Musikbranche fordert Neugestaltung der Charts

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Stefan Michalk (re.), Geschäftsführer des Bundesverbandes der Musikindustie, hier mit Moderatorin/Sängerin Barbara Schöneberger und Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, bei einer Preisverleihung.

Hamburg/Berlin - In der Musikbranche macht sich Kritik daran breit, wie die Top-100-Charts erhoben werden.

“Die Charts kann keiner mehr verstehen. Ich fordere eine Entrümpelung und Neugestaltung. Sonst muss man sich die Sinnfrage stellen“, sagte der Deutschland-Chef von Sony Music, Edgar Berger, dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie erhebt die Firma Media Control unter anderem jede Woche die Umsätze, die mit dem Verkauf von Tonträgern in ausgewählten Verkaufsstellen getätigt wurden. Genau daran reibt sich nun Berger.

Berger sagte: “Packt man ein T-Shirt dazu oder macht eine Sonderedition, erhöht das den Verkaufspreis und lässt die Platte im Ranking nach oben steigen. Es macht doch keinen Sinn, dass nicht die tatsächlich verkaufte Stückzahl interessiert, sondern der Preis entscheidend ist“, sagte Berger.

Auch Ex-Universal-Boss Tim Renner kritisiert dieses Prinzip: “Charts sind heute völlig irrelevant. Die Musikindustrie rennt einem Mechanismus hinterher, der dem Markt nicht mehr entspricht.“ Neben den bekannten Single-Charts gibt es inzwischen auch Jazz-Charts oder die Schlager-Longplay-Charts.

Der Geschäftsführer vom Bundesverband Musikindustrie, Stefan Michalk, findet die Kritik “nur schwer nachvollziehbar“. Der dpa in Berlin sagte er, Deutschland habe eines der innovativsten und zukunftssichersten Charts-Systeme der Welt, die Plattenfirmen hätten es mitentwickelt. “Irrelevant sind Charts meist nur für die Firmen, deren Produkte keine Chance haben, in die Charts zu kommen.“

dpa

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