"Neon" veröffentlichte gefälschte Promi-Interviews

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Beyoné Knowles

München - Normalerweise sind Interviews mit Mega-Stars langweilig. Nicht so bei der Zeitschrift "Neon". Allerdings stellt sich jetzt heraus, einige Gespräche mit Promis waren erfunden.

Die Antworten von Sängerin Beyoncé Knowles sind klug, witzig und ungewöhnlich. Sie passen also eigentlich gar nicht zum Interview-Einerlei von amerikanischen Stars. Trotzdem wurde in der Redaktion der Zeitschrift "Neon" niemand misstrauisch, als der Autor Ingo Mocek das Interview mit Knowles vorlegte. Im Januarheft wurde es abgedruckt.

Doch jetzt hat "Neon", die im Verlagshaus Gruner & Jahr erscheint, ein Problem: Denn die Antworten stammen nicht von der Sängerin. Der Autor hatte sie zumindest teilweise erfunden. Beyoncés Management hatte sich bei der deutschen Zeitschrift beschwert.

In der Redaktion konfrontierte man Autor Mocek mit dem Verdacht, dass das Interview gefälscht sein könnte. Schließlich gestand der Autor, dass "das Gespräch nicht wie von ihm vorgelegt stattgefunden hat", teilte "Neon" auf der eigenen Webseite mit.

Insgesamt fünf Interviews mit Prominenten erfunden

Dann kam heraus, dass auch mindestens vier weitere Interviews mit Christina Aguilera, Snoop Dog, Slash und Jay-Z gefälscht waren. "Neon" hat Mocek inzwischen gefeuert. "Die Vorgänge sind in keiner Weise vereinbar mit den journalistischen und ethischen Maßstäben, nach denen die NEON-Redaktion arbeitet. Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Künstlern und deren Management sowie bei unseren Leserinnen und Lesern", heißt es in der Mitteilung.

Schon einmal wurde der deutsche Journalismus von einem Fälschungs-Skandal erschüttert. Tom Kummer hatte im Jahr 2000 unter anderem für das SZ-Magazin ebenfalls Interviews mit Prominenten teilweise erfunden. Er nannte sein Vorgehen damals "Borderline-Journalismus".

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