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Sexismus und Doppelmoral: Marianne Rosenberg kritisiert Musikbranche scharf

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Von: Jonas Erbas

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Schlagerstar Marianne Rosenberg im glitzernden Outfit auf der Bühne (Fotomontage)
Marianne Rosenberg fand in einem Interview deutliche Worte, um Kritik an der Musikbranche zu üben (Fotomontage) © Malte Krudewig/Christophe Gateau/dpa

Seit Jahrzehnten steht Marianne Rosenberg erfolgreich auf der Bühne. Trotzdem – oder womöglich gerade deshalb – geht die Schlagersängerin mit der Musikbranche nun hart ins Gericht. Als Frau habe man es dort erheblich schwerer, so die Kritik der 67-Jährigen.

Berlin - Seit den 1970ern zählt Marianne Rosenberg zu den prägendsten Schlagerstars (alle Schlagernews im Überblick), welche die Bundesrepublik je erblickt hat. Doch die 67-Jährige, die kommenden Freitag (8. Juli) ihr neues Album „Diva“ veröffentlichen wird, hatte es nicht immer einfach: Als Frau habe man ihr in der Branche oft Steine in den Weg gelegt, so ihre eindeutige Kritik.

Marianne Rosenberg beklagt Sexismus in Musikbranche – Schlagerstar wurde „vollkommen unterschätzt“

Eines steht für Marianne Rosenberg (die erfolgreichsten deutschen Schlagersänger aller Zeiten) ganz klar fest: In der Musikwelt haben man sie „vollkommen unterschätzt“ – aus dem ebenso simplen wie stumpfsinnigen Grund, dass sie eine Frau ist: „Die eigene Arbeit zu machen, Musik zu schreiben, Musik zu produzieren, die Etats reinzuholen – das hat lange gedauert, bis man mir das anvertraut hat“, berichtet die 67-Jährige in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Als Frau muss man 20.000 Mal lauter brüllen und Theater machen, um überhaupt gesehen zu werden und sich durchzusetzen“, kritisiert die „Er gehört zu mir“-Interpretin die Zustände innerhalb der Branche und zeigt damit, wie tief verwurzelt das Sexismusproblem in dieses war und wohl immer noch ist.

Lob für deutsche Rapperinnen – Schlagersängerin Marianne Rosenberg äußert Bewunderung

Lobende Worte hatte Marianne Rosenberg (die Künstlernamen der großen Schlagerstars und ihre echten Namen) dahingegen für die vielen Rapperinnen übrig, welche die deutsche Musiklandschaft derzeit stimm- und wortgewaltig umkrempeln: „Auch wenn ich manchmal sage, dieses Vokabular, was ihr euch von den Männern holt, stellt teilweise eine eigene Diskriminierung dar – was diese jungen Frauen aber nicht so empfinden. Es ist eine andere Generation, die gehen ihren eigenen Weg.“

An eben diesen Künstlerinnen sollten sich auch einige ihrer Kolleginnen orientieren, so die 67-Jährige: „Die älteren Frauen ducken sich alle weg und versuchen so unauffällig wie möglich, Reparaturen an sich durchzuführen, damit sie noch irgendwie geduldet werden auf der Bühne.“ In Sachen Powerfrauen muss sich der deutsche Schlager dennoch nicht verstecken: Andrea Berg und Vanessa Mai machen nun nämlich endlich gemeinsame Sache und veröffentlichen bald eine Single. Verwendete Quellen: Deutsche Presse-Agentur

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