Prinz Charles mischte sich mit Briefen in Politik ein

+
Prinz Charles. Foto: Olivier Douliery

Es geht um Natur- und Tierschutz, aber auch um das Militär. Prinz Charles schickte fleißig Briefe an die britische Regierung. Nach zehn Jahren Streit sind einige nun veröffentlicht - und viele Neugierige enttäuscht. Doch es ging nicht nur um den Inhalt.

London (dpa) - Nach zehn Jahren Streit mit der Zeitung "Guardian" hat die britische Regierung Briefe von Prinz Charles veröffentlicht - und damit eine Debatte über Einflussnahme des Thronfolgers ausgelöst.

In der Korrespondenz mit Ministern, Staatssekretären und dem früheren Premierminister Tony Blair mischte sich der 66-Jährige in verschiedene Politikbereiche ein, die ihm besonders am Herzen liegen - etwa Viehhaltung und Landwirtschaft, aber auch die britische Armee. Kritiker bemängeln, dass er damit seine Position ausnutze und das Neutralitätsgebot eines künftigen Monarchen verletze.

Ein Statement seines Büros widersprach dieser Darstellung: Der Prinz spreche stets Themen von öffentlichem Interesse an. Für die Herausgabe der Briefe hatte der "Guardian" gegen den erbitterten Widerstand vor allem der Regierung gekämpft.

In einem Brief an Blair forderte Charles die Regierung auf, die Streitkräfte mit funktionierenden Kampfhubschraubern auszurüsten. Anderswo verlangte Charles, der selbst eine Biofarm betreibt, Subventionen für Bergbauern.

Es wurden zehn Briefe aus den Jahren 2004 und 2005 veröffentlicht, die Charles an Mitglieder der Regierung geschrieben hatte. 14 weitere sind Antworten der Regierung. Bei drei Schreiben handelt es sich um Briefwechsel zwischen Privatsekretären.

Nach Angaben der Regierung vom März vergangenen Jahres kostete der Rechtsstreit den Steuerzahler mindestens 275 000 Pfund (umgerechnet etwa 380 000 Euro) - inzwischen dürften die Kosten aber höher liegen, der "Guardian" schreibt von mehr als 400 000 Pfund.

Statement von Charles' Büro zu den Briefen

Charles' Briefwechsel mit Ex-Premierminister Tony Blair

Anti-monarchistische Gruppe Republic zu den Briefen

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.