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Schubeck droht Gefängnisstrafe – und steht vor den Trümmern seines Lebenswerkes

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Von: Moritz Serif

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Star-Koch Alfons Schuhbeck soll 2,3 Millionen Euro hinterzogen haben. Bereits bei einer Million gibt es laut BGH-Urteil von 2012 Haft ohne Bewährung.

München – Vor dem Landgericht München I wird es am Donnerstag (27. Oktober) ernst für Alfons Schuhbeck. Denn dann soll sich entscheiden, ob der Star-Koch wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ins Gefängnis muss. „Ich habe einiges falsch gemacht“, hatte der 73-Jährige gesagt und sein Geständnis damit eingeleitet. „Ich habe mir, meinen Freunden und Bekannten und auch meinen Verteidigern bis zuletzt etwas vorgemacht, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass ich unternehmerisch gescheitert bin.“ Sein Küchenpersonal streikte beispielsweise wegen ausbleibender Zahlungen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schuhbeck vor, unter anderem mithilfe eines Computerprogramms Einnahmen am Finanzamt vorbeigeschleust zu haben. Insgesamt geht es um mehr als 2,3 Millionen Euro an Steuern, die Schuhbeck so zwischen 2009 und 2016 im „Orlando“ und den „Südtiroler Stuben“ hinterzogen haben soll.

Schuhbeck droht Haftstrafe ohne Bewährung

Nach Schuhbecks zweiteiligem Geständnis stellt sich nun wohl nicht mehr die Frage, ob er wegen Steuerhinterziehung verurteilt wird, sondern wie hoch seine Strafe ausfällt. Denn nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) aus dem Jahr 2012 droht ab einer Summe von einer Million Euro an hinterzogener Steuer eine Haftstrafe ohne Bewährung.

„Ich möchte das Gericht jedoch auch bitten, mir zu glauben, dass die Höhe der stornierten Rechnungen in den Südtiroler Stuben nicht so hoch war, wie es mir bisher vorgeworfen wird“, sagte Schuhbeck in seinem Geständnis. Von mehr als 1000 verschwundenen Rechnungsnummern gehen die Behörden aus. Allerdings hatte Schuhbeck auch von technischen Schwierigkeiten beim Erfassen der Rechnungen berichtet.

Alfons SCHUHBECK bei seinem Prozess vor Gericht in München.
TV-Koch Alfons Schuhbeck muss sich aktuell wegen Ermittlungen gegen ihn vor Gericht verantworten. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Schuhbeck bittet das Gericht um Überprüfung

Er bitte das Gericht, „eindringlich, die Höhe der stornierten Rechnungen noch einmal kritisch zu überprüfen“, sagte Schuhbeck. Aber: „Leider ist es mir nicht mehr möglich, hierfür weitere Unterlagen vorzulegen.“ Unabhängig von einem Urteil hat der Prozess bereits berufliche Konsequenzen für den TV-Koch gehabt, der schon im vergangenen Jahr Insolvenz für seine Betriebe angemeldet hatte.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat Schuhbecks Kochsendungen wegen des Verhandlungsverlaufs vorerst aus dem TV-Programm genommen, wie der Sender einen Tag nach Schuhbecks erstem Geständnis mitgeteilt hatte. Aktuell seien zudem keine weiteren Produktionen geplant. Am zweiten Prozesstag hatte Schuhbeck gesagt: „Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es sofort tun“. Er fügte hinzu: „Ich stehe vor den Trümmern meines Lebenswerkes.“ (mse/dpa)

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