Liz Taylor lässt ein letztes Mal warten

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Nur einen Tag nach ihrem Tod ist die Hollywood-Legende Elizabeth Taylor am Donnerstagnachmittag auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn beigesetzt worden, wo auch ihr enger Freund Michael Jackson ruht.

Los Angeles - Die Film-Ikone Elizabeth Taylor wurde am Donnerstag neben vielen Stars beigesetzt. Zu Lebzeiten oft unpünktlich, lässt die Diva auch die Gäste ihrer Beisetzung warten.

Es war ein leiser Abschied für einen Star, der mit Schönheit und Skandalen, Männern und Juwelen, Gebrechen und Großzügigkeit Jahrzehnte im Rampenlicht verbracht hat. Nur einen Tag nach ihrem Tod ist die Hollywood-Schauspielerin Elizabeth Taylor ganz privat - nur vor den Augen von Verwandten und engsten Freunden - auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn Memorial Park in Glendale bei Los Angeles beigesetzt worden. Doch ganz im Stil einer großen Diva hat Liz Taylor auch ihren Abgang mit einem Witz orchestriert.

Auf ihren ausdrücklichen Wunsch begann die für 14 Uhr angesetzte Zeremonie mit einer Viertelstunde Verspätung. Taylor, die für ihre notorische Unpünktlichkeit bekannt war, wollte selbst zu ihrem eigenen Begräbnis zu spät kommen, ließ ihre Sprecherin ausrichten.

Hollywood-Legende Liz Taylor ist tot - Bilder ihres Lebens

Sie war die letzte große Diva des alten Hollywood: Schauspielerin Liz Taylor ist am Mittwoch, 23. März 2011, in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben. Das Bild zeigt Taylor 1975 im Krüger Nationalpark in Botswana. © dpa
Hollywood-Queen Elizabeth Taylor wird im Mai 2000 von der britischen Königin Elizabeth II. geadelt. © dpa
Taylor 1960 am Set des Monumentalfilms "Cleopatra". © AP
In "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" (1966) gaben sich Liz Taylor und ihr damaliger Mann Richard Burton wie im wahren Leben: Sie soffen und zofften sich. Taylor gewann für ihre Rolle 1967 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. © AP
Taylor 1957 mit Montgomery Clift im Film "Das Land des Regenbaums". © dpa
Liz Taylor 1953 auf dem Balkon des "Grand Hotel" in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. © dpa
Elizabeth Taylor verlässt mit ihrem Hund am 30. Mai 2006 im Rollstuhl die Los Angeles Filmstudios der CNN nach der Talkshow "Larry King Live". © dpa
Die elfjährige Liz Taylor 1943 mit dem Filmcollie Lassie am Set von "Heimweh ".  © AP
Taylor 1957 im Film "Das Land des Regenbaums". © AP
1960 spielt Taylor im Film "Telefon Butterfield 8" mit.  © AP
Eine ihrer größten Rollen: Taylor spielt 1963 in "Cleopatra" die  ägyptische Pharaonin. © dpa
1961 freut Liz Taylor sich über den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im Film "Telefon Butterfield 8". © AP
1983 spielt Liz Taylor im Broadway-Stück "Private Lives". © AP
Enge Freunde: Liz Taylor und Popstar Michael Jackson im Jahr 2000 bei einem Galakonzert in der Royal Albert Hall in London. © dpa
Liz Taylor im Jahr 2009 bei der Beerdigung von Michael Jackson. © dpa
Ihre große Liebe: Liz Taylor und ihr Ex-Ehemann Richard Burton, aufgenommen im April 1983 in Boston, wo sie gemeinsam in dem Theaterstück "Privates Lives" auf der Bühne stehen. © dpa
Pop-Art-Künstler Andy Warhol verewigte Taylor 1963 im Kunstwerk "Silver Liz". © dpa
Achtmal war Liz Taylor verheiratet. Das Bild zeigt sie und ihren vierten Mann Eddie Fisher, im September 1961 auf dem New Yorker Flughafen. © dpa
Liz Taylor 1999 beim Filmfestival in Cannes. © dpa
Liz Taylor engagierte sich für den Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Das Bild vom März 1999 sie bei einem Empfang von Christie's in New York. Der Empfang war eine Benefizveranstaltung für die amerikanische Stiftung für Aids-Forschung (amfAR) © dpa
Mit Richard Burton war Liz Taylor zweimal verheiratet. Erstmals von 1964 bis 1974 und dann ein weiteres Mal von 1975 bis 1976. © dpa
Ihre achte Ehe: Von 1991 bis 1995 war Taylor mit dem Bauarbeiter Larry Fortensky verheiratet. © dpa
Taylor 1963 am Set des Historienfilms "Cleopatra". © dpa
Taylor mit ihrem dritten Ehemann, dem Filmproduzenten Mike Todd bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen von London. © dpa
Taylor 1997 mit Michael Jackson bei ihrer Geburtstagsfeier im "Pantages Theater" in Los Angeles. © AP
Taylor trifft 1991 mit ihrem Mann Larry Fortensky in einem Restaurant in London ein. © AP
Taylor im Mai 2000 kommt zu einem Galakonzert in der Royal Albert Hall in London. © dpa
Taylor im Dezember 2007 in den Paramount Studios in Hollywood bei einer Benefizveranstaltung zugunsten ihrer "Elizabeth Taylor HIV/AIDS Foundation". © AP
Im Mai 1959 heiratet Liz Taylor ihren vierten Mann Eddie Fisher. Das Foto zeigt die beiden bei der Hochzeitsfeier. © AP

Im September 2009 hatte die Schauspielerin selbst geduldig an derselben Stelle gewartet, als sich die prunkvolle Beisetzung ihres engen Freundes Michael Jackson fast eineinhalb Stunden verzögerte. Der vergoldete Sarg des Sängers war mit weißen Lilien und Rosen geschmückt, mehr als 200 geladene Gäste nahmen damals Abschied.

Taylors Goodbye war geradezu schlicht. Ein Sarg mit Gardenien, Veilchen und Maiglöckchen. Eine einstündige Feier, in der Schauspieler Colin Farrell ein Gedicht verlas, Taylors Kinder Abschiedsworte sprachen und einer ihrer Enkel die Trompete blies. So schnell hatten Taylors Fans und die Paparazzi nicht mit ihrer Beisetzung gerechnet. Doch die jüdische Tradition verlangt eine möglichst schnelle Bestattung. Vor ihrer Ehe mit dem Sänger Eddie Fisher war die Schauspielerin in den 50er Jahren zum Judentum konvertiert.

Für ihre letzte Ruhestätte suchte Taylor nicht etwa die Nähe zu einem ihrer vielen Ex-Männer, sondern die Nachbarschaft ihres engen Freundes Jackson, auf dessen Neverland Ranch sie 1991 zum achten und letzten Mal geheiratet hatte. Jacksons Gruft in dem Großen Mausoleum liegt direkt unter einem Glasfenster mit einer Nachbildung von Leonardo da Vincis Meisterwerk “Das letzte Abendmahl“. Über Taylors Platz thront nach Angaben ihrer Sprecherin ein Marmorengel nach Michelangelos Vorlage.

Promigruften sind für Nicht-Angehörige tabu

Taylor und Jackson seien in unterschiedlichen Flügeln des Gebäudes untergebracht, verriet Polizeisprecher Tom Lorenz der “Los Angeles Times“. “An keinem anderen Ort in der Welt sind so viele berühmte Leute begraben“, prahlte der Kalifornier. Der Beamte mag Recht haben. Auf der “Holy Terrace“ (Heilige Terrasse) in dem Mausoleum wurden vor Jackson schon Stars wie Clark Gable, Jean Harlow und W.C. Fields bestattet.

Im Volksmund heißt die weitläufige Friedhofsanlage mit Springbrunnen und Kunstwerken auch “Disneyland der Toten“ - und das sicher nicht nur, weil der Vater der Micky Maus, Walt Disney, dort begraben ist. Auf den Grabsteinen und Inschriften der Gruften sind Namen wie Jimmy Stewart, Spencer Tracy, Sammy Davis Jr., Errol Flynn und Humphrey Bogart zu lesen. 1906 wurde der Forest Lawn Memorial Park mit seinen alten Bäumen in einer parkähnlichen Landschaft in Betrieb genommen.

Wer den Totenpark besuchen will muss schwere schmiedeeiserne Tore passieren. Die Fahrt entlang der Grabanlagen ist erlaubt, doch die Promigruften in dem Prunk-Mausoleum sind für Nicht-Angehörige tabu. Für Taylor-Fans haben sich mit dieser Wahl die Hoffnungen auf eine leicht zugängliche Pilgerstätte zerschlagen.

Taylor wollte bei ihrem engen Freund Michael Jackson ruhen

Elvis-Fans können zum Grab des “King of Rock 'n' Roll“ pilgern, das neben seiner einstigen Villa “Graceland“ in Memphis (US-Staat Tennessee) liegt. Seit dem Tod von Marilyn Monroe am 5. August 1962 vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Verehrer der Schauspielerin ihre Grabstelle auf dem kleinen Friedhof Pierce Brothers Westwood Village Memorial Park unweit von Beverly Hills mit frischen Blumen schmücken.

Taylor hätte auch die Nähe zur Ikone Monroe suchen können und sich neben ihrem Vater und ihrer Mutter, die dort seit 1968 beziehungsweise 1994 liegen, bestatten lassen können. Doch der letzte Wille von Liz Taylor war ein anderer.

dpa

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