Royal in den Trümmern

Prinz Charles besucht zerstörte Erdbebenstadt in Italien

+
Prinz Charles im zerstörten Amatrice.

Amatrice - Bei dem schweren Erdbeben in Italien vergangenes Jahr starben rund 300 Menschen. Nun machte sich Prinz Charles vor Ort ein Bild von der aktuellen Lage - und besichtigte sogar die Sperrzone.

Prinz Charles hat sich bei seinem Italien-Besuch ein Bild von der Lage in der Erdbebenregion des Landes gemacht. Dabei besuchte der 68-Jährige am Sonntag die zerstörte Stadt Amatrice etwa 120 Kilometer nordöstlich von Rom. 

Begleitet von Einsatzkräften und mit einem Schutzhelm auf dem Kopf besichtigte der britische Thronfolger auch die Sperrzone im historischen Zentrum. "Es ist eine erschreckende Szene der Zerstörung", sagte er, als er an den Trümmern der Kirche Sant'Agostino vorbeikam. "Ich wünschte, ich könnte mehr für Sie tun, Ihre Belastbarkeit ist bewundernswert", sagte Charles im Gespräch mit einem Einwohner. 

Für manch einen war aber schon der Besuch aus Großbritannien ein kleiner Trost: "Es war eine wunderbare Geste der menschlichen Wärme, ich war den Tränen nahe", sagte der 75-jährige Carmine Monteforte, der geduldig gewartet hatte, um den Prinzen zu sehen. "Sein Besuch hat ganz bestimmt die Moral der Leute hier gestärkt."

„Es war ein sehr emotionaler Moment“

Die 65-jährige Marina Torredi sagte, sie habe dem Prinzen erzählt, dass sie bei dem Beben ihren Ehemann verloren habe. "Er war sehr bewegt, er hat mich in den Arm genommen", erzählte Torredi. "Es war ein sehr emotionaler Moment."

Der Bürgermeister von Amatrice verzichtete darauf, den Prinzen in die „zona rossa“ zu begleiten: „Ich schaue in die Zukunft. Ich kehre in das historische Zentrum zurück, wenn es wieder aufgebaut ist“, sagte Sergio Pirozzi.

Prinz Charles gedachte der Opfer der Katastrophe.

Bei der Erdbebenserie, die am 24. August vergangenen Jahres begonnen hatte, kamen in der Region knapp 300 Menschen ums Leben, Zehntausende wurden obdachlos. Die Gegend wird immer noch von Erdstößen heimgesucht. Am Samstag hatten zahlreiche Obdachlose für mehr Hilfe demonstriert, weil sie sich von der Regierung alleine gelassen fühlen.

Charles ist mit seiner Frau Camilla derzeit auf Europa-Tour. Höhepunkt des Italien-Besuchs wird eine Audienz bei Papst Franziskus am Dienstag im Vatikan sein. Danach reist das Paar weiter nach Österreich.

dpa/afp

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.