Mordprozess endet im August

Nur noch Plädoyers trennen Pistorius von Urteil

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Der wegen Mordes angeklagte Paralympics-Star Oscar Pistorius wartet auf die Urteilsverkündung.

Pretoria - Er soll seine Freundin kaltblütig erschossen haben. Seit März steht der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius vor Gericht. Jetzt ist die Zeugenbefragung abgeschlossen.

Die Zeugenvernehmung im Mordprozess gegen den Paralympics-Star Oscar Pistorius ist am Dienstag vor dem Gericht in Pretoria beendet worden. Der Staatsanwalt wird nach den Worten von Richterin Thokozile Masipa am 30. Juli die Beweislage aus seiner Sicht schildern, die Verteidigung am 4. August. Am 7. und 8. August sollen dann die eigentlichen Plädoyers gehalten werden. Das Urteil wird für den August erwartet.

Pistorius hatte in der Nacht zum 14. Februar 2013 in seinem Haus in der südafrikanischen Hauptstadt seine Freundin Reeva Steenkamp durch eine verschlossene Toilettentür erschossen. Der 27-Jährige beteuert, dass er hinter der Tür einen Einbrecher vermutet habe und in Panik geraten sei.

Der Staatsanwalt beschuldigt den behinderten Profisportler des vorsätzlichen, eiskalten Mordes. Er begründet seine Anklage vor allem mit Unstimmigkeiten in den Schilderungen des Angeklagten über die Tatnacht sowie Aussagen von Nachbarn, denen zufolge es in der Nacht einen lautstarken Streit zwischen Pistorius und seiner Freundin gegeben habe. Dem 27-Jährigen droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

Der Arzt des Angeklagten, Wayne Derma, war der letzte der 36 Zeugen von Anklage und Verteidigung, die vor dem Gericht in Pretoria in den Zeugenstand gerufen worden war. Er hatte vor allem über die enormen psychischen Belastungen berichtet, unter denen das südafrikanische Sportidol seit seiner Kindheit wegen der Amputation seiner Unterschenkel litt. Bisher gab es in dem spektakulären Prozess, der von mehreren Fernsehsendern live übertragen wurde, seit dem 3. März 39 Verhandlungstage.

Pistorius-Freundin Reeva Steenkamp (†): Juristin, Model und Fernsehstar

Der sechsmalige Paralympics-Gewinner Oscar Pistorius hat am frühen Donnerstagmorgen in seinem Haus in Silver Lakes am Rande der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen, die er laut Medienberichten für eine Einbrecherin gehalten hatte. © ap
Die Freundin von Oscar Pistorius war selbst ein Star, zumindest in Südafrika. Die 30-Jährige, die eine abgeschlossene juristische Ausbildung hatte, war ein gefragtes Model. © ap
Vor einem Jahr zierte sie die Titelseite des internationalen Herren-Magazins FHM. © ap
Kürzlich nahm Reeva Steenkamp an der südafrikanischen Variante von „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“ teil. In der Realityshow „Tropika Island of Treasure“ war sie einer der sieben konkurrierenden Prominenten. Die erste Episode sollte am Samstag im staatlichen Fernsehen SABC ausgestrahlt werden. © ap
Die blonde Südafrikanerin mit den blau-grünen Augen wurde in Kapstadt geboren und wuchs in Port Elisabeth auf. Nach einem abgeschlossenen Jurastudium schloss sie einen Vertrag mit der Kosmetikfirma Avon und zog vor sechs Jahren nach Johannesburg. © ap
Pistorius and Steenkamp waren in der Vergangenheit südafrikanischen Medien zufolge mehrfach zusammen aufgetreten. Zunächst aber hatte es immer nur geheißen, die beiden seien „nur Freunde“. © ap
„Wir sind tief bekümmert und schicken unser Beileid an Reevas Familia und Freunde“, hieß es nach den Ereignissen im Hause von Pistorius auf der Website von SABC. © ap
Das südafrikanische Model Lee-Ann Liebenberg schrieb im Nachrichtenkurzdienst Twitter: „Wie tragisch. Meine Gedanken und Gebete sind mit Oscar und den beiden Familien“. © ap
Viele andere südafrikanische Künstler und Prominente zeigten sich ebenfalls bestürzt. (im Bild: Archivbild von Oscar Pistorius) © dpa
 © dpa

Pistorius ist laut der psychiatrischen Gutachten voll schuldfähig. Der 27-Jährige leide nicht an einer geistigen Erkrankung oder Störung, „die ihn strafrechtlich nicht verantwortlich für die Handlung machen würde, der er beschuldigt wird“, hieß es in den vergangene Woche verlesenen Auszügen der Gutachten. Zuvor hatte die Psychiaterin Merryl Vorster dem Angeklagten eine „Angststörung“ bescheinigt.

Nach Erfolgen bei den Paralympics war Pistorius als erster beinamputierter Sportler der Olympia-Geschichte im Jahr 2012 bei den Olympischen Spielen in London gestartet.

dpa

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