sicher auf der Seite der Demokraten steht und glühender Anhänger Obamas ist, auf diese falsche Fährte geraten? 

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Eine Stellungnahme zu dem Vorfall, die sie am gestrigen Mittwoch veröffentlichte, bringt Klarheit: "Das war ironisch gemeint. Klar weiß ich, dass Obama kein Mulime ist. Aber ich weiß auch, dass viele Leute in diesem Land glauben, er wäre einer. Und was wäre denn, wenn es so wäre?" Sie fuhr fort: "Ich wollte damit sagen, dass ein guter Mann ein guter Mann ist, egal zu wem er betet. Mir ist die Religion von Obama egal. Und jedem Amerikaner sollte sie auch egal sein."

Das ist sie aber in dem Land, in dem der Glaube in der Politik eine wesentlich größere Rolle spielt als hierzulande, offensichtlich nicht. Ein Grund für diese falsche Annahme über die Konfession Obamas könnte übrigens der zweite Vorname des mächtigsten Mannes der Welt sein: Hussein. Auch Obamas Bemühungen, die Beziehungen der USA zu den islamischen Ländern zu verbessern, haben sicher dazu beigetragen, diese Unwahrheit unter den Gegnern des Präsidenten zu streuen. Aber vielleicht wissen ja nach der kleinen Madonna-Kontroverse ein paar mehr Menschen, woran Obama glaubt.

hn

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