Steve Jobs: Das waren seine letzten Worte

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Steve Jobs starb am 5. Oktober 2011 an den Folgen seines Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Palo Alto - In einer bewegenden Trauerrede nahm Mona Simpson Abschied von ihrem Bruder Steve Jobs. Sie gewährte tiefe Einblicke in sein Leben und verriet seine letzten Worte.

Am 16. Oktober fand Steve Jobs' Trauerfeier in der Memorial Church der Stanford University statt. In einer sehr emotionalen Trauerrede erzählte Mona Simpson aus dem Leben ihres verstorbenen Bruders. Die Schriftstellerin und Professorin für englische Sprache war schon 25 Jahre alt, als sie ihn kennen lernte.

Die "New York Times" veröffentlichte die Rede

Sie erzählte den Trauernden, dass Steve Jobs kurz vor seinem Tod seine Schwester Patty, seine Lebenspartnerin Laurence und seine Kinder ansah, und dann über ihre Schultern hinweg. Ins Leere gerichtet waren seine letzten Worte: "OH WOW. OH WOW. OH WOW."

"Dienstagmorgen rief er mich an und bat mich schnell nach Palo Alto zu kommen. Er klang zärtlich, liebevoll, aber wie jemand dessen gepackte Koffer schon im Auto warten, der schon am Anfang einer Reise ist. Wie jemand, dem es sehr leid tut, uns verlassen zu müssen."

Seine Schwester erinnerte sich daran, dass es den Anschein hatte, als würde er in seinen letzten Minuten aufsteigen: "Sein Atem ließ auf eine anstrengende Reise schließen, einen steilen Weg, Höhe."

Steve Jobs (†) im Porträt

Steve Jobs hinterlässt ein großes Erbe: Der Apple-Visionär brachte der Welt den bunten iMac, den iPod, das iPhone und den iPad. © dpa
Jobs machte den Computer zum Bestandteil des modernen Lebens, kultivierte ein minimalistisches Design und brachte ein Sensationsprodukt nach dem anderen auf den Markt, auch wenn die Wirtschaft und seine Gesundheit kriselten. © dpa
Aus Apple machte er das wertvollste Technologieunternehmen der Welt. Er starb am Mittwoch im Alter von 56 Jahren in San Francisco. © dpa
Jobs wurde am 24. Februar 1955 geboren und wuchs bei Adoptiveltern in Kalifornien auf. Sein Studium in Portland brach er nach nur einem Semester ab. “Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen wollte und keine Ahnung, wie mir die Universität hätte helfen können, das herauszufinden“, sagte er später. © dpa
Jobs kehrte nach Kalifornien zurück und erkannte in einem Computerclub das Potenzial der Rechenmaschinen. In der Garage seiner Eltern schraubten er und sein Schulfreund Steve Wozniak ihre erste Kreation zusammen: den Apple I - ein Computer ohne Gehäuse, Tastatur und Monitor. © dpa
Im Jahr darauf folgte ihr erstes Massenprodukt, und mit gerade mal 25 Jahren war Jobs 100 Millionen Dollar wert. © dpa
Jobs erkannte das Potenzial in den Konzepten anderer Firmen und verbesserte es. Er hat mit Apple weder den Computer erfunden noch Abspielgeräte oder Smartphones. Aber Apple schuf daraus Geräte für Menschen, die keine Lust haben, ihre Computer selbst zu programmieren oder technischen Zirkus zu veranstalten, um ihre Geräte am Laufen zu halten. “Wir waren ziemlich schamlos beim Stehlen großer Ideen“, sagte er später. © dpa
1985 wurde Jobs bei Apple aus der Firma gedrängt. Er fühlte sich am Boden zerstört. Doch als Neuanfänger ohne Erfolgsdruck entwickelte er neue Kreativität. © dpa
 Er kaufte George Lucas für zehn Millionen Dollar Pixar ab, das Animationsfilme herstellte. © dpa
Zunächst sah es aus, als entwickele sich Pixar zu einer gewaltigen Geldvernichtungsmaschine, aber dann kam mit “Toy Story“ der große Erfolg. © dpa
Jobs verkaufte das Studio 2006 für einen Aktienanteil im Wert von 7,4 Milliarden Dollar an Disney und wurde so nebenbei zum größten Einzelaktionär des Konzern. © dpa
Schon 1997, als Apple in Schwierigkeiten steckte, kehrte Jobs zurück. Ein Jahr später brachte Apple den iMac mit buntem Plastikgehäuse auf den Markt, zwei Jahre später den iPod, mit dem seine Nutzer 1.000 Songs in die Tasche stecken und abspielen konnten. © dpa
2007 erfand Apple mit dem iPhone das mobile Telefonieren neu, und drei Jahre später kam das iPad. © dpa
Wenn Jobs seine Neuheiten vorstellte, fast immer in ausgewaschenen Jeans und schwarzem Rollkragenpullover, hingen Millionen Apple-Jünger an seinen Lippen. © dpa
Investoren verfolgten seine Auftritte aber auch, um zu sehen, wie es um Jobs' Gesundheit bestellt war. 2004 gab Jobs bekannt, dass er von Bauchspeicheldrüsenkrebs kuriert worden war. © dpa
2009 sah er sich gezwungen, eine sechsmonatige Auszeit zu nehmen, während der ihm eine neue Leber eingepflanzt wurde. Anfang diesen Jahres musste er zum dritten Mal pausieren. © dpa
Im März stellte er zwar noch die zweite Generation des iPad vor, doch im August gab er den Posten des Vorstandsvorsitzenden auf. © dpa
Am Mittwoch, 5. Oktober 2011, gab Apple den Tod des Gründer bekannt. © dpa

Mona Simpson kam noch rechtzeitig und fand Steve mit seiner Frau Laurence scherzend vor. Doch im Laufe des Tages verschlechterte sich sein Zustand. Das Computer-Genie schaffte es noch durch die Nacht. Dann starb er ihm Kreise seiner Liebsten.

ikr

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