Modedesigner Alexander McQueen tot aufgefunden

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Der britische Modedesigner Alexander McQueen ist tot

London - Der britische Modedesigner Alexander McQueen ist tot aufgefunden worden. Es handelt sich wohl um Selbstmord.

Einer der schillerndsten Modeschöpfer der Welt ist tot: Der britische Designer Alexander McQueen starb am Donnerstag im Alter von 40 Jahren. McQueen sei leblos in seiner Wohnung in London gefunden worden, teilte die Sprecherin des Designers mit. Nach Medienberichten beging McQueen nur wenige Tage nach dem Tod seiner Mutter Selbstmord.

McQueen war einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Modeschöpfer Großbritanniens und hatte großen Einfluss auf zahlreiche Designer. Wegen seiner oft schockierenden Kreationen galt er als “Enfant terrible“, “Fashion-Rottweiler“ und “Rowdie-Couturier“.

Mit seinem Talent brachte er es dennoch schon in jungen Jahren zum Nachfolger John Gallianos beim eher diskreten Modehaus Givenchy - die französische Presse betitelten ihn damals als “Hooligan der englischen Mode“. Später arbeitete er für Gucci und Puma.

Er selbst nahm selten ein Blatt vor den Mund. “Klamotten sind mir scheißegal“, sagte er einmal. Sich selbst bezeichnete er schon mal als “dicke, fette Schwuchtel“.

Sein Tod schockierte die Branche. Die Modedesignerin Vivienne Westwood ließ mitteilen, der Verlust tue ihr “unglaublich Leid“. Topmodel Kate Moss erklärte, nach dem Tod ihres “lieben Freudes am Boden zerstört“ zu sein.

Alexandra Shulman, Chefredakteurin der britischen “Vogue“, sagte, McQueen habe eine ganze Generation von Designern beeinflusst. “Seine brillante Vorstellungskraft kannte keine Grenzen... Sein Tod ist der größte Verlust für jeden, der ihn kannte und für viele, die ihn nicht kannten.“ Kommende Woche beginnt die Londoner Modewoche, bei der McQueen stets seine Schöpfungen präsentierte. Auch Schauen in Paris standen an.

Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand würdigte McQueen als “großen englischen Modeschaffer, der sein außergewöhnliches Talent mit dem Charme der Exzentrik vereint hat“. “Er hatte als künstlerischer Leiter von Givenchy eine große Liebesgeschichte mit Frankreich gelebt, doch natürlich hat dieses nicht zu klassifizierende Genie sich seinen Namen als Erschaffer seines eigenen Labels gemacht. Mit ihm hat die Frau den Gipfel der der Verführung und der Fantasie erreicht.“

Zu den Hintergründen des Todes gab es zunächst wenig offizielle Details. Britische Medien berichteten, dass sich McQueen in seiner Wohnung im schicken Stadtteil Mayfair selbst umgebracht habe, vermutlich habe er sich erhängt. McQueens Mutter war vor elf Tagen gestorben, was ihn schwer getroffen haben soll. Und seine enge Freundin und Förderin Isabella Blow hatte sich vor etwa drei Jahren das Leben genommen. Die Polizei erklärte die Umstände des Todes für “nicht verdächtig“, was auf einen Suizid hindeuten könnte. Ein Obduktion wurde angeordnet.

Geboren wurde McQueen im Londoner East End als Sohn eines Taxifahrers. Seine Karriere begann er bei Herrenschneidern in der berühmten Londoner Savile Row - dort zählten Prinz Charles und Michail Gorbatschow zu seinen Kunden. Später studierte McQueen an der renommierten St. Martin's School of Art & Design in London.

Die Mode-Ikone Isabella Blow kaufte dann seine Abschlusskollektion und wurde seine Förderin. Schließlich stieg McQueen zu “Alexander dem Großen“ auf. Zu seinen Fans gehörten unter anderem Lady Gaga oder Rihanna. 2000 heiratete er seinen Freund George Forsyth auf Ibiza.

McQueen wurde durch seine Schocker-Shows bekannt, bei denen er zum Beispiel Models als Vergewaltigungsopfer schminkte oder blutüberströmt auftreten ließ. In Anspielung auf den Beruf seines Vaters schickte er auch latexgekleidete Taxifahrer auf den Laufsteg.

dpa

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