So waren die Red Hot Chili Peppers in Hamburg

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Der Sänger der Red Hot Chili Peppers: Anthony Kiedis.

Hamburg - Seit bald drei Jahrzehnten stehen sie auf der Bühne -die Red Hot Chili Peppers. Am Sonntag waren die Kalifornier in Hamburg zu Gast und haben neben einigen Songs des neuen Albums zahlreiche alte Hits zum Besten gegeben.

Aus den einstigen “Alternative“-Helden sind schon lange Vollprofis geworden: Auch 28 Jahre nach der Bandgründung schaffen es die Red Hot Chili Peppers mit ihrem kraftvollen Funkrock, das Publikum mitzureißen. Am Sonntagabend gastierten die vier Musiker um Frontman Anthony Kiedis (48) - nach dem Europa-Auftakt der Tour am Freitag in Köln - in der Hamburger 02 World. Zu hören gab es Songs der neuen Platte “I'm With You“, sowie zahlreiche alte Hits von “Under The Bridge“ und “Give It Away“ über “Californication“ und “Scar Tissue“ bis “By The Way“. Von den rund 10 000 Fans wurde die Band begeistert gefeiert.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Musikwirkung auf den Körper
Elektropop (z.B. Lady Gaga, Alejandro):  Bei einem Tempo über 72 bmp haben Musikstücke insbesondere auf Frauen aufputschende Wirkung. Frequenz: 80 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Rock/Pop (z. B. U2 – Beautiful Day): Gut für Männer, da sie häufig zu höheren Blutdruck als Frauen neigen. Ihre Leistung wird durch hohe motorische Erregung beeinträchtigt. Aus diesem Grund führen bei Männern tendenziell ruhigere, fließende Klänge zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit. Frequenz: unter 72 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Akustik/Folk/Blues (z. B. Jack Johnson – Wasting Time): Ruft stärkste Reaktion des Körpers hervor, da das Tempo einem verlangsamten Herzrhythmus ähnlich dem Schlafzustand entspricht. Dabei kommt es beim Zuhörer zur größten Entspannung, zur Beruhigung der Atmung und zur Entkrampfung der Muskulatur. Frequenz: 60 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Klassik (z. B. Wolfgang Amadeus Mozart – „Lacrimosa“ aus dem Requiem):  Die klassischen Klänge im langsamen Tempo helfen bei Schlafstörungen und lösen körperliche Verspannungen. Daher wird heute häufig in Zahnarztpraxen oder OP-Sälen klassische Musik zur präoperativen Angstreduktion der Patienten abgespielt. Frequenz: 65 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Oper (z. B. Guiseppe Verdi – „Triumphmarsch“ aus der Aida): Kann die Konzentrationsfähigkeit fördern und sich positiv auf den Blutdruck auswirken. So führte Verdis emotional mitreißende Opernmusik aus Aida in wissenschaftlichen Untersuchungen zu einer Blutdrucksenkung um durchschnittlich 5 mmHg bei den Zuhörern. Frequenz: 100 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Heavy Metal (z. B. Metallica – Enter Sandman): Das Lied beschleunigt die Herz-Kreislauf-Aktivität, da das Tempo dem Herzschlag während höherer Belastungen entspricht. Daher kommt es zu einer aufputschenden Wirkung. Frequenz: über 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Hard Rock (z. B. AC/DC – Highway To Hell): Hard Rock-Musik im schnellen Tempo wie dieser Klassiker kann zum Abbau von Aggressionen beitragen und helfen, Ängste und Frustrationen zu überwinden. Frequenz: im Mittel bei ca. 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Latino-Pop (z. B. Shakira – Waka Waka): Der beschwingte, lateinamerikanische Rhythmus im schnellen Tempo bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und kann helfen, melancholische Augenblicke zu überbrücken. Frequenz: ca. 125 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Chanson (z. B. Beispiel: Udo Jürgens – Aber bitte mit Sahne): Hat einen anregenden Effekt, hilft gegen Müdigkeit. Hat eine Stimmung-aufhellende Wirkung und verbessert die Leistungsfähigkeit. Frequenz: 120 Hz. © dpa
Musikwirkung auf den Körper
Schlager (z. B. Jürgen Drews – Ein Bett im Kornfeld): Das mittlere Tempo erzeugt Ausgeglichenheit und hilft gegen Stress-Symptome. Kann darüber auch motivationssteigernd wirken. Frequenz: 110 Hz. © dpa

Die Kalifornier stehen für energiegeladene Shows. Bassist Flea kam gleich mit nackten Oberkörper und diesmal lilafarbenen Haaren auf die Bühne und auch Sänger Kiedies legte nach mehreren Tanzeinlagen T-Shirt und Unterhemd ab und zeigte seinen muskulösen, mit zahlreichen Tätowierungen geschmückten Körper. Neben den beiden Jugendfreunden spielte Neuzugang Josh Klinghoffer, der den früheren Gitarristen John Frusciante ersetzt. Gemeinsam mit Bassist Flea gelingt es dem 32-Jährigen, der bereits mit Pop-Größen wie Gnarls Barkley oder Beck zusammenspielte, den so typischen Mix aus Funk, Rock und Westcoast-Pop herzustellen.

Kiedis und Flea riefen die Band 1983 in Los Angeles gemeinsam mit Gitarrist Hillel Slovak und den damaligen Schlagzeuger Jack Irons ins Leben. Slovak starb 1988 an einer Überdosis Heroin. Auch andere Bandmitglieder hatten massive Drogenprobleme. Doch trotz zahlreicher Krisen und wechselnder Drummer und Gitarristen, ging es stets weiter mit den Chili Peppers. Und in diesem August erschien das nunmehr zehnte Studioalbum “I'm With You“, das direkt an die Spitze der Charts stürmte.

Die großen Begeisterungsstürme gab es während der Hamburger Show jedoch weniger für die neuen Stücke (“Monarchy Of Roses“, Look Around“), als für die alten Hits. Und die wurden ausreichend geboten: Ob “Tell Me Baby“ oder “Dani California“ von der letzten Doppelplatte “Stadium Arcadium“, über “Californication“ vom gleichnamigen Erfolgsalbum aus dem Jahr 1999 bis hin zu den ersten kommerziellen Hits von “Blood Sugar Sex Magik“, das 1991 von manchen als Meilenstein des Crossover gehandelt wurde.

Nun - 20 Jahre später - rocken einige Fans, die damals noch gar nicht auf der Welt waren, in den ersten Reihen der O2 World zu den frühen Werken. Bei der Erfolgsballade “Under The Bridge“, ist die Halle in lila und blaues Licht getaucht und Feuerzeuge werden gezückt. Vor der Zugabe leitet Drummer Chad Smith eine kraftvolle, afrikanisch angehauchte Trommel-Session ein und ein fulminantes “Give It Away“ schließt die mehr als eineinhalbstündige Show ab.

dpa

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