Das war Steve Jobs letzter Traum

+
Steve Jobs hat kurz vor seinem Tod noch an einer Luxus-Yacht gebaut.

New York - Das Rätsel um einen der letzten Wünsche von Steve Jobs ist aufgeklärt: Es geht um einen der wenigen Luxus-Träume, die sich der eher bescheiden lebende Apple-Gründer vor seinem frühen Tod noch erfüllen wollte.

Apple-Gründer Steve Jobs hat als todkranker Mann noch an einer Luxus-Yacht gearbeitet, seine Witwe Laurene Powell Jobs bringt das Projekt jetzt zu Ende. Der französische Stardesigner Philippe Starck sei weiterhin daran beteiligt, sagte seine Sprecherin einem Blog des „Wall Street Journal“.

Starck hatte vergangene Woche für Verwirrung gesorgt als er in einem Rundfunk-Interview sagte, er habe in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Jobs an etwas revolutionärem gearbeitet, das in etwa acht Monaten fertig sein solle. Angesichts der aktuellen Gerüchte dachten viele Beobachter gleich an einen Apple-Fernseher. Doch Apple nahm den Spekulationen schnell den Wind aus den Segeln: Starck arbeite nicht an einem Produkt des Konzerns, erklärte das zu Jobs' Zeiten extrem verschlossene Unternehmen prompt.

Steve Jobs (†) im Porträt

Steve Jobs hinterlässt ein großes Erbe: Der Apple-Visionär brachte der Welt den bunten iMac, den iPod, das iPhone und den iPad. © dpa
Jobs machte den Computer zum Bestandteil des modernen Lebens, kultivierte ein minimalistisches Design und brachte ein Sensationsprodukt nach dem anderen auf den Markt, auch wenn die Wirtschaft und seine Gesundheit kriselten. © dpa
Aus Apple machte er das wertvollste Technologieunternehmen der Welt. Er starb am Mittwoch im Alter von 56 Jahren in San Francisco. © dpa
Jobs wurde am 24. Februar 1955 geboren und wuchs bei Adoptiveltern in Kalifornien auf. Sein Studium in Portland brach er nach nur einem Semester ab. “Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen wollte und keine Ahnung, wie mir die Universität hätte helfen können, das herauszufinden“, sagte er später. © dpa
Jobs kehrte nach Kalifornien zurück und erkannte in einem Computerclub das Potenzial der Rechenmaschinen. In der Garage seiner Eltern schraubten er und sein Schulfreund Steve Wozniak ihre erste Kreation zusammen: den Apple I - ein Computer ohne Gehäuse, Tastatur und Monitor. © dpa
Im Jahr darauf folgte ihr erstes Massenprodukt, und mit gerade mal 25 Jahren war Jobs 100 Millionen Dollar wert. © dpa
Jobs erkannte das Potenzial in den Konzepten anderer Firmen und verbesserte es. Er hat mit Apple weder den Computer erfunden noch Abspielgeräte oder Smartphones. Aber Apple schuf daraus Geräte für Menschen, die keine Lust haben, ihre Computer selbst zu programmieren oder technischen Zirkus zu veranstalten, um ihre Geräte am Laufen zu halten. “Wir waren ziemlich schamlos beim Stehlen großer Ideen“, sagte er später. © dpa
1985 wurde Jobs bei Apple aus der Firma gedrängt. Er fühlte sich am Boden zerstört. Doch als Neuanfänger ohne Erfolgsdruck entwickelte er neue Kreativität. © dpa
 Er kaufte George Lucas für zehn Millionen Dollar Pixar ab, das Animationsfilme herstellte. © dpa
Zunächst sah es aus, als entwickele sich Pixar zu einer gewaltigen Geldvernichtungsmaschine, aber dann kam mit “Toy Story“ der große Erfolg. © dpa
Jobs verkaufte das Studio 2006 für einen Aktienanteil im Wert von 7,4 Milliarden Dollar an Disney und wurde so nebenbei zum größten Einzelaktionär des Konzern. © dpa
Schon 1997, als Apple in Schwierigkeiten steckte, kehrte Jobs zurück. Ein Jahr später brachte Apple den iMac mit buntem Plastikgehäuse auf den Markt, zwei Jahre später den iPod, mit dem seine Nutzer 1.000 Songs in die Tasche stecken und abspielen konnten. © dpa
2007 erfand Apple mit dem iPhone das mobile Telefonieren neu, und drei Jahre später kam das iPad. © dpa
Wenn Jobs seine Neuheiten vorstellte, fast immer in ausgewaschenen Jeans und schwarzem Rollkragenpullover, hingen Millionen Apple-Jünger an seinen Lippen. © dpa
Investoren verfolgten seine Auftritte aber auch, um zu sehen, wie es um Jobs' Gesundheit bestellt war. 2004 gab Jobs bekannt, dass er von Bauchspeicheldrüsenkrebs kuriert worden war. © dpa
2009 sah er sich gezwungen, eine sechsmonatige Auszeit zu nehmen, während der ihm eine neue Leber eingepflanzt wurde. Anfang diesen Jahres musste er zum dritten Mal pausieren. © dpa
Im März stellte er zwar noch die zweite Generation des iPad vor, doch im August gab er den Posten des Vorstandsvorsitzenden auf. © dpa
Am Mittwoch, 5. Oktober 2011, gab Apple den Tod des Gründer bekannt. © dpa

Dass Jobs eine Yacht für seine Familie entworfen hatte, war erst mit der kurz nach seinem Tod erschienenen Biografie bekanntgeworden. Jobs zeigte seinem Biografen Walter Isaacson Modelle und Zeichnungen des Schiffs mit einem minimalistischen Design und riesigen Glasflächen. Der krebskranke Apple-Gründer sah das Projekt demnach auch als Teil seines Überlebenskampfes. „Ich weiß, dass es möglich ist, dass ich sterbe und Laurene ein halbfertiges Boot zurücklasse“, sagte er Isaacson. „Aber ich muss weitermachen. Wenn ich es nicht mache, ist es ein Eingeständnis, dass ich am Sterben bin.“ Starck sagte, er habe sich sieben Jahre lang einmal im Monat mit Jobs getroffen.

Die Yacht wird laut bisherigen Informationen von der niederländischen Spezialwerft Feadship gebaut. Mit ihr projektierte Starck unter anderem schon das Luxusschiff „A“ für den russischen Milliardär Andrej Melnitschenko. Diese markante Riesen-Yacht, die an eine Mischung aus U-Boot und Kriegsschiff erinnert, dürfte aber kaum den Geschmack von Jobs getroffen haben.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.