Einspruch abgewiesen

Missbrauch: Bill Cosby kann Verfahren nicht verhindern

Montgomery - US-Fernsehstar Bill Cosby ist erneut mit einem Versuch gescheitert, ein Verfahren gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs zu verhindern.

Ein Gericht in Montgomery im Bundesstaat Pennsylvania wies einen Einspruch von Cosbys Anwälten am Donnerstag ab. Diese hatten bemängelt, dass das mutmaßliche Opfer in der Anhörung vor dem eigentlichen Prozess nicht mündlich befragt worden sei und damit nicht ins Kreuzverhör genommen werden konnte.

In dem Fall geht es um den Verdacht, dass Cosby die Frau unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht hat. Dafür drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Cosbys Anwälte bestritten jedoch jegliches Fehlverhalten ihres Mandanten.

Bei einer Voranhörung am 24. Mai war das mutmaßliche Opfer nicht selbst anwesend gewesen, weshalb sich die Anklage auf seine schriftliche Aussage stützte. Die zuständige Richterin hatte damals befunden, dass die Indizien für die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Cosby ausreichten. Die Verteidigung will das mutmaßliche Opfer aber selbst befragen oder eine neue Voranhörung. Richter Steven O'Neill wies ihren Einspruch nun jedoch ab.

Cosbys Anwalt Brian McMonagle kündigte an, die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof des Bundesstaates anfechten zu wollen. "Wir sind zuversichtlich, dass das höchste Gericht unseres Staates dieses Unrecht wieder gutmachen und die Entscheidung aufheben wird", sagte der Anwalt.

In den vergangenen Monaten hatten dutzende Frauen Cosby sexuelle Vergehen bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen, die teils mehrere Jahrzehnte zurückliegen. Sein Ansehen ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe schwer beschädigt.

Rubriklistenbild: © dpa

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