Schluss mit Schimpfen: Der Streit um Katja Riemanns TV-Auftritt

Sie werden keine Freunde mehr: Schauspielerin Katja Riemann ...

Hinnerk Baumgarten ahnte selbst nicht, wie recht er haben würde mit seiner Ankündigung, die er Donnerstag auf seiner Facebook-Seite postete. „Katja Riemann heute Abend auf dem Roten Sofa!“, kündigte der Moderator des NDR-Magazins „DAS!“ an und prophezeite: „Wir haben eine wunderbare Überraschung für Sie.“

Seit einer Woche reden alle über diese Überraschung, die allerdings anders ausfiel, als Baumgarten sich das gedacht hatte. Sein Interview mit der Schauspielerin ging komplett daneben, weil sich Riemann den mehr oder weniger doofen Fragen des Gastgebers verweigerte. Der elf Minuten lange Zusammenschnitt der Sendung, den der Blogger Stefan Niggemeier ins Netz gestellt hat, wurde mehr als 1,1 Millionen Mal angeklickt. Riemanns Homepage sowie ihre Facebook-Seite brachen unter Beschimpfungen zusammen.

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Nun hat sich die 49-Jährige erstmals zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief auf ihrer Website an „liebe Freunde, liebe Mitbürger“ schreibt sie, dass sie immer noch nicht begreifen kann, welcher Häme sie seit ihrem „DAS!“-Auftritt ausgesetzt ist. „Ich habe wahrhaft bessere Interviews gegeben“, gesteht sie, aber zu einem Tango brauche es immer zwei. Der NDR habe Verabredungen nicht eingehalten, was dieser bestreitet, und Baumgarten wirft sie Eitelkeit vor: „Es ist irre lustig, wenn ein Moderator zwischen den Gesprächen sich in der Kamera spiegelt und laut äußert, wie geil er aussieht.“

... und Moderator Hinnerk Baumgarten.

Das eigentliche Problem des Auftritts, der stellvertretend für den Medien- und Unterhaltungsbetrieb steht, ist jedoch nicht die Eitelkeit des 43 Jahre alten Fragestellers. Das Problem ist, dass Leute wie Baumgarten sich nicht für die Menschen interessieren, die sie interviewen. Er hatte nicht einmal beide Filme vorab gesehen, wegen denen Riemann bei ihm zu Gast war.

Thomas Gottschalk war mit dieser Methode jahrelang erfolgreich. Stars, auch wenn sie divenhaft sein mögen wie die angeblich schwierige Schauspielerin Riemann, müssen sich dieser Ignoranz unterordnen, wenn sie wahrgenommen werden wollen. Verweigern sie sich dem Betrieb, bläst ein Shitstorm auf sie zu. Solche Stürme aus Scheiße gab es auch schon früher. Götz George wurde 1998 wochenlang beschimpft, weil er Gottschalks Fragen bei „Wetten, dass ..?“ zu blöd fand.

Damals wie heute wäre ein bisschen mehr Gelassenheit angesagt. Katja Riemann schließt ihren Brief passenderweise mit dem Satz: „Wir alle werden überleben, bis wir tot sind.“

Von Matthias Lohr

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