Orden wider den tierischen Ernst an zu Guttenberg

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Karl-Theodor zu Guttenberg

Aachen - Karl-Theodor zu Guttenberg erhält diesen Samstag den Orden wider den tierischen Ernst - allerdings in Abwesenheit.

Der von Affären gebeutelte Bundesverteidigungsminister kommt nicht selbst, sondern schickt seinen Bruder Philipp nach Aachen in die Bütt'. Der CSU-Politiker hatte seine Teilnahme offiziell wegen der Entwicklungen in Afghanistan abgesagt. Zum Zeitpunkt der Absage stand er schon wegen der Bundeswehr-Affären unter Druck. Jetzt steht er wegen Plagiatsvorwürfen in der Kritik.

Der Aachener Karnevalsverein (AKV) zeichnet zu Guttenberg (CSU) als “Überflieger mit Bodenhaftung“ aus. Der Minister habe Mut zum Widerspruch und zum “akrobatischen Querdenken“, heiß es in der Begründung. Die ARD strahlt die Aufzeichnung am 21. Februar um 20.15 Uhr aus. Philipp zu Guttenberg kommt mit seiner Frau Alexandra. Der frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen , Jürgen Rüttgers (CDU), hält die Laudatio.

Fall Schavan: Auch diese Promis haben abgekupfert

Annette Schavan soll bei ihrer Doktorarbeit getäuscht haben. Die Uni Düsseldorf entzieht ihr am 5. Februar 2013 den Titel. Doch in Politik, Literatur und Musik wird seit jeher abgekupfert, was das Zeug hält. Hier eine Übersicht: © dpa
Im Februar 2011 stürzt der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg über seine Doktorarbeit. Darin hatte er kräftig abgeschrieben. © dpa
Der umstrittene Berliner Rapper Bushido wurde 2010 wegen Urheberrechtsverletzungen gerichtlich verurteilt: Er hatte in 13 Liedern Songfragmente der französischen Gothic-Band Dark Sanctuary ohne Erlaubnis verwendet. © dpa
Die Ex-Brosis-Sängerin und „Dschungelshow“-Teilnehmerin wollte ihre kurzzeitig wiedergewonnene Prominenz mit einem Stimmungslied in klingende Münze umwandeln. „Hol de Radio“ heißt das Traktat. Doch es war der Song eines anderen: Comedian Chris Boettcher. © dpa
In der klassischen Musik sind Plagiate nichts Ehrenrühriges, sondern eine gebräuchliche Stilform. In den Epochen des Barock und der Wiener Klassik wird dies „Parodie“ genannt. Johann Sebastian Bach „veredelte“ fremde Werke und eigene Werke. © ddp
Jungautorin Helene Hegemann („Axolotl Roadkill“) sah sich im vorigem Jahr mit dem Vorwurf des Plagiats konfrontiert, weil sie umfangreich aus dem Roman „Strobo“ des Berliner Bloggers Airen abgeschrieben hatte. Die 17-Jährige fand das „total legitim“. Immerhin: Sie würdigte den Textlieferanten in den folgenden Auflagen in der Danksagung. © dpa
Auch Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe käme heute in Erklärungsnot, würde man den Schluss seines 1774 erschienenen Briefromans „Die Leiden des jungen Werther“ unter die Lupe nehmen. In der Beschreibung des Endes seines Helden, der sich mit einer Pistole eine Kugel in den Kopf jagte, verwertete Goethe einen Brief seines Wetzlarer Freundes Johann Christian Kestner. © dpa
Als berühmtestes Plagiat der Musikgeschichte gilt derweil „My Sweet Lord“ von Ex-Beatle George Harrison. Das Stück erschien 1970 auf dem Album „All Things Must Pass“. Es klang verdächtig nach dem Titel „He’s so fine“ der US-Mädchenband „The Chiffons“ von 1963. Der Prozess zog sich über viele Jahre hin und endete mit einem Vergleich. © dpa

Die Karnevalsshow ist für die Aachener nicht nur Spaß, sondern auch Kampf um die Zuschauerquote. Mit Ritter Rüttgers hatte die Ordensverleihung im vergangenen Jahr den Tiefstand erreicht, auch wenn die absolute Zuschauerzahl gestiegen war. Der Vertrag zwischen WDR und AKV läuft bis 2014. Nach unbestätigten Meldungen soll es eine Option geben, den Sendeplatz ins dritte Programm zu verlagern.

Zu den zwölf erwarteten Altrittern gehört Gloria Fürstin von Thurn und Taxis. Daneben haben sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und FDP-Generalsekretär Christian Lindner angesagt.

dpa

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