Madonna: War Malawi-Hilfe nur für ihr Image?

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In Malawi hat Madonna keinen guten Ruf mehr.

Lilongwe - Popstar Madonna hat in Malawi keinen guten Ruf mehr. Nach dem spektakulären Scheitern ihres ersten Hilfsprojekts plant sie einen neuen Anlauf, der jedoch unter keinem guten Stern steht.

“Wem glaubt die Welt? Dem Superstar Madonna oder einer Afrikanerin wie mir, wo doch jeder denkt, wir Afrikaner seien sowieso alle korrupt.“ Die bitteren Worte kommen von Anjimile Oponyo, Ex-Projektleiterin des Madonna-Hilfsprojekts “Mädchen-Akademie“ im bitterarmen Malawi. “Mein Ruf ist zerstört, meine Karriere ruiniert“, klagt die selbstbewusste Ex-Mitarbeiterin von Vereinten Nationen und Weltbank in ihrem Haus am Rande Lilongwes.

Denn die Schwester der Vizepräsidentin Malawis wird von Madonnas Hilfsorganisation “Raising Malawi“ (Seattle, US-Bundesstaat Washington) mitverantwortlich dafür gemacht, dass Millionen versandet sein sollen.

Auf dieser Wiese in Malawi wollte Madonna eine Schule errichten.

Die Pop-Diva hatte im April 2010 symbolisch den Grundstein für die Mädchenschule in Chinkhota nahe der Hauptstadt Lilongwe gelegt. Seitdem war Madonna (53), die zwei Kinder aus Malawi adoptiert hat und früher häufig kam, nach Auskunft des Präsidialamtes nicht mehr in dem kleinen Binnenstadt im Süden Afrikas. Ihr Projekt ist gescheitert. Auf den teilweise planierten Hügeln, für die ein New Yorker Architekt einen wunderschönen Schulkomplex entworfen hatte, grasen heute Ziegen und Esel, magere Kinder spielen in zerlumpten Kleidern.

Zwar wird über die Frage, wer für das Debakel verantwortlich ist, noch heftig gestritten. Gegen “Raising Malawi“ gab es laut der Los Angeles Times 2011 Ermittlungen. In Malawi laufen juristische Verfahren: Ex-Mitarbeiter klagen auf ausstehende Löhne, Ex-Besitzer des Projektgebiets auf ihr Geld.

In Malawi hört man in diesem Streit vor allem eine Sicht: “Madonna hat Malawi nicht ernst genommen. Sie hätte die Finger von Dingen lassen sollen, von denen sie nichts versteht“, meint etwa der Chef der Kinderhilfsorganisation “Eye of the child“, Maxwell Matewere. “All ihre Versprechungen haben sich in Luft aufgelöst.“

Madonna selbst hatte vor rund einem Jahr erklärt, sie sei “frustriert“ über die missliche Entwicklung ihrer ersten Initiative. Sie wollte aber ihre Hilfsarbeit in dem Land fortsetzen.

Die Sängerin entschloss sich also, mit Unterstützung der Organisation “BuildOn“ erneut einen, mit 300 000 Dollar sehr viel bescheideneren Versuch zu starten, zehn Schulen zu bauen. Anfang 2012 teilte die Sängerin dazu mit, sie habe viel gelernt und glaube daran, mit “BuildOn“ ihre Hilfsziele endlich umzusetzen. Die erste Schule soll bereits in diesen Tagen in Kankhumbwa im Kasungu Distrikt eröffnet werden.

Aber die Regierung Malawis winkt ab: Madonnas Beteuerung, das Engagement für Mädchenschulen sei ihr “ein dringliches Anliegen“, stößt inzwischen auf tiefes Misstrauen. “Wir haben die Nase voll von Madonna“, sagt die Sprecherin des Erziehungsministeriums, Lindiwe Chide. Es gehe der Sängerin doch nur darum, “ihr Image aufzupolieren“.

Erziehungsminister George Chaponda klagt: ““Raising Malawi“ arbeitet nicht mit uns zusammen.“ Es sei einfach “traurig“, dass Madonna sich nun - wie er sagt ohne Absprache mit den Behörden - an “BuildOn“ wende. Madonna stützt sich diesmal zwar damit auf eine im Land bekannte und geschätzte Hilfsorganisationen. Für Schulen sei aber die Regierung verantwortlich, betont das Ministerium.

Viele Fragen um das erste große Madonna-Projekt sind bisher noch unbeantwortet. Laut New York Times waren bis zu 18 Millionen Dollar für Madonnas Hilfsorganisation gesammelt worden. Nach zwei Jahren Projektplanung wurden davon 3,8 Millionen (2,9 Millionen Euro) gesucht. Es bleibt der Ruch, die Hilfsgelder hätten malawischen Angestellten Madonnas ein Leben in Saus und Braus ermöglicht.

dpa

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