Wortgefecht: Otti Fischer kontra Guttenbergs Bruder

+
 Philipp zu Guttenberg (links), der Bruder des Ex-Verteidigungsministers und Kabarettist Ottfried Fischer am Samstagabend in Aachen bei der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst.

Aachen - Bayerischer Schlagabtausch auf rheinischer Karnevalsbühne: Philipp zu Guttenberg, der Bruder des gefallenen CSU-Hoffnungsträgers, und Kabarettist Ottfried Fischer haben sich in Aachen ein Wortgefecht geliefert.

Eigentlich sollte Guttenberg am Samstag eine Laudatio auf Fischer halten, der mit dem Orden wider den tierischen Ernst ausgezeichnet wurde. Doch der bayerische Pfundskerl erhielt statt Lob auch genügend Häme und Spott.

“Mit hübschem, eigenem Schuldregister schimpft man nicht über Ex-Minister“, reimte Guttenberg in Richtung Fischer. Der Narrenkäfig in Aachen sei für den neuen Ordensritter extra verbreitert worden, “damit er hier nicht vorerst scheitert.“ Mit seiner Leibesfülle könne er selbst einen 19-Zoll-Bildschirm belegen. Gelächter im Saal.

Diese Menschen suchten die Deutschen 2011 bei Google

Diese Menschen suchten die Deutschen 2011 bei Google

Der Adressat konterte mit Schleichwerbung: “Ich bin der legitime Ritter-Sport - quadratisch, praktisch, gut.“ In der Politik müsse statt Schönheit wieder Glaubwürdigkeit Vorrang haben. Guttenberg sei eigentlich ein Stoff, aus dem griechische Tragödien geschrieben würden, ätzte Fischer. Weder der Schauspieler noch der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer nahmen ein Blatt vor den Mund. Da gingen manche Sprüche auch unter die Gürtellinie.

Ursprünglich sollte der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Rede auf Fischer halten, doch er schickte wie im vergangenen Jahr seinen Bruder auf die Bühne. So blieb ihm das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen mit Fischer (“Der Bulle von Tölz“, “Pfarrer Braun“) erspart. Hat Guttenberg etwa Angst bekommen? Immerhin hatte der 58-jährige Fischer schon im Vorfeld vollmundig erklärt, “KT“ hart angehen zu wollen.

Wer hat's gesagt? Die besten Sprüche des Jahres

Wer hat's gesagt? Die besten Sprüche des Jahres

“Verpieselt hat er sich, gefloh'n - ist unser fränkischer Baron“, rief am Samstag selbst sein eigener Bruder in den Festsaal. Und knüpft sich dann den neuen Stil Guttenbergs vor: “Ja, er ist weg, das Haar ganz kraus, gerupft und struppig sieht er aus.“ Trotzdem hinterließ der “große“ Guttenberg seine Spuren. “Er hat nicht ab- doch mitgeschrieben, man merkt's am schwurbeligen Stil“, verteidigte Philipp zu Guttenberg, der sich als “Plagiat“ seines Bruders bezeichnete, die Wortwahl seiner Rede.

Letztlich beendeten die beiden Bayern ihren Ausflug in die Karnevalshochburg mit versöhnlichen Worten. Die in vielen Teilen auch harmonische Laudatio habe ihn gerührt, sagte Fischer. Und Guttenberg hat Fischer so gern, dass er ihn am liebsten als Landesvater in der Politik sehen würde. “Mit scharfem Wort', verbalem Schwert - ein Tor, wer vor Dir aufbegehrt.“

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.