Gerichtsurteil

Muslim darf Kabarettist Nuhr "Hassprediger" nennen

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Kabarettist Dieter Nuhr.

Stuttgart/Osnabrück - Der Kabarettist Dieter Nuhr muss es sich gefallen lassen, wegen seiner Islam-Kritik als „Hassprediger“ bezeichnet zu werden.

Der 54-Jährige scheiterte am Stuttgarter Landgericht mit dem Versuch, dem Osnabrücker Muslim Erhat Toka eine solche öffentliche Einschätzung im Internet verbieten zu lassen. Die Bezeichnung „Hassprediger“ sei noch durch die Meinungsfreiheit gedeckt, bestätigte ein Gerichtssprecher einen Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“). Vor der 17. Zivilkammer wollten Nuhrs Anwälte eine Abmahnung und Unterlassungserklärung durchsetzen.

Nicht mehr verwenden dürfe Toka hingegen eine Montage, bei der er eine Porträtfoto von Nuhr in ein Stoppschild montiert habe, wie der Sprecher berichtete. Hierbei erreichte TV-Star Nuhr seine Ziele. Das Gericht drohte Toka mit einem Ordnungsgeld, falls er die Montage weiter verwende.

Der Kabarettist reagierte auf Facebook mit einem ironischen Post. "Jetzt hab ich's: Hassprediger darf MICH "Hassprediger" nennen, weil man JEDEN Hassprediger nennen darf, auch als Hassprediger", schrieb er. Die Tatsache, dass sich beide Parteien die Kosten des Verfahrens etwa halbe-halbe teilen, kommentierte er so: "Bei uns teilt man auch mit denen, die uns hassen. Gut so."

Toka hatte im Herbst bundesweit Aufsehen erregt, weil er Nuhr Hetze und die Beschimpfung von Religionsgemeinschaften vorgeworfen und ihn angezeigt hatte. Als Beleg diente laut „NOZ“ ein Videoclip, der antiislamische Passagen aus Nuhrs Programmen aneinanderreiht. Gleichzeitig hatte Toka zu einer Demonstration am Rande eines Gastspiels des Kabarettisten in Osnabrück aufgerufen.

dpa

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