65. Geburtstag am Montag

Thomas Gottschalk: Das blonde Denkmal

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Thomas Gottschalk wird 65.

München - Bei Thomas Gottschalk haben viele Deutsche das Gefühl, dass er ihnen näher ist als manche Bekannte.

Inzwischen wissen sie noch ein bisschen mehr über ihn - etwa, dass er sich als junger Mann beim ersten Geschlechtsakt durch regelmäßiges Anstoßen des Kopfes eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Die intimen Offenbarungen in seiner Biographie "Herbstblond" mag jeder für sich bewerten, jedenfalls findet das Fernsehdenkmal auch mit 65 Jahren ein Publikum.

Den Geburtstag am kommenden Montag begeht Gottschalk so, wie er lange Phasen der vergangenen Jahrzehnte gelebt hat: in aller Öffentlichkeit. Im Berliner Admiralspalast wird die Feier veranstaltet, die von RTL übertragen wird. Gäste sind unter anderem langjährige Wegbegleiter und "Wetten, dass..?"-Stammgäste wie Günther Jauch und Otto Waalkes.

Die Feier steht unter dem Titel von Gottschalks Autobiographie. Für deren Vermarktung in den vergangenen Wochen hat er eine Werbeoffensive gestartet wie seit langem nicht mehr. Das Trommeln half, das Buch schaffte es auf Platz eins der Bestsellerlisten.

Der Zuspruch dürfte für Gottschalk wie Balsam sein. Denn die Rückschläge nach seinem Ausstieg bei "Wetten, dass..?" Ende 2011 haben ihm kräftig zugesetzt. Vor allem die beißende Kritik an seiner gescheiterten ARD-Vorabendsendung "Gottschalk live" machte ihm zu schaffen, wie er inzwischen zugibt.

Trostpflaster ist derzeit "Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen alle", was auf RTL um die vier Millionen Menschen sehen, und seine Klassentreffen bei dem Kölner Privatsender mit gut drei Millionen Zuschauern. Das ist kein Vergleich zu den "Wetten, dass...?"-Glanzzeiten mit um die 20 Millionen Zuschauer, aber in der veränderten Fernsehlandschaft sind es ordentliche Zahlen.

Für Gottschalk sind die vergleichsweise niedrigen Zuschauerzahlen eine lästige Erfahrung. Denn eigentlich will er, der sich selbst als "Clown" bezeichnet, nur auf der Bühne stehen und fröhlich sein Ding machen.

Seine Laufbahn als Moderator begann, nachdem er den Gedanken an eine Laufbahn als katholischer Priester aufgegeben hatte, 1971 im Bayerischen Rundfunk. "Die beste Zeit meines Lebens" verbrachte er dort. Als Pop-Moderator brach er mit den strengen Konventionen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks - ein so bislang nicht gekanntes Plappermaul, das mit Frechheit siegte. Das übertrug er auch aufs Fernsehen, die Unterhaltungssendung "Na sowas" wurde 1982 sein Durchbruch.

Der am 18. Mai 1950 im oberfränkischen Bamberg geborene und in Kulmbach aufgewachsene Gottschalk führt sein loses Mundwerk auf die Herkunft seiner Familie zurück. "Das Schlesische, das ist ja eigentlich, was mich ausmacht", sagte der Sohn eines nach dem Zweiten Weltkrieg aus Oberschlesien geflüchteten Ehepaars einmal dem Bayerischen Rundfunk. "Ich bin deswegen von einer gewissen Fröhlichkeit, die den Oberfranken an sich fremd ist."

Die Fröhlichkeit zeigte er als Moderator und als Schauspieler: Filme wie "Piratensender Powerplay", "Die Supernasen" oder "Zärtliche Chaoten" waren Publikumserfolge, die nicht mit Tiefgang, sondern fröhlicher Leichtigkeit punkteten.

Mit seiner Fröhlichkeit passte Gottschalk auch wunderbar ins kalifornische Malibu, wo er in seinen erfolgreichsten Jahren seinen Lebensmittelpunkt hatte und seine Söhne Roman und Tristan groß wurden. Inzwischen ist Gottschalk Großvater und lebt außer in den USA in Berlin. Sein Schloss am Rhein, dass er seiner Ehefrau Thea zuliebe gekauft hatte, ist inzwischen verkauft. Was die Zukunft bringen wird, scheint offen. Gottschalks Vertrag mit RTL endet in diesem Jahr, neue Projekte sind noch nicht vereinbart.

Er selbst träumt davon, zumindest noch einmal das eingestellte "Wetten, dass..?" zu moderieren. Als Event würde das funktionieren, sagte Gottschalk dem "Stern" - und sollte das ZDF dies wollen, "dann ziehe ich gerne noch mal in den Quotenkrieg".

AFP

Hätten Sie's bei allen gewusst? Prominente FC-Bayern-Fans

Welche Promis drücken eigentlich dem FC Bayerndie Daumen? Die einen bekennen sich öffentlich zum Rekordmeister, bei anderen munkelt man es leiser oder lauter. Hier sehen Sie eine Auswahl. © dpa
Boris Becker ist wohl DER Bayern-Edel-Fan schlechthin. Und: Der Ex-Profi und Sandy-Ex sitzt im Verwaltungsbeirat des Rekordmeisters. © dpa
Til Schweiger ist großer Anhänger der Roten. Mit Respekt für die anderen. Einst postete er bei Facebook: "Man muss es einfach mal sagen, auch als FC Bayern-Fan: Borussia Dortmund is einfach ne saugeile Truppe, angefangen von Watzke über Klopp bis zur gesamten Mannschaft!!!! Chapeau für diese saucoole Reaktion!!!!! Ganz gross!!!! Til". Es ging seinerzeit um die Reaktion der Dortmunder auf ein YouTube-Video, in dem Bastian Schweinsteiger die Dortmunder per Gesang als "H***nsöhne" verspottet hatte. © dpa
Helmut Markwort, Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus, ist Bayern-Anhänger und Mitglied des Aufsichtsrates. © dpa
Comedian Michael Mittermeier drückt den Roten die Daumen. "Ich bin ja schon als kleiner Bub ins Stadion gegangen und hab dem Beckenbauer zugejubelt. Das bleibt für immer", so Mittermeier zum Kölner Stadt-Anzeiger. © picture-alliance/ dpa
Nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten wurde zunächst wild spekuliert: Welchem bayerischen Club drückt Horst Seehofer am meisten die Daumen? Dann hat er sich als Bayern-Fan geoutet. © dpa
Der große Edmund Stoiber ist natürlich auch Riesenfan. © dpa
Top-Schauspielerin Veronika Ferres soll eine Rote sein. © picture alliance / dpa
Kai Pflaume moderiert zwar Fußball-Übertragungen, ist aber tief im Herzen wohl nicht ganz unparteiisch. © dpa
Sportreporter Uli Köhler (l., hier auf einem älteren Foto aus seiner Zeit bei Arena) ist eigentlich auch zur Neutralität verpflichtet. Doch sein Herz soll für den FC Bayern schlagen. © obs/arena
Eigentlich kein echter Bayern-Fan, er macht sogar mit Vorliebe Witze über die Jungs von der Säbener. Aber: Harald Schmidt hat einen Mitgliedsausweis. © dpa
Deutschlands größter Entertainer Thomas Gottschalk ist Bayern-Fan. © picture alliance / dpa
Alfons Schuhbeck kocht nicht nur für die Stars von der Säbener Straße, er drückt ihnen auch die Daumen. © picture alliance / dpa
Auch Elmar Wepper hat einen Mitgliedsausweis. © picture alliance / dpa
In der Brust von Reporterlegende Günther Koch sollen zwei Herzen schlagen: eines für den FC Bayern, eines für den 1. FC Nürnberg. © dpa
Robbie Williams soll den FC Bayern mögen und trainierte sogar mal mit. © AFP
Moterator und Mädchenschwarm Markus Kavka ist glühender Anhänger des Rekordmeisters. © dpa
Moderatorin Andrea Kiewel lässt in ihren Sendungen immer wieder ihre Begeisterung für den FC Bayern durchschimmern. © picture alliance / dpa
Das Herz von Schauspielerin Senta Berger schlägt rot. © dpa
Wenn's dem FC Bayern gut geht, geht es auch Wladimir Klitschko gut. © dpa
Willy Astor (l.) komponierte die Bayern-Hymne "Stern des Südens" - und das kommt natürlich nicht von ungefähr. © dpa
Der Münchner Tennisprofi Philipp Kohlschreiber drückt dem hiesigen Bundesligisten die Daumen. © dpa
Peter Brugger von der Band Sportfreunde Stiller kabbelt sich gerne mal mit Kollege Florian Weber. Denn Sportfreund Peter ist Bayern-Fan, Sportfreund Florian ein Sechzger. © dpa
Schauspielerin Christiane Paul ist glühende Bayern-Anhängerin. © dpa
Kerner-Gattin Britta drückt dem FC Bayern die Daumen - ihr Johannes B. vermeidet als seriöser Journalist natürlich klare Bekenntnisse. © dpa
Schauspieler Thomas Darchinger ist großer Bayern-Fan. © dpa
Das Herz des hessischen SPD-Politikers Thorsten Schäfer-Gümbel schlägt rot - politisch wie fußballerisch. © dpa
Felix Neureuther ist eng mit Bayern-Star Bastian Schweinsteiger befreundet. Logisch, dass das Ski-Ass auch eine Schwäche für die "Roten" hat. © dpa
Bernd Michael Lade stammt aus Berlin, ist "Tatort"-Kommissar in Leipzig - aber großer Bayern-Fan. © dpa
Noch zwei, die von "DSDS" bekannt sind und den Münchnern die Daumen drücken: zum einen Menowin Fröhlich. © dpa
Zum anderen Pietro Lombardi. © dpa
"Seit meiner Kindheit, da war ich jedes Wochenende bei meiner Oma und die war ganz großer Bayern-Fan", erklärte Eishockey-Ikone Stefan Ustorf gegenüber dem Tagesspiegel. © dpa
Roland Kaiser erklärt gegenüber der tz: "Ich mag den Verein aus verschiedenen Gründen. Erstens kenn ich kaum einen anderen Verein, der bisher im sozialen Bereich dermaßen aktiv war, der sich dermaßen um ehemalige Spieler bemüht und der sich so anständig verhält wie die Bayern – einige Bundesliga-Klubs würde es ohne ihre Hilfe ja nicht gar nicht mehr geben. Und zweitens spielen sie exzellenten Fußball" © dpa
Und das sind natürlich die allerprominentesten der Bayern-Fans: Die zigtausend Roten in der Allianz-Arena © picture alliance / dpa

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