Peter Maffay: 40 Jahre auf der Bühne

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Peter Maffay - seit 40 Jahren auf der Bühne.

Berlin - Gefeiert wurde am Mittwochabend im Berliner Tempodrom mit Prominenten aus Politik und Showbiz. Peter Maffay hatte zu seinem 40-jährigen Bühnenjubiläum nur die handverlesensten Gäste eingeladen.

“Ich möchte, dass sich die Fans in dem wiederfinden, was wir tun“, sagt Peter Maffay auf der After-Show-Party am Mittwochabend im Berliner Tempodrom. Und die Ovationen der, wie er sagt, “allerhärtesten“ weil handverlesenen Fans hat er sich in der Show zuvor mit seiner Band und dem Philharmonic Volkswagen Orchestra erspielt. Prominenz aus Politik - von Franz Müntefering bis Sigmar Gabriel - und Showbiz - Frank Elstner, Thomas Stein, Leslie Mandoki - sind zur Feier seines 40. Bühnenjubiläums gekommen.

“Tattoos“ heißt das am (morgigen) Freitag erscheinende Album zum Jubiläum des 60-jährigen Sängers. Mit klassischem Orchester und seiner Band hat er die bekannten Lieder neu eingespielt. Tätowierungen im kollektiven Gedächtnis der Nation sind die Songs von “Du“ über “Und es war Sommer“ bis “Eiszeit“ und “Über sieben Brücken musst du gehen“ schon.  Was da in den per Video eingespielten Zeitdokumenten von Willy Brandt bis Erich Honecker allein im ehemals deutsch-deutschen Verhältnis über ein Lied wie “Über sieben Brücken musst du gehen“ transportiert wird, ist schon bewegend - für verschiedene Generationen aus unterschiedlichen Gründen, aber das Gänsehaut-Gefühl verbindet bis ins Jahr 2010. Und das kommt nach wie vor an. Der Chef der Konzertagentur DEAG, Peter Schwenkow, verkündet nach der “Tattoos“-Premiere im Tempodrom stolz, dass bereits vor Veröffentlichung der Jubiläums-CD 100.000 Eintrittskarten für die Anfang November startende Tournee verkauft worden seien - Maffay ist und bleibt ein Umsatzphänomen. Und Maffays Plattenfirma ist sich eines hohen Chart-Einstiegs sicher.

Musiker und Wohltäter: Peter Maffay seit 40 Jahren auf der Bühne

Peter Maffay im Jahr 1996... © mzv
... und bei einem Konzert im selben Jahr. © mzv
Peter Maffay 1999 bei der Pressevorstellung der Musical Produktion "Tabaluga und Lilli". © ap
Im August 2009 wurde Peter Maffay 60. Gleichzeitig feierte er sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. © dpa
Er rockt die Bühne: Peter Maffay bei einem Konzert in Basel 2008. © dpa
Ausladende Gestik: Peter Maffay in der Philharmonie in München. © dpa
Ausladende Gestik: Peter Maffay in der Philharmonie in München. © dpa
Mit einem rund drei Stunden langen Konzert eröffnet der Rocksänger Peter Maffay im Mai 2005 im Bad Segeberger Freilichttheater seine Open-Air-Tournee. © dpa
Peter Maffay steht  beim Tourauftakt der "ewig Tour 2009" in der Philharmonie im Gasteig in München auf der Bühne. © dpa
Peter Maffay beim Hessentag in Langenselbold. © dpa
Peter Maffay beim Hessentag in Langenselbold. © dpa
Peter Maffay beim Hessentag in Langenselbold. © dpa
Yeah: Peter Maffay in Hannover. © dpa
Neben einem Plakat zum Musical "Tabaluga und Lilly" steht Peter Maffay im Juni 1997 in Oberhausen.  © dpa
Peter Maffay und das Tabaluga-Maskottchen. © dpa
Der Musiker Peter Maffay stellt 2006 in Tutzing das neue "Tabaluga Haus" vor. Die Mieteinnahmen gehen zu hundert Prozent in die Peter Maffay Stiftung. © dpa
Preisträger: Mit neuer Kurzhaarfrisur zeigt sich Rocksänger Peter Maffay 1997 bei der Entgegennahme des Bundesverdienstkreuzes aus der Hand von Bundespräsident Roman Herzog in Berlin. © dpa
Peter Maffay (li.) bekommt 2007 in der Residenz in München von Ministerpräsident Edmund Stoiber den Bayerischen Verdienstorden verliehen. © dpa
Ausgezeichnet: Bundespräsident Horst Köhler verleiht 2008 in Berlin den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an den Musiker Peter Maffay. © dpa
Peter Maffay erhält im Mai 2009 in Hamburg aus den Händen der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen (CDU), die Goldene Feder 2009 für seine musikalischen Erfolge sowie sein außerordentliches soziales Engagement. © dpa
Preisträger: Peter Maffay zeigt in Hamburg den zuvor erhaltenen "Bambi 2003". Der Musiker hat den vom Münchner Burda-Verlag verliehenen Preis in der Rubrik "Charity" erhalten. © dpa
Peter Maffay präsentiert 2009 den Platin Award, den er für sein Album "Ewig" erhalten hat, und den Gold Award für sein Tabaluga-Album in München. © dpa
Papst Benedikt XVI. reicht Peter Maffay auf dem Petersplatz in Rom die Hand (Aufnahme von November 2007). Deutschrocker Maffay hat für seine internationalen Kinderhilfsprojekte Unterstützung von Papst Benedikt XVI. erhalten. © dpa
Helfen geht durch den Magen: Peter Maffay backt 2007 im Sternstundenhaus in Peißenberg (Oberbayern) mit Kindern für einen guten Zweck Weihnachtsplätzchen. © dpa
Helfen geht durch den Magen: Peter Maffay und die Fantasiefigur Tabaluga zeigen sich 2001 in Berlin beim Grillen auf einem "Charity-Barbecue". Der Rockstar hatte die Benefiz-Aktion organisiert, bei der Prominente aus Musik, Show und Politik als Koch und Kellner für 600 zahlende Gäste arbeiten. Das Geld wird Kindern gespendet, die Opfer von Gewalt wurden. © dpa
Peter Maffay (li.) besucht 2005 deutsche Soldaten in Afghanistan. © dpa
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU, re.) trifft 2008 im Verteidigungsministerium in Berlin Peter Maffay zu einem Gespräch. Im Zentrum des Treffens standen die Erfahrungen, die Maffay bei einem Besuch bei den deutschen Soldaten in Afghanistan gemacht hat. © dpa
Rene Obermann (re.), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, und der Musiker Peter Maffay unterhalten sich im März 2009 bei der Petersberger Convention - Zukunftskongress der Landesregierung auf dem Petersberg in Königswinter bei Bonn. © dpa
Der damalige SPD-Politiker Oskar Lafontaine (li.) und Peter Maffay unterhalten sich in Stuttgart am Rande des "Stimmen für Oskar"-Konzerts in der Schleyer-Halle (Foto vom 26.11.1990). © dpa
Peter Maffay mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (li.) beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung 2009. © dpa
Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu (re.) und Peter Maffay in Bochum bei einer Pressekonferenz zum Projekt "Herausforderung Zukunft", einer internationalen Konferenz unter anderem zu den Themen Friedenssicherung, Kinderrechte und Umweltschutz. © dpa
Peter Maffay sitzt 2009 in Radeln (Rumänien) in der Kirchenburg. © dpa
Peter Maffay sitzt in Hamburg auf einem Harley-Davidson-Motorrad. © dpa
Peter Maffay hält 2002 auf der spanischen Ferieninsel Mallorca einen Salat und eine Zwiebel aus eigenem, ökologischen Anbau in der Hand. Der Musiker hat in seinem Wohnort Pollenca die "Peter Maffay Stiftung" ins Leben gerufen. © dpa
Peter Maffay steht 2004 vor der Küste Mallorcas bei Puerto Pollenca am Bug des Segelschiffes "Sir Robert Baden Powell" und gibt den Kurs vor. © dpa
Peter Maffay präsentiert kurz vor seinem 60. Geburtstag seine Biographie "Maffay - Auf dem Weg zu mir". © dpa
Sternenregen: Der Rocksänger Peter Maffay stellt 2002 in der Münchner Muffathalle sein neues Album "Tabaluga und das verschenkte Glück" vor. Der siebte Geburtstag des Drachens wurde mit all seinen Freunden und einer großen Party gefeiert. Am 30. August steht für Peter Maffay ein runder Geburtstag an: Er wird 60. © dpa

Maffay hat in dem Tempodrom-Event, der natürlich im Fernsehen und per DVD präsentiert werden wird, mit viel Charme und Selbstironie durch sein Programm geführt. “Nach so langer Zeit spielt man die Lieder wie damals, nur etwas faltiger“ sagt er nach “Josie“ - und sein verschmitztes Lächeln überträgt sich auf den Saal. Alle weiblichen Wesen im Saal sind längst Frau geworden. Und sie alle lassen nach wie vor jubelnd jede Schlagerlüge von “Du“, “Josie“ und “So bist du“ durchgehen, weil damit unter Umständen wichtiges in ihrer Biografie verbunden ist. Einer Mittdreißigerin - mithin bei der Veröffentlichung von “Du“ noch lange nicht geboren - entfährt laut ein “Oh Gott!“, als sie eingeblendete “Bravo“-Poster mit Maffay aus der “Du“-Ära sieht. Der Legende tut das keinen Abbruch.

Der Berliner Auftritt ist der erste mit dem Philharmonic Volkswagen Orchestra. Der Tontechniker mischte den Sound nach der Devise “Im Zweifel für die Band“ und war damit in einem Saal mit den “allerhärtesten“ Maffay-Fans auf der sicheren Seite. Das Phänomen Maffay ist aber auch, dass der Hauptakteur sich nie zufrieden gibt mit dem, was er sowieso schon erreicht hat. Der Sound im Tempodrom war so gemischt, dass die Band das Orchester dominierte. Außer beim dramatisch arrangierten “Eiszeit“ und den Balladen ging es im wuchtigen Sound der Rock-Profis von Carl Carlton, Ken Taylor, Peter Keller, Jean-Jacques und Pascal Kravetz schlicht unter.

“Sahne“ im Konzert künftig über Kopfhörer?

Das hat mit Tontechnik und der Akustik der Spielstätten zu tun. Und das treibt einen wie Maffay um, der auf seinen Kopfhörern - in der Branche heißt das “In Ear System“ - den nach eigenen Angaben perfekten Sound hat. “Wenn die Leute meinen Kopfhörersound hätten, dann wäre ich der Weltmeister. Wenn die das hören könnten, was ich höre, dann würden die einfach nur noch sagen: Sahne!“, sagt er im Gespräch mit der DAPD.

Nur: Das, was die Musiker hören, muss nicht identisch mit dem sein, was das Publikum hört - schon gar nicht diejenigen in der letzten Reihe. “Denen müsste man einen Kopfhörer verpassen, und dann würden die wahrscheinlich umfallen und sagen: Ich gehe nie mehr ohne in ein Konzert.“ Die Sache der Zukunft? “Ja! Ja, ich meine: Ja! Warum gibt es große Symposien und weiß der Kuckuck was, wo unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, und da kriegst du halt so einen Kopfhörer. Das geht doch. Es ist ein Aufwand! Wenn so ein Kopfhörer - sagen wir mal - einen Fünfer kostet, dann könntest du sagen: Okay, das Ticket kostet jetzt nicht mehr 40 Euro, sondern 35 Euro, du kriegst jetzt aber auch einen Kopfhörer dabei, finanzierst den Kopfhörer mit. Den kann dann jeder aufsetzen und kriegt über Funk diesen Impuls und kann da zuhören. Das ist theoretisch machbar. Also wenn diese Voraussetzung da ist, dann kriegst du jeden Cello-Spieler eigentlich mit. Das ist aufwendig. Technologie, und die kostet Geld.

dapd

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