Amerikanische Serien nur gute Kopien

Hollywood übernimmt Formate aus dem Ausland und passt sie US-Markt an

Original und Kopie: Hollywood bedient sich für neue Serienideen oft bei ausländischen Formaten und passt sie einfach an den US-Markt an. Ein Beispiel ist die Dramaserie „Being Human“, die ihren Ursprung in England hat (Foto). Für den amerikanischen Markt wurde sie eins zu eins übernommen.

Besser gut kopiert, als schlecht selbst gemacht. An dieses Motto scheinen sich die Produzenten in Hollywood immer mehr zu halten. Das zeigt zumindest ein Blick auf das Programm. Sowohl große Hollywood-Produktionen als auch Serienideen werden nach ausländischem Vorbild produziert.

Aktuelles Beispiel ist die erfolgreiche Politthrillerserie „House of Cards“, die auf Sat. 1 ausgestrahlt wurde. Das gleichnamige Original stammt aus Großbritannien, wo es 1990 als Miniserie im Fernsehen lief. Für den US-Markt wurde es in abgewandelter Form produziert.

In der BBC-Produktion wird einem Abgeordneten von dem neu gewählten Vorsitzenden der konservativen Partei ein versprochener Posten vorenthalten. Dadurch entwickeln sich Intrigen, Verschwörungen und Verrat unter den Beteiligten. Ähnlich sieht es bei der US-Adaption aus. Weil einem Kongressabgeordneten (Kevin Spacey) der versprochene Außenministerposten vorenthalten wird, beginnt dieser seinen persönlichen Rachefeldzug.

Die Idee für „House of Cards“ (2013) wurde von dem amerikanischen Streaming- Dienst Netflix übernommen. Aber das ist nur die Spitze des Eisberges. Ebenfalls von der Insel nach Hollywood importiert wurde die Büro-Comedy-Serie „The Office“, die in Deutschland mit „Stromberg“ eine Neuinterpretation fand.

Während die britische Geschichte über das Leben der Angestellten in einem Großraumbüro bereits nach zwei Staffeln eingestellt wurde (2001 bis 2003), überdauerte „The Office“-USA ganze neun Jahre (2005 bis 2013). Der deutsche Ableger „Stromberg“ schaffte es immerhin auf acht Staffeln.

Mit „Being Human“, einer Drama-Comedy-Serie über das WG-Leben eines Werwolfs, eines Vampirs und eines Geistermädchens, hat Hollywood einen weiteren UK-Import für sich übernommen, der immerhin vier Jahre lief.

Auch die Erfolgsserie „Homeland“ (sonntags auf Sat. 1, 23.10 Uhr) entspringt nicht den Gedanken der Hollywood-Autoren. Stattdessen basiert die Geschichte eines Schläferagenten, der im Krieg gefangen genommen und von feindlichen Soldaten umgedreht wurde, auf einer israelischen Vorlage: „Hatufim – In der Hand des Feindes“ (2010). Das Original erzählt von der Heimkehr zweier israelischer Soldaten aus 17-jähriger Gefangenschaft im Libanon. Auch hier hat Hollywood die Idee für den amerikanischen Markt angepasst und einen US-Soldaten in irakische Gefangenschaft geschickt.

Von Benjamin Kling

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