Schauspielerin Doris Schade (88) gestorben

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Doris Schade ist tot

München - Die vielfach ausgezeichnete Grande Dame des Münchner Theaters, Doris Schade, ist tot. Die Schauspielerin starb am Montagabend in München.

„Sie ist friedlich in ihrer Wohnung im Kreis ihrer Familie eingeschlafen“, sagte ihre Agentin Claudia Spies am Dienstag. Jahrzehntelang zählte Schade zu den wichtigen Protagonistinnen auf deutschsprachigen Bühnen. Ihr Debüt gab die am 21. Mai 1924 im thüringischen Frankenhausen geborene Schauspielerin am Stadttheater im niedersächsischen Osnabrück als Luise in Schillers „Kabale und Liebe“. Es folgten weitere Engagements unter anderem in Bremen, Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und am Burgtheater in Wien. 1962 kam sie erstmals an die Münchner Kammerspiele, zehn Jahre später gastierte Schade zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen und ging anschließend für fünf Jahre an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Nach dem kurzen Gastspiel kehrte sie 1977 nach München und an die Kammerspiele zurück.

Seit ihrer ersten Rolle als Desdemona in Shakespeares „Othello“ an der Seite von Rolf Boysen begeisterte sie dort jahrelang das Publikum. Bis vor wenigen Jahren stand sie dort noch für den Liederabend „Denn alle Lust will Ewigkeit“ auf der Bühne.

Wie nur wenigen in ihrem Beruf gelang es ihr, sich in die vielfältigsten Frauengestalten der verschiedensten Gesellschaftsschichten zu verwandeln. Sie brillierte in der Arbeit mit Regisseuren wie Dorn, Ernst Wendt und Hans Lietzau, Fritz Kortner, Claus Peymann oder Peter Zadek und wirkte - ganz nebenbei - auch noch in zahlreichen Filmen mit. 1980 bekam sie in Margarethe von Trottas "Die bleierne Zeit" ihre erste Filmrolle. In Rainer Werner Fassbinders „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ oder „Jenseits der Stille“ von Regisseurin Caroline Link war sie ebenfalls zu sehen. Zuletzt sah man sie als Oma Slättberg in der Mädchenfilmreihe „Die wilden Hühner“ auf der großen Leinwand.

1986 erhielt Schade den Gertrud-Eysoldt-Ring als beste Schauspielerin, 1993 das Bundesverdienstkreuz und 1999 mit den Maximilians-Orden für Wissenschaft und Kunst. 2002 wurde sie mit dem Bayerischen Theaterpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

dpa

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