Dschungelcamp

Der Mörder in der Wildnis: Michael Wendler hat die Schnauze voll

Aus und vorbei: Michael Wendler hat das Dschungelcamp nach nur drei Tagen wieder verlassen.

Wer am Montagabend einen Tick zu spät ins RTL-Dschungelcamp geschaltet hat, musste meinen, es sei Dramatisches passiert. Von einem Mörder ist die Rede, von einem MI5-Agenten und von lebenslanger Strafe.

Klar, endlich hat jemand der penetranten Nervensäge Larissa Marolt den Hals umgedreht und mangels Gerichtsbarkeit im ach so tiefen Dschungel sitzen die übrigen Kandidaten nun selbst zu Gericht.

Angeklagt ist aber ganz offensichtlich „der Wendler“, zum Richter hat sich, allein der „jahrelangen Erfahrung mit Verbrechern“ wegen, Ex-Tatort-Kommissar Winfried Glatzeder ernannt. Und schnell ist klar, Larissa lebt. Vielmehr wird „der Wendler als Mörder seiner eigenen Chance“ (Glatzeder) angeklagt.

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Der, der allen zeigen wollte, wer er wirklich ist, hat genau das geschafft: Er ist eben „der Wendler“. „Egogetrieben“ (Mola Adebisi), „ein Geschäftsmann, der auch singen kann“ (Glatzeder). Angesichts der viel zu frühen Tränenbeichte am zweiten Tag und der für die kommenden Woche angesetzte Konzerte fällt es schwer, nicht an ein abgekartetes Spiel zu glauben. Problemlos verzichtet er auf große Teile seiner Gage und argumentiert auch noch damit, in der Heimat durch Konzerte seine Familie ernähren zu müssen. Vermissen wird ihn angesichts so fadenscheiniger Ausreden keiner.

Das Urteil über den vermeintlichen Superstar ist schnell gefällt. Man müsse „den Wendler“ freisprechen, da er ausschließlich gegen sich selbst gehandelt habe, sagt Richter Glatzeder. Die Strafe sei jedoch automatisch lebenslänglich, weil „der Wendler“ auch fortan mit sich selbst weiterleben müsse. Im Camp gibt sich keiner Mühe, die Enttäuschung zu verbergen. Die klarsten, weil ehrlichsten Worte findet ausgerechnet Larissa Marolt: „Michi, du Vollidiot.“

Vielleicht war es aber auch genau sie, die „den Wendler“ zur frühen Aufgabe förmlich zwang. Ob gewollt oder nicht, die „österreichische Edelnutte“ (Julian F.M. Stoeckel) ist der Star dieser Sendung und zu jedem Zeitpunkt darum bemüht, sich in ein noch schlechteres Licht zu rücken. Nicht nur rücksichtslos, sondern fies ist es, wie sie lächelnd einer Standpauke über eine von ihr verdreckte Toilette entgegentritt. Bösartig und gemein ist es auch, sich während der Prüfung einen großen Schluck Champagner zu genehmigen, anstatt für die Gruppe zu kämpfen. Dagegen hatte der Wendler keine Chance, Larissa lässt kein Rampenlicht für andere übrig.

Passend zu ihrem infantil selbstverliebten Auftreten kann sie ihr Fehlverhalten nicht für sich behalten und erntet Gelächter. Man ahnt, wie nah die anderen Kandidaten inzwischen ebenfalls dem Wahnsinn sind. Und so beschließt das Model allein im Dschungel sitzend für sich selbst: „Ich muss wohl auswandern.“ Hat Dr. Bob eigentlich Referenzen als Psychiater?

Tag 4: Larissa wird "getiert" und gefedert

Dass der Voyeurismus bei den „schwulenfreundlichsten Winterspielen“ (Sonja Zietlow) nicht an Reiz verliert, zeigen, die weiter ansteigenden Zuschauerzahlen. Am Montag schalteten 7,95 Millionen Zuschauer ein, RTL erreichte so einen Marktanteil von 33,9 Prozent.

Von Lasse Deppe

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