Paul McCartney: Tourauftakt in Hamburg

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Ex-Beatle Paul McCartney (67) sind die Jahre nicht anzusehen. Er ist aktiver denn je.

Hamburg - Es war mehr als ein Konzert: Ex-Beatle Paul McCartney spielte in Hamburg zum Auftakt seiner Tour. Die Fans sahen ihn als lebende Legende einer längst vergangenen, wilden Epoche.

Wenn Ex-Beatle Paul McCartney auf der Bühne steht, ist es mehr als nur ein Konzert. Es ist, als könnte man kurz Geschichte berühren. Beim Auftakt der Deutschland- und Europatour in Hamburg am Mittwochabend war fast eine Stunde vergangen, bis dieser magische Moment kam. Da stand McCartney auf einmal ganz allein mit seiner Akustik-Gitarre am Rand der Bühne und stimmte “Blackbird“ ein. Und plötzlich wurde dem Publikum bewusst: Dieser hagere alternde Mann mit schwarzen Hosenträgern ist eine lebende Legende, wir sind in einem Raum mit einem der Beatles! Endlich sprang der Funke auf die zunächst zurückhaltenden mehr als 10 000 Zuschauer in der ausverkauften “Color Line Arena“ über. Dass die Stimmung am Anfang eher mau war, lag vor allem an der Verzögerung, mit der das Konzert begann. Um 20.00 Uhr sollte es losgehen, doch bis Viertel nach Acht standen die Zuschauer, von denen einige deutlich mehr als 100 Euro pro Karte bezahlt hatten, dicht gedrängt vor verschlossenen Türen.

Forbes-Liste: Tote Stars als Topverdiener

Tote Stars als Topverdiener
Platz 13: Andy Warhol (links, hier zusammen mit Ex-Bundeskanzler Willy Brandt) starb bereits 1987. Er verdiente im vergangenen Jahr sechs Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 12: Aaron Spelling produzierte Erfolgsserien wie Beverly Hills oder Melrose Place. Er starb im Jahr 2006 im Alter von 83 Jahren. Seine Arbeit brachte seinen Erben in den vergangenen 12 Monaten acht Millionen Dollar ein.  © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 11: Jimi Hendrix starb bereits 1970 an einer Überdosis. Auch lange nach seinem Tod verdient er noch sehr gut. Im vergangen Jahr waren es acht Millionen Dollar. © dpa
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Platz 10: Der Bestseller- und Drehbuchautor Michael Crichton verdiente auch nach seinem Tod mit Erfolgsromanen wie Jurassic Park oder Drehbüchern für Emergency Room rund 9 Millionen Dollar. Er erlag im Jahr 2008 einem Krebsleiden. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 9: Albert Einstein, der Begründer der Relativitätstheorie bringt seinen Erben auch über 50 Jahre nach seinem Tod noch zehn Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 8: Die Erfindung der Cartoon-Figur Grinch zählt zu seinen größten Erfolgen. Der amerikanische Kinderbuch-Autor Theodor Seuss Geisel (gennant Dr. Seuss) starb im Jahr 1991. In den vergangenen 12 Monaten brachten seine Geschichten 15 Millionen Dollar ein. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 7: 1980 wurde das ehemalige Beatles-Mitglied John Lennon ermordet. Zusammen mit Paul McCartney komponierte er zahlreiche Songs. Im vergangenen Jahr brachte ihm seine Arbeit 15 Millionen Dollar in die Kassen. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 6: Charles Schulz, der Erfinder von Charlie Brown und Snoopy verdient mit seinen Comicfiguren heute noch 35 Millionen. Er starb 2000 im Alter von 77 Jahren. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 5: Sein „Herr der Ringe“ ist einer der erfolgreichsten Fantasy-Romane überhaupt: Der britische Schriftsteller J.R.R. Tolkien verdiente im letzten Jahr unglaubliche 50 Millionen Dollar. © dpa
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Platz 4: Der King of Rock‘n Roll: Die Musik von Elvis Presley ist auch nach seinem Tod im Jahr 1977 noch sehr erfolgreich. In den vergangenen 12 Monaten brachten seine Werke 55 Millionen Dollar ein. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 3: Michael Jackson ist auf dem besten Weg die Spitze der toten Topverdiener zu erreichen. In nur vier Monaten nach seinem Tod verdiente der King of Pop für seine Erben rund 90 Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 2: Die Musical-Autoren Richard Rodgers und Oscar Hammerstein (hier eine Szene aus ihrem Werk „South Pacific“) sind wohl nur Kennern ein Begriff. Trotzdem verdienten die beiden in den vergangenen 12 Monaten 235 Millionen Dollar. © dpa
Tote Stars als Topverdiener
Platz 1: Unglaubliche 350 Millionen Dollar brachten die Geschäfte des im Jahr 2008 verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint Laurent im vergangenen Jahr ein. © dpa

Aus technischen Gründen, wie es hieß. Als endlich alle drin waren, verging noch fast eine Stunde. Das Publikum wurde immer gereizter und als McCartney die Bühne betrat, empfing ihn eine Mischung aus Applaus, Pfiffen und Buh-Rufen. Auch “Magical Mystery Tour“ und “Drive My Car“ zum Auftakt konnten das Eis nicht ganz brechen. Es wurde deutlich, dass “Sir Paul“ ein hartes Stück Arbeit bevorsteht. Ein auf Deutsch gesprochenes “Wie geht es Euch?“ und das für Hamburg obligatorische “Hummel, Hummel, Mors, Mors“ zogen ebenfalls nicht so recht. Das Publikum hatte beschlossen, erstmal weiter sauer zu sein.

McCartney zog sein Beatles-Jackett aus - “der einzige Kleiderwechsel des Abends“ - und arbeitete sich Schritt für Schritt vor. Auf “Got to Get You Into My Life“ folgte “Let Me Roll It“, gespickt mit der Anekdote, wie sich Eric Clapton bei einem Londoner Konzert vor Jimi Hendrix im Publikum versteckte, um nicht dessen Gitarre stimmen zu müssen. Dann “Long And Winding Road“, dann “And I Love Her“... Zwei Songs kündigte McCartney in Hamburg als “Live-Weltpremieren“ an. Ein neues Lied, “(I Want to) Come Home“, das er für den Film mit Robert De Niro, “Everybody's Fine“, geschrieben hat.

40 Jahre alter Song war der Hit

Und “etwas überraschend“, wie er selbst einschob, den 40 Jahre alten Song “Ob- la-di, Ob-la-da“. Das war der Punkt, an dem auch der seniorengerecht bestuhlte Innenraum aufsprang, und die Atmosphäre eines Beatles- Revivals aufkam. Spätestens jetzt konnte McCartney nichts mehr falsch machen. “Back In The USSR“, “Let It Be“, “A Day In The Life“, “Hey, Jude“ - ein Hit jagte den anderen, der Saal sang mit.

Der 67-jährige spielte wie im Rausch, er tanzte, hüpfte, alberte herum, wollte das Publikum zum Bellen bringen (erfolglos) - und hörte erst nach mehr als zweieinhalb Stunden und 34 Songs auf. Das faszinierende: Mit jedem weiteren Beatles-Lied schien McCartney jünger zu werden. Paul von den “Fab Four“ war wieder da, mit dem verschmitzten Gesichtsausdruck, seiner klaren Stimme und seiner jungenhaften Ausstrahlung. Und die Begeisterung bei den Zugaben mit “Lady Madonna“, “Get Back“ und “Yesterday“ ließ ansatzweise erahnen, was für eine Euphorie eine Beatles- Wiedervereinigung ausgelöst hätte.

dpa

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