TV-Kritik zum Polizeiruf aus Brandenburg: "Dichtes Milieuporträt"

Der Polizeiruf 110 "Käfer und Prinzessin" aus Brandenburg knüpfte an die traditionelle Stärke dieser Krimireihe an, nämlich das dichte, vielschichtige Bild eines gesellschaftlichen Milieus zu zeichnen. Bettina Fraschke über den Polizeiruf 110.

So ziemlich am schwierigsten im Leben ist es, seine Wunschvorstellungen loszulassen. Sich einzugestehen, dass die Wirklichkeit anders ist, als man es wollte. Fritzi Haberlandt zeichnete im Brandenburger „Polizeiruf 110: Käfer und Prinzessin“ als Ruth das eindringliche Porträt einer Frau, die aus dem verzerrten Wunschbild ihres Lebensideals nicht auszusteigen vermochte. Auch wenn ihr Partner gewaltsam gestorben war, auch wenn ihre vermeintlichen Freunde schon lang nicht mehr am selben Strang zogen wie sie.

Der spannende Krimi von Robert Thalheim (Regie) und Clemens Murath (Buch) überraschte nicht nur mit immer neuen Wendungen – auch wenn Peter Lohmeyer als Harry schnell (zu) offenkundig ein Hauptverdächtiger war.

Der Film knüpfte auch an die traditionelle Stärke des Formats „Polizeiruf 110“ an, nämlich das dichte, vielschichtige Bild eines gesellschaftlichen Milieus zu zeichnen. Sodass die Krimihandlung mit den Ermittlern Olga Lenski (Maria Simon) und Horst Krause (Horst Krause) eben nur zu einem von mehreren Elementen wurde.

Es gelang toll, die Ökokommune und ihre Bewohner so zu zeigen, dass in allen Szenen mehr zu Beziehungen, Macht, Lebensträumen und deren Scheitern spürbar wurde, als der Film tatsächlich ausformulierte. fra@hna.de

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