Erneute Verhandlung ab Mitte Mai

Reisepass fehlt: Prinz von Anhalt darf doch nicht aus dem Gefängnis

+
Prinz Marcus von Anhalt.

Augsburg - Obwohl das Münchner Oberlandesgericht (OLG) den Haftbefehl gegen den 49-Jährigen außer Vollzug gesetzt hat, darf der Bordellbesitzer das Gefängnis in Augsburg vorläufig nicht verlassen.

Das Tauziehen um die Untersuchungshaft des wegen Steuerhinterziehung angeklagten Marcus Prinz von Anhalt geht weiter. Obwohl das Münchner Oberlandesgericht (OLG) den Haftbefehl gegen den 49-Jährigen außer Vollzug gesetzt hat, darf der Bordellbesitzer das Gefängnis in Augsburg vorläufig nicht verlassen. Grund ist ein fehlender Reisepass, wie eine Augsburger Justizsprecherin und der Anwalt des Angeklagten am Donnerstag übereinstimmend berichteten.

Das Landgericht in Augsburg will ab 17. Mai wieder gegen Prinz von Anhalt verhandeln, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) das erste Urteil aufgehoben hat. Es hatte den Mann zu vier Jahren Gefängnis wegen Hinterziehung von mehr als 800 000 Euro verurteilt, weil er unzulässig seine Luxusautos von der Steuer abgesetzt haben soll. Der BGH monierte die Strafhöhe und verwies den Fall nach Augsburg zurück.

"Sämtliche Ausweisdokumente" müssten vorgelegt werden

Nachdem das Gericht wegen Fluchtgefahr erneut die Untersuchungshaft für den 49-Jährigen anordnete, legte das OLG in dieser Woche die Auflagen fest, unter denen Prinz von Anhalt auf der U-Haft darf. Die Kaution von 200 000 Euro hat der Angeklagte bezahlt. Doch das Landgericht verlangt auch die Vorlage eines dritten Reisepasses, den es laut dem Angeklagten nicht gibt. Die Freilassung werde Prinz von Anhalt daher „zurzeit zu Unrecht verwehrt“, kritisierte sein Rechtsanwalt Patrick-Marvin Rehkatsch. Die Gerichtssprecherin wies dies zurück: Die Augsburger Justiz halte sich nur an die Auflage des OLG, wonach „sämtliche Ausweisdokumente“ vorgelegt werden müssten.

Geboren wurde Prinz von Anhalt unter dem Namen Marcus Eberhardt. Den adelig klingenden Namen hat er von Frederic Prinz von Anhalt gekauft.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.