Goldjungs für den Nachwuchs

Studenten-Oscars für drei deutsche Regisseure

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Ilker Catak kann sein Glück noch gar nicht fassen.

Los Angeles - Vorhang auf für den Nachwuchs: Bei den Studenten-Oscars war der deutsche Film gleich dreimal erfolgreich.

Drei deutsche Nachwuchsregisseure haben die Studenten-Oscars in der Sparte „Ausländischer Film“ gewonnen. Wie die Oscar-Akademie in Beverly Hills am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, setzten sich die Filme „The Last Will“ von Dustin Loose, „Everything Will Be Okay“ von Patrick Vollrath und „Fidelity“ von Ilker Çatak gegen die internationale Konkurrenz durch. Mit den Studenten-Oscars ehrt die Akademie seit 1972 Auslands-Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA.

Loose kommt von der Filmakademie Baden-Württemberg. In seinem Kurzfilm, der im Original „Erledigung einer Sache“ heißt und auch beim Festival in Hof lief, geht es um eine tragische Familiengeschichte. Ludwig Trepte spielt einen jungen Mann, der das erste Mal seinem totgeglaubten Vater begegnen soll. Dieser lebt aber seit mehr als 25 Jahren in der Psychiatrie, weil er seinen Bruder getötet hat. „Wir sind erst mal völlig überwältigt“, sagte Loose am Mittwoch, nachdem er von dem Preis erfahren hatte.

Vollrath (Filmakademie Wien) erzählt in „Alles wird gut“ die Geschichte eines geschiedenen Vaters, der seine Tochter für ein gemeinsames Wochenende abholt. Diese merkt aber, dass etwas nicht stimmt. „Ein berührender Film“, urteilte Michael Haneke. Beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken wurde die Produktion als bester mittellanger Film geehrt.

Der Film von Çatak (Hamburg Media School) spielt 2014 in Istanbul, als dort auf den Straßen demonstriert wird. Eine Ärztin nimmt einen Polit-Aktivisten auf, was sie und ihre Familie ins Visier der Polizei bringt. „Fidelity“ gewann beim Max-Ophüls-Festival den Kurzfilmpreis. Der 31-Jährige kann sein Glück noch gar nicht fassen. „Das ist ein wahnsinniges Hochgefühl, zu wissen, dass der Film sein Publikum findet und die Leute universell berührt“, sagte der Filmemacher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gratulierte dem Nachwuchs: „Dies ist eine schöne Bestätigung der hohen Qualität und internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Filmkünstler sowie ein starkes Zeichen für die Zukunft des deutschen Films.“

Auch Filmemacher aus Belgien, Mexiko, England und Schweden waren für die Nachwuchs-Oscars nominiert. Sieben junge Regisseure hatten es zunächst in die Endrunde geschafft. Die drei deutschen Gewinner können die Preise am 17. September in Los Angeles in Empfang nehmen. Erst bei der Verleihung wird bekannt, wer von ihnen den Oscar in Gold, Silber oder Bronze erhält.

dpa

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