Schleichwerbung? ZDF prüft Film mit Dennenesch Zoudé

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Darum geht's bei den Schleichwerbungs-Vorwürfen: Dennenesch Zoudé stellt ihr Parfüm "Iwalewa" vor.

Mainz - Ein neuer Verdacht von Schleichwerbung beschäftigt das ZDF. Im Mittelpunkt: Die Schauspieler Dennenesch Zoudé und Hardy Krüger sowie ein Parfüm.

Zoudé (44), die neben Hardy Krüger senior im Film “Familiengeheimnisse“ (7,24 Millionen Zuschauer) am Sonntag mitwirkte, präsentierte darin ein Parfüm, dessen Logo auffällig dem ihrer Kosmetikserie aus dem echten Leben ähnelte. Nach Angaben eines ZDF-Sprechers vom Mittwoch beschäftigt sich nun die “Clearingstelle“ des Senders mit dem Fall. Zoudés Agentin Renate Landkammer sprach davon, es habe “keine Absicht“ vorgelegen.

“Wir hätten dies nicht akzeptiert, wenn wir davon gewusst hätten“, sagte der ZDF-Sprecher weiter. Auf der Homepage der Firma Body Cosmetics International GmbH wirbt Zoudé für ihre Kosmetikserie vor dem Logo mit einer goldenen Akazie vor grauem Hintergrund und dem Schriftzug “Iwalewa - Essence of Africa“. Im Film ist auf dem Parfüm- Logo auch eine goldene Akazie vor grauem Hintergrund zu erkennen. Dort heißt das Produkt aber “Ayana“. Landkammer sagte, die “Schirmakazie“ sei ganz allgemein ein Symbol Afrikas. Man habe für diesen Zweck keinen Affenbrotbaum oder Elefanten auswählen können, weil diese andere Assoziationen weckten.

Geheimnisse aus der "Lindenstraße"

A-dresse – Das große Astor-Kino am Ende der Kulisse erhielt die Adresse „Ulrike-Böss-Straße“, um der 2002 jung verstorbenen WDR-Szenenbildnerin Ulrike Böss zu gedenken. © dpa
B-abys – Die Schauspieler Julia Stark und Johannes Scheit spielen ihre Rollen Sarah Ziegler und Tom Ziegler, seit sie Babys waren. Scheit hatte seinen ersten Auftritt in der Serie, als er sieben Monate alt war und Stark wurde im Casting für die Serie ausgewählt, als sie ein Jahr alt war. © dpa
D-rei – Hausnummer, in der die wichtigsten Lindensträßler leben, allerdings fehlt ein Stockwerk. Die Dachwohnung gibt es nur im Studio. © dpa
E-lses Abschied: Kurz vor ihrem Tod hört Else Kling in Folge 1069 eine Stimme. Die gehörte dem Serienerfinder Hans W. Geißendörfer, der also seine Serienfigur zu sich gerufen hat. © dpa
F-amilienbande – Es gibt auch echte Verwandschaft in der Lindenstraße: Bill Mockridge spielt seit 1991 Erich Schiller, im Herbst 2007 folgte ihm sein Sohn Jeremy in die Serie. Er spielt nicht seinen Sohn, sondern Nico Zenker (momentan nicht dabei). Und: Irene Fischer (Anna Ziegler) ist mit dem Regisseur Dominikus Probst verheiratet. © dpa
H-ollywood – Obwohl die von Til Schweiger verkörperte Figur Jo Zenker 1992 aus der Serie verschwand, wird die Figur in Dialogen noch erwähnt. Dabei heißt es, dass „Jo in Hollywood“ sei. Eine Anspielung auf Schweigers Filmkarriere nach seinem Ausstieg aus der Lindenstraße. Dana Schweiger (damals noch Dana Carlson) spielte in den Folgen 489 und 490 die Rolle der Pat Wollfson. © dpa
I-nternet – Wenn ein Lindenstraßen-Bewohner im Internet eine Homepage einrichtet, dann existiert sie stets auch in der Realität. Die von Hajo Scholz und Andy Zenker ins Leben gerufene Seite zum „Stromwechsel“ ist auch heute noch erreichbar, ebenso das Weblog von Andy und Gabi Zenker, eingerichtet anlässlich eines längern Italien-Aufenthalts. © dpa
K-indergarten – Für die Mitarbeiterkinder der Lindenstraße gibt es einen eigenen Kindergarten direkt am Set. Der Kindergarten befindet sich in unmittelbarer Nähe der Garderoben im ersten Stockwerk. Dazu kommt der Spielplatz, der sich in der Außenkulisse direkt hinter der Villa Dressler befindet. © dpa
L-ippenbekenntnis – Der erste homosexuelle Kuss im deutschen Fernsehen fand nicht 1991 zwischen Carsten und Theo statt, sondern schon 1990 zwischen Carsten und Robert. Die ARD schnitt die Szene damals aber raus, weil die Folge wegen der Fußball-WM schon um 16 Uhr lief und Kinder zusahen. © dpa
N-achbarn – Auch die anderen Eingänge der Straße sind bewohnt: Laut Klingelschild arbeitet in Nummer 1 Dr. jur. F. Pankov (Anlageberater), in Nummer 4 gibt es Antiquitäten, in Nummer 6 logiert Pro Familia. © dpa
P-enner – Die von Harry Rowohlt verkörperte Rolle des Hartmut Rennep hat einen versteckten Gag: Liest man seinen Nachnamen Rennep rückwärts, kommt Penner heraus. © dpa
Quoten – Die Lindenstraße ist im Jahr 2010 so erfolglos wie nie zuvor: Statt ehemals weit über zehn Millionen schauten im bisherigen Jahr nur 3,11 Millionen Leute zu. © dpa
R-uhestätte – Den Set-Friedhof (wo zum Beispiel die Schildknechts begraben sind) gibt es nicht mehr – mittlerweile sind zu viele Serienfiguren gestorben. Falls jetzt in der Serie ein Lindensträßler stirbt, ist die Beerdigung auf einem echten Friedhof. © dpa
U-nbekanntes – Was die Bewohner nicht wissen: Steinbrück wurde von Lisa mit der Bratpfanne ermordet und Carsten hat seine Doktorarbeit gekauft. © dpa
Z-eitsprung – Die Lindenstraße ist in den Dreharbeiten der realen Zeit immer drei bis vier Monate voraus. Texte: lay © dpa

Vom ZDF hieß es, dass dem Sender eine Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit nicht aufgefallen sei, weil es sich bei Zoudés Kosmetik um kein “bekanntes Markenprodukt“ handele. Laut Rundfunkstaatsvertrag ist es den Sendern untersagt, Produktplatzierung gegen Geld vorzunehmen; und wenn gesponserte Produkte in einem Film verwendet werden - beispielsweise Autos - muss dies im Filmabspann ausdrücklich erwähnt werden. Zumindest dies ist nicht geschehen.

Der Film “Familiengeheimnisse“ wurde inszeniert von Zoudés Ehemann Carlo Rola. Produziert wurde er von Oliver Berben und seiner Firma Moovie the art of entertainment. Zumindest einmal wurde Berben schon kritisch beobachtet, als in einer Israel-Dokumentation beim ZDF seiner Mutter Iris im Jahr 2004 auffällig oft ein Geländewagen eines deutschen Autokonzerns durchs Bild kurvte. Demnächst steht der Produzent wieder im ZDF auf dem Programm: Am 31. Januar soll der Film “Meine Familie bringt mich um“ laufen - mit Iris Berben.

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben in den vergangenen Jahren wiederholt wegen nicht erlaubter Werbung in der Kritik gestanden: Zum Beispiel die ARD und ihre Serie “Marienhof“ und auch das ZDF, als Andrea Kiewel in einer Talkshow auf ein Diätunternehmen hinwies, mit dem sie vertraglich verbunden war. Der Sender trennte sich darauf von der Moderatorin. Inzwischen hat sie wieder den ZDF-“Fernsehgarten“ übernommen.

dpa

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