Kachelmann-Prozess: Eltern werden befragt

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Jörg Kachelmann auf dem Weg zu seinem vierten Verhandlungstag am Landgericht Mannheim.

Mannheim - Vor dem Mannheimer Landgericht ist der Prozess gegen Fernsehmoderator Jörg Kachelmann fortgesetzt worden. Die Eltern seines mutmaßlichen Opfers sollen aussagen.

Kann sich das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Blutergüsse selbst beigebracht haben, um die Tat vorzutäuschen? Ein Gutachten der Verteidigung von Fernsehmoderator Jörg Kachelmann legt dies nahe. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge hat jedoch Zweifel an der Unvoreingenommenheit des Experten. Er stellte deshalb am Mittwoch im Prozess vor dem Mannheimer Landgericht einen Befangenheitsantrag gegen Gutachter Bernd Brinkmann. Das Gericht will zu einem späteren Zeitpunkt darüber entscheiden.

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Der 52 Jahre alte Wetterexperte Kachelmann ist angeklagt, in der Nacht zum 9. Februar seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Er selbst beteuert seine Unschuld. Die 37-Jährige hatte unter anderem Blutergüsse an den Schenkeln und eine Verletzung am Hals. Die Verletzung entstand laut Anklage, als Kachelmann ihr ein Küchenmesser an die Kehle drückte.

In Brinkmanns Gutachten wird sowohl bezweifelt, dass der Schweizer der Frau die Halsverletzung während des Geschlechtsverkehrs zugefügt haben kann, als auch, dass Kachelmann ihr die Hämatome zugefügt hat. Begründet wird dies mit der spiegelbildlichen Symmetrie der Blutergüssse. Oltrogge warf dem Gutachter vor, auf ein Szenario hingearbeitet zu haben, “das der Vorstellung seines Auftraggebers entspricht“.

Eltern unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde am Mittwoch auch die 70-jährige Mutter des Opfers gehört. “Ich bin sehr angespannt“, sagte die aschblonde Frau vor der Vernehmung leise. Gehört wurden auch zwei Angestellte des Hotels, in dem Kachelmann am frühen Morgen des 9. Februar eingecheckt hatte, nachdem er von seiner Freundin gekommen war. “Er kam ziemlich spät“, erinnerte sich eine 36-jährige Hotelfachfrau. “Er war freundlich.“ Für sie sei das ein ganz normales Einchecken gewesen. Verletzungen habe sie an ihm nicht bemerkt.

Nach der Aussage einer anderen Angestellten war Kachelmann von 03.30 Uhr bis 10.30 Uhr in dem Hotel eingecheckt. In dem Verfahren wurden in den vorangegangenen Tagen die Anklage und die Aussage des Moderators verlesen. Außerdem wurde eine Tonbandaufnahme des Notrufs des mutmaßlichen Opfers vorgespielt. Auch eine seiner anderen Geliebten hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Im Laufe des Prozesses sollen zunächst weitere Ex-Freundinnen gehört werden, erst danach das 37-jährige mutmaßliche Vergewaltigungsopfer. Kachelmanns Anwälte hatten dieses Vorgehen scharf kritisiert. Dienstaufsichtsbeschwerden seiner Anwälte gegen die ermittelnden Staatsanwälte blieben aber erfolglos.  

dpa

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