Milliardenschwere L'Oréal-Erbin entmündigt

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Die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt soll entmüdigt werden.

Courbevoie - Am Ende eines jahrelangen Mutter-Tochter-Streits wird die milliardenschwere L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt entmündigt. Warum die Französin und ihr Vermögen unter die Vormundschaft ihrer Tochter und Enkel gestellt wird:

Frankreichs reichste Frau, Liliane Bettencourt (88), wird nach Angaben der Anwältin ihrer Tochter Françoise entmündigt. Als gesetzlichen Betreuer für die L'Oréal-Erbin habe ein Vormundschaftsgericht in Courbevoie bei Paris am Montag deren Enkel Jean-Victor Meyers bestimmt. Das Vermögen der alten Dame werde von der Tochter Françoise sowie zwei Enkeln verwaltet, gab die Anwältin Charlotte Robbe-Phan bekannt.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Die Milliardärin hatte am Vortag in einem Zeitungsinterview für den Fall einer Vormundschaft mit Auswanderung gedroht und ihrer Tochter Boshaftigkeit vorgeworfen. Ihr Anwalt kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP Einspruch gegen die Entscheidung an.

Die kurz vor ihrem 89. Geburtstag stehende L'Oreal-Erbin soll nach Medienberichten über eine Mischung aus Alzheimer und Demenz leiden. Die Online-Ausgabe der Zeitung “Le Monde“ spricht unter Berufung auf ein ärztliches Gutachten von einem allmählich einsetzenden Verfall des Gehirns.

Die Tochter Françoise Bettencourt-Meyers versucht seit langem, ihre Mutter für unmündig erklären zu lassen. Beide Frauen hatten sich über die Medien heftige Auseinandersetzungen geliefert, die mehrere politische Affären um möglicherweise verbotene Parteispenden ausgelöst hatten. Betroffen war auch die Regierungspartei UMP von Präsident Nicolas Sarkozy.

Ein vergangenes Jahr erzieltes Schlichtungsabkommen wurde kürzlich gebrochen. Die Tochter warf ihrer Mutter vor, sich von ihren Vertrauten instrumentalisieren zu lassen. Bettencourt verfügt nach Schätzungen des US-Magazins “Forbes“ über ein Vermögen von etwa 23,5 Milliarden US-Dollar (17 Mrd. Euro) und sitzt im Verwaltungsrat des Kosmetikkonzerns L'Oréal.

dpa

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