Strafminderung für Pop-Ikone sorgt für Aufschrei

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Svetlana Raznatovic

Belgrad - Eine Abmachung zwischen der Schlagerikone Svetlana Raznatovic und der serbischen Staatsanwaltschaft zur Strafminderung hat zu einem Aufschrei in den Medien des Landes geführt.

“Ceca“ musste sich in Belgrad vor Gericht wegen Korruption und Waffenbesitzes verantworten. Die 38-Jährige soll als Vereinspräsidentin des Erstligavereins Obilic bei einem Verkauf von zehn Fußballern knapp fünf Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt haben.

Nach dem Deal soll “Ceca“ nun eineinhalb Millionen Euro zahlen und ein Jahr lang mit elektronischer Fußfessel im Hausarrest in ihrer Luxusvilla bleiben. Eine Strafe für den illegalen Besitz von elf Pistolen wurde komplett fallen gelassen. Innenminister Ivica Dacic, der mit der 38-jährigen eng befreundet ist, bestritt, in diese Abmachung verwickelt zu sein.

“Als ob Justitia eine Genossin von Ceca wäre“, titelte die Zeitung “Politika“. Die Belgrader Zeitung “Danas“ zeigt Svetlana in einer Karikatur singend auf einem Tisch im Gerichtssaal, während ihr die schwer angetrunkenen Richter zujubeln. Leser schrieben entsetzte Kommentare, Rechtsanwälte kritisierten diese “politische Entscheidung“.

Die Witwe des im Jahr 2000 ermordeten berüchtigten serbischen Freischärlerführers Zeljko Raznatovic (“Arkan“) ist seit fast 20 Jahren ein Popstar in den Balkanländern. Nach dem Mord am ersten demokratisch gewählten Regierungschef Zoran Djindjic 2003 hatte die Sängerin wegen ihrer Kontakte ins kriminelle Milieu mehrere Monate in Untersuchungshaft gesessen, die ihr jetzt sogar auf den Hausarrest angerechnet werden. Die seit diesem Zeitpunkt laufenden Ermittlungen waren nach Medienangaben acht Jahre verschleppt worden.

dpa

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