Polanski bricht sein Schweigen

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Roman Polanski sieht sich als Opfer der US-Justiz.

Paris - Erstmals seit seiner Verhaftung vor sieben Monaten in der Schweiz hat Starregisseur Roman Polanski (76) sein Schweigen gebrochen. Er sieht sich als Opfer der US-Justiz.

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Doppelte Niederlage für Roman Polanski

 Der wegen Sex mit einer 13-Jährigen verfolgte Filmemacher wirft der US-Justiz in dem mehr als 30 Jahre zurückliegenden Fall Rachegelüste vor. Er solle den Medien zum Fraßvorgeworfen werden, klagt der Oscar-Preisträger in einem Text, der im Internet veröffentlicht wurde. Es gehe gar nicht so sehr um das Urteil, über das schon vor langer Zeit eine Übereinkunft erzielt worden sei.

“Seit dem ersten Tag ist dieser Fall nicht richtig verstanden worden“, erläuterte Polanskis Pariser Anwalt Hervé Témime am Montag. Nun liege der Ball bei den Schweizer Behörden, die über das Auslieferungsgesuch der USA entscheiden müssten. Polanski lebt seit rund fünf Monaten in Gstaad unter Hausarrest. Er wird mit Hilfe einer sogenannten elektronischen Fußfessel überwacht.

Roman Polanski in Hausarrest in Gstaad

Roman Polanskis Anwalt Lorenz Ern gibt ein Statement zur aktuellen Lage. Lange war nicht klar, wann der Regisseur das Gefängnis in Winterthur verlassen kann. © dpa
Emmanuelle Seigner, die Ehefrau des Regisseurs, ist mit den Kindern bereits eingetroffen. © ap
Roman Polanski kommt in Gstaad an. Er zeigt sich nicht persönlich den Fotografen. © AP
Roman Polanskiks Chalet „Milky Way“. Über Jahre machte er mit seiner Familie hier Urlaub, ohne dass die Schweizer Justiz ihn in Gewahrsam nahm. © dpa
Tiefverschneit wartet das Chalet auf seinen Besitzer. © dpa
Für die Fotografen ist die Wartezeit hart. Tiefverschneit und kalt ist es inzwischen in dem Schweizer Urlaubsort. © dpa
Schon einen Tag nach der Bekanntgabe des Hausarrest sammelten sich erste Fotografen an dem Chalet „Milky Way“. © dpa
Das Gefängnis in Winterthur war für zwei Monate die „Heimat“ von Roman Polanski. © dpa
Sein mutmaßliches Opfer Samantha Geimer hat dem Regisseur längst verziehen und bittet die US-Richter um Gnade. © dpa
Die Paparazzi warten seit einer Woche auf den Tag der Entlassung. © dpa

“Es stimmt, vor dreiunddreißig Jahren habe ich mich schuldig bekannt und im Staatsgefängnis von Chino (Kalifornien), das kein VIP- Gefängnis ist, eine Strafe verbüßt, die eigentlich die Gesamtstrafe darstellen sollte“, schreibt Polanski. Als man ihn dann aus dem Gefängnis entließ, habe der Richter allerdings seine Meinung geändert und erklärt, die dort verbüßte Haft von 42 Tagen sei nicht die Gesamtstrafe. “Wegen dieses Rückziehers verließ ich damals die Vereinigten Staaten.“ Der Richter habe sich auf seine Kosten die Aufmerksamkeit der Medien sichern wollen, meint Polanski.

In dem seit mehr als 30 Jahren laufenden Missbrauchsverfahren in den USA hatte der polnisch-französische Filmemacher (“Der Pianist“) zuletzt eine doppelte Niederlage einstecken müssen. Die Justizbehörden in Los Angeles lehnten den Antrag des 76-Jährigen auf eine Verurteilung in Abwesenheit ab. Zudem wiesen sie auch einen Antrag von Polanskis damaligem Opfer zurück, das Verfahren gegen den Regisseur fallen zu lassen. Die amerikanischen Justizbehörden missachteten alle Argumente und Zeugenaussagen, so Polanski.

dpa

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