Folgen eines Darmbruchs

Peter Steele: Sänger von Type O Negative ist tot

+
So werden ihn die Type O Negative Fans in Erinnerung behalten. Peter Steele, in gewohnt düsterer Pose, im Musikvideo zu "Black No. 1".

Los Angeles - Schock für alle Heavy Metal-Fans. Peter Steele, Sänger und Bassist von Type O Negative, ist tot. Ein Nachruf auf den dunklen Hünen.

Wie der Österreichische Rundfunk (ORF) meldet, starb der 2,02 Meter große Peter Steele an Herzversagen. Er wurde nur 48 Jahre alt.

Erst wurde sein Tod nur innoffiziell über den Kurznachrichtendienst Twitter von engen Freunden Steele's vermeldet, wie der Moderatorin Juliya Chernetsky.

Sie schrieb:

"Heute ist ein sehr trauriger Tag für den Metal, das Ende einer Ära. Peter Steele ist tot. Ich liebte meinen Freund...unser Idol...mein Herz ist bei seiner Band und seiner Familie. Wie mir Kenny (Kenny Hickey ist Gitarrist von Type O Negative - Anm. d. Red.) sagte, ist er heute an einem Herzinfarkt gestorben."

Bei manchen Fans überwog zunächst die Skepsis. Im Jahr 2005 hatte sich Type O Negative bereits einen makaberen Scherz erlaubt: Damals verkündeten sie das Ableben ihres Sängers, indem sein Grabstein auf der Homepage der Band veröffentlicht wurde. Doch dieses Mal war die Todes-Nachricht leider real.

Peter Steele ist gestorben: Band Type O Negative bestätigt seinen Tod 

Mittlerweile haben auch Keyboarder Josh Silver sowie das Plattenlabel der Band Peter Steeles Tod bestätigt.

Auch die Umstände seines Todes nicht nun geklärt: Peter Steele starb an den Folgen entzündeter Organe. Dadurch kam es bei ihm zu einem Darmbruch führten. Wie Sal Abruscato, der frühere Schlagzeuger von Type O Negative berichtete, war man dabei, Steele in einen Krankenwagen zu bringen. Aber er starb noch vor Verlassen des Hauseingangs. Drogen hatten mit seinem Tod wohl nichts zu tun. Nach eigenem Bekunden hatte Peter Steele zuvor neun Monate lang clean gelebt. Auch plante er ein neues Album von Type O Negative.

Peter Steele: Frontmann von Type O Negative hieß eigentlich Peter Ratajczyk

Peter Steele (2.v.r.), Sänger und Bassist von Type O Negative ist tot.

Der am 4. Januar 1962 geborene Steele, der mit bürgerlichem Namen Peter Ratajczyk (eigentlich: Petrus Thomas Ratajczyk) hieß, machte erstmals von 1979 bis 1982 mit der Gruppe Fallout musikalisch von sich reden. 1982 bis 1987 war der Hüne mit der Bassbariton-Stimme Sänger und Bassist der Thrash-Metal-Band Carnivore. 

1990 gründete Peter Steele mit Sal Abruscato, Kenny Hickey und Josh Silver die Gothic-Metal-Band Type O Negative 1990. Der Bandname ist die englische Bezeichnung für die Blutgruppe Null-Negativ - zugleich aber eine Anspielung auf die typisch dunkle und depressive Stimmung in den Liedern der Gruppe. Themen wie Tod und Verlust kehren in den Songs von Type-O-Negative immer wieder. Zugleich zeichnen sich die Texte durch schwarzen Humor und jede Menge Selbstironie aus.

Mit dem Album "The Origin of the Feces" (der Titel ist eine Parodie of das Hauptwerk Charles Darwins) werden Type O Negative zum ersten Mal zu Tabubrechern. Das legendäre erste Cover zeigt eine überdeutliche Nahaufnahme von Peter Steeles gespreiztem Hintern. Später zeigt das entschärfte Cover gezeichnete Skelette.

Die Band nimmt das Album vor grölenden Fans aus der Nachbarschaft auf. Die brüllen im Chor: „You suck!“ (auf deutsch: "Ihr seid Sch..."). Die Rufe werden fortan zum Pflichtprogramm für die Fans vor Type O Negative-Konzerten.

Die Band schafft den weltweiten Durchbruch mit ihrer 1993 erschienenen Platte "Bloody Kisses". Vor allem in den Anfangsjahren sorgt die Band mit obszönen Plattencovern und politisch extrem unkorrekten Texten für Diskussionen. Später wenden Type O Negative sich - zunehmend erfolgreich - dem düsteren Mainstream zu. 2007 erscheint das letzte Studioalbum der US-Band: "Dead Again".

1995 posiert Peter Steele nackt im US-Magazin "Playgirl". Was ihm damals nicht bewusst ist und womit ihn seine Bandkollegen später aufziehen: Nur 20 Prozent der Playgirl-Abonnenten sind Frauen - der Rest Männer, die sich gerne nackte Männer anschauen.

Der Hüne Steele tritt auch als Schauspieler in Erscheinung. In der HBO-Serie "Oz" spielte er 2003 in der Episode ""Exeunt Omnes" mit. 2003 war er im Film "Dirtbags (Armpit of Metal)" zu sehen und 2005 in "Bad Acid". Die Veröffentlichung des Horrorfilms "Tao Of M." aus dem Jahr 2005, in dem Steele einen Vampirs spielte, steht allerdings noch heute aus. Peter Steele ist auch in der Doku "Living the American Nightmare (The Story Of A Rockstar)" aus dem Jahr 2011 zu sehen.

Nach dem Tod von Peter Steele entschieden die anderen Bandmitglieder Type O Negative aufzulösen.  

Peter Steele bekannte sich offen zu seinem katholischen Glauben

Steele, der lange Jahre Atheist war, bekennt sich seit 2007 offen zum katholischen Glauben. Nach Schicksalsschlägen wie dem Tod seiner Mutter und seiner überstandenen Drogensucht, erklärt Steele in einem Interview, er habe eine innere Wandlung durchgemacht - und so zum Katholizismus gefunden.

In einem Interview mit dem Magazin "Decibel" bekennt er, dass er sich während dieser Zeit seiner Sterblichkeit bewusst geworden sei. Steele weiter: "Und wenn Du anfängst, über den Tod nachzudenken, dann fängst Du auch an, darüber nachzudenken, was danach kommt. Und dann fängst Du an zu hoffen, dass es einen Gott gibt. Für mich ist der Gedanke erschreckend, dass danach nichts kommt. Ich kann auch nicht glauben, dass Typen wie Stalin oder Hitler im Jenseits an denselben Ort kommen wie Mutter Teresa."

fro

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.