Nuhr: Petitions-Plattform versteht keinen Humor

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Dieter Nuhr

Berlin - Inzwischen ist auch die zweite Petition, die Lanz den Rücken stärken soll, abgeschaltet. openPetition sei eben humorlos, sagt Dieter Nuhr.

Weil seine Petition gegen Petitionswahn abgeschaltet wurde, wirft Kabarettist Dieter Nuhr der Plattform openPetition Humorlosigkeit vor. „In der Tat, die haben meine Petition untersagt. Aber warum, da müssen Sie die Damen und Herren von openpetition.de fragen. Ich denke, Humorlosigkeit spielt eine Rolle“, sagte der 53-Jährige der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch). „Man lacht eben lieber über andere als über sich selbst. Und bei Ironie hört bei vielen der Spaß auf.“ Als Reaktion auf die Unterschriftensammlung gegen die Talkshow von Markus Lanz hatte Nuhr ein eigenes Petitionsprojekt auf den Weg gebracht: „Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn“. Es war wenige Stunden später von der Plattform gelöscht worden.

„Die Öffentlichkeit an sich ist in den letzten Jahren zunehmend verbal gewaltbereit geworden“, sagte Nuhr im Interview weiter. „Und die Lynchbereiten werfen nun Herrn Lanz Unhöflichkeit vor. Da sollten wir alle mitlachen.“ Nuhr selbst ist nach eigenen Worten im Internet hauptsächlich deswegen präsent, „weil sonst andere in meinem Namen reden. Es gibt zahlreiche Facebook- und auch Mailaccounts, die mit dieter.nuhr@ beginnen. Da es den Namen nur ein Mal gibt, schreibt da wohl irgendein Drecksack in meinem Namen. Da muss man selbst teilnehmen, um zu verhindern, dass andere die Identität komplett übernehmen.“

Auch eine Pro-Lanz-Petition des Berliner Piratenpolitikers Christopher Lauer (29) mit dem Titel „Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will, immerhin ist er ja erwachsen“ wurde von openPetition inzwischen gesperrt. Die Plattform argumentierte ebenso wie bei Nuhr mit der „Nichtbeachtung der Nutzungsbedingungen“. openPetition hatte am Montag angekündigt, keine Unterschriften-Begehren mehr gegen einzelne Personen zuzulassen. Die Initiative der Leipzigerin Maren Müller (54) gegen die Talkshow „Markus Lanz“ bleibe aber auf der Plattform. „Die Petition von Frau Maren Müller ist in erster Linie eine Forderung ans ZDF nach journalistischen Qualitätsstandards“, argumentierte openPetition.

dpa

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