Otto mag keine Gags über Schwächere

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Otto Waalkes mag keine Scherze auf Kosten Schwacher.

Stuttgart - Komiker Otto Waalkes mag es nicht, wenn man sich über Schwächere lustig macht. Es sei kein guter Stil, Lacher auf Kosten anderer auf seine Seite zu ziehen.

Otto Waalkes findet es nicht lustig, Gags auf Kosten Schwächerer zu machen. Der 62-jährige Komiker kritisierte in der Zeitschrift “Reader's Digest“ (Januar-Ausgabe) das Vorgehen von Fernsehteams: “Was ich nicht mag, ist, wenn Leute auf der Straße überfallen werden und man sich über ihre unbedarften Äußerungen lustig macht.“ Es sei kein guter Stil, sich für einen Gag einen Schwächeren zu suchen und den vorzuführen, statt sich selbst etwas auszudenken: “Ich finde, Komik sollte von unten kommen und nicht von oben herab.“

Seinen eigenen Einfällen und Pointen traut Otto nicht sofort: “Selbstzweifel finde ich normal. Ich habe ständig Bedenken, ob etwas wirklich komisch ist. Wenn es funktioniert, freue ich mich umso mehr“, sagte er. Gags testet er nach eigenen Worten an seiner Ehefrau, der Schauspielerin Eva Hassmann, oder auch Kindern und manchmal mit Taxifahrern oder Kellnern. “Wenn der Taxifahrer lacht - vor dem Trinkgeld -, dann funktioniert es.“ Der Humor in Deutschland hat sich nach Ansicht Waalkes' in den vergangenen Jahren grundlegend verändert.

“Ich finde, er hat sich bereichert, mit vielen neuen Formen und Comedians. Andererseits ist es schwerer geworden, Tabus zu brechen“, meinte er. Er verwies auf die Fülle an Fernsehprogrammen und Sendungen. “Früher konnte man davon ausgehen, dass alle im Publikum Sendungen wie 'Das Wort zum Sonntag', 'Die Hitparade', 'Sportschau' oder bestimmte Werbespots gut kannten. Heute frage ich mich schon selbst manchmal bei Parodien: Welcher Schuldenberater, Fernsehkoch oder welche Castingshow ist denn jetzt gemeint? Es dauert länger, bis etwas parodiefähig wird, weil es so viele konkurrierende Programme gibt.“

dapd

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