Sienna Miller: " Das waren furchterregende Methoden" 

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Sienna Miller fühlte sich von der britischen Presse verfolgt.

London - Schauspielerin Sienna Miller leidet bis heute unter ihren Erfahrungen mit den aufdringlichen und teils illegalen Methoden der britischen Presse.

“Ich war in einem wahren Netz von Überwachung gefangen“, sagte die Britin am Donnerstag vor einem Ausschuss zur Neuregelung des britischen Pressekodex. Um die Jahre 2005 bis 2008 hätten Reporter der mittlerweile eingestellten Zeitung “News of the World“ trotz vieler Nummernwechsel ihre Telefone abgehört, ihre E-Mail-Passwörter geknackt und Fotografen auf sie gehetzt. Sie habe unter Angstzuständen und Paranoia gelitten.

Furchterregende Methoden

Die Beobachtung durch die Paparazzi nannte Miller furchterregend. “Mehrere Jahre lang wurde ich schonungslos von zehn bis 15 Männern verfolgt, fast täglich“, sagte sie. Sie sei “angefaucht“ und “verbal misshandelt“ worden.

Oft seien sehr persönliche Geschichten über sie erschienen, von denen außer den engsten Freunden und Familienmitgliedern eigentlich niemand gewusst haben könne. “Ich habe meine Freunde und meine Familie beschuldigt, Geschichten zu verkaufen, und sie wiederum haben sich auch gegenseitig beschuldigt“, sagte Miller. “Ich fühle mich schrecklich, weil ich Leute beschuldigt habe, die eher sterben würden, als mich zu betrügen.“

Die erste Opferentschädigung

Miller wurden im Mai dieses Jahres als erstem Opfer des Abhörskandals von einem Gericht 100 000 Pfund (116 000 Euro) Entschädigung zugesprochen. Bei “News of the World“ waren jahrelang Telefone von Prominenten, Mitarbeitern des Königshauses und sogar Mordopfern angezapft worden. Das Blatt, das zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehört, wurde im Juli eingestellt. Der richterliche Ausschuss soll neue Wege für die Presseethik in Großbritannien festlegen.

"Es war beängstigend."

Ihr Vorgehen gegen den Konzern News Corp. von Medienmogul Rupert Murdoch, zu dem “News of the World“ gehörte, sei keine einfache Entscheidung gewesen, sagte Miller. “Ich war sehr nervös, gegen ein Imperium anzutreten, das reicher und wesentlich mächtiger war, als ich es jemals sein werde. Es war beängstigend.“

Zuvor hatte bereits Hollywood-Schauspieler Hugh Grant vor dem Ausschuss ausgesagt. Noch am Donnerstag sollte “Harry-Potter“-Autorin J.K. Rowling als Zeugin aussagen.

dpa/dapd

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