Die MTV Europe Music Awards

Wo langt denn Heidi Klum da hin?

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Begeistert von gesäßfreien Hosen: Heidi Klum.

Frankfurt - Der globale Pop-Zirkus hat in Frankfurt Station gemacht. Heidi Klum dressierte bei den MTV Europe Music Awards (EMA) die Stars in der Manege - und hatte dabei besondere Freude an freizügigen Outfits.

Was für ein Zirkus: Die MTV Europe Music Awards verwandelten die Frankfurter Festhalle am Sonntagabend in eine riesige Manege. Mit viel Pyrotechnik und einer durchgestylten bunten Show versuchte MTV bei der Gala wohl darüber hinwegzutäuschen, dass sich viele Stars gar nicht erst die Mühe gemacht hatten, nach Deutschland zu kommen.

Feuerschlucker drehten brennende Keulen, Akrobaten seilten sich von der Decke ab, Sängerinnen schwebten in Käfigen ein. Zwischen den Nominierten saßen Pierrots und Vogelmenschen, Stelzenmänner drehten auf Riesenrädern ihre Runden über die Bühnen und Laufstege. Es gab echte Flammenwände und dazu Glitzerregen.

Die Preise waren eher Nebensache. Im Mittelpunkt standen die von den 8000 Fans im Saal umjubelten Auftritte von Bands wie No Doubt („Settle Down“) oder Fun. („We Are Young“), von Sängerinnen wie Alicia Keys („Girl On Fire“) oder Rita Ora („R.I.P.“) - oder aber Psy. Dessen „Gangnam Style“ ist eine Parodie und eine Zirkusnummer - und war schon daher perfekt geeignet für diesen Abend.

Der Südkoreaner ist ein Quereinsteiger - zumindest in den globalen Pop-Zirkus. Er dachte sich ein Lied und einen lustigen Tanz namens „Gangnam Style“ aus, drehte ein verrücktes Video und stellte es ins Netz. Innerhalb weniger Wochen wurde der Clip mehrere hundert Millionen Mal angeklickt, er gilt inzwischen als das meistgesehene Video in der Geschichte des Internets.

Der Außenseiter (aus westlicher Sicht) gewann nicht nur den Preis für das beste Video, er wurde auch Sieger der Herzen bei dieser sonst so coolen Show. „Ich habe meine internationale Unschuld an die EMAs verloren“, scherzte der 34-Jährige. Noch nie sei er für einen internationalen Preis nominiert gewesen, noch nie vor einem weltweiten Publikum aufgetreten. „Ich bin ein Anfänger!“

Der inzwischen 60 Jahre alte Schauspieler und Sänger David Hasselhoff, der sich als Backstage-Reporter und Twitterer für MTV verdingt hatte, machte während der Pinkelpause beim kollektiven Gehopse mit - und selbst Heidi Klum deutete die zum Partyrenner gewordenen Verrenkungen an.

Swift räumt ab: Bilder von den Music Awards in Frankfurt

David Hasselhoff kam zu den European Music Awards von MTV in einem pinkfarbigen Hemd. © dpa
Der Südkoreanische Sänger Psy hat einen Preis für das "Beste Video" bekommen. © dpa
David Hasselhoff überreichte Psy seinen Preis. © dpa
Tim Bendzko ist in der Kategorie "Best German Act" ausgezeichnet worden. © dpa
Die britische Sängerin Rita Ora. © dpa
Lena Meyer-Landrut kam in einer puderfarbigen, bodenlangen Robe. © dpa
Carly Rae Jepsen gewann zwei Awards, darunter in der Kategorie „Bester Song“ für ihren Ohrwurm „Call Me Maybe“. © dpa
Rapper Pittbull. © dpa
David Hasselhoff hatte auch sein iPhone dabei. © dpa
Mit glatten Haaren ist sie kaum noch wiederzuerkennen: Alicia Keys. © dpa
Die britische Band Muse mit ihrem Sänger Matthew Bellamy (r.). © dpa
David Hasselhoff posiert mit den Jedward Zwillingen. © dpa
Jonas Brothers. © dpa
Pixie Geldof. © dpa
Der US-Rapper Pitbull bei seinem Bühnenauftritt. © dpa
Moderatorin des Abends: Heidi Klum mit Flechtfrisur in einem gleben Flatterfummel. © dpa
US-Rapper Pitbull. © dpa
Führte durch den Abend: Heidi Klum. © dpa
Die Show von Taylor Swift. © dpa
Taylor Swift holte sich im hautfarbenen Glitzerkleid die Trophäen als beste Sängerin, für die beste Live-Show und den besten Look ab. © dpa
Und überzeugte dann nochmal mit einer bunten Showeinlage. © dpa
Mit ihren drei Auszeichnungen posierte Taylor Swift. © dpa
Taylor Swift. © dpa
Jonas Brothers: von links: Nick, Joe and Kevin. © dpa
Fliegende Moderatorin: Heidi Klum. © dpa
Matthew Bellamy - Sänger der Band Muse - bei seinem Auftritt. © dpa
Taylor Swift. © dpa
Taylor Swift bei der Preisverleihung in einem goldenen Glitzerkleid. © dpa
Flammendes Bühnenbild bei der Show von Pitbull. © dpa
Ist gerne Hahn im Korb: Pitbull. © dpa
Im weißen Anzug mit Kritzelmuster: der chinesische Sänger Hankyung. © dpa
Alicia Keys. © dpa
Im weißen Raumfahreranzug betrat David Hasselhoff die Bühne. © dpa
Heidi Klum und David Hasselhoff. © dpa
Pitbull © dpa
Die Gewinnerin des Eurovision Song Contest: Loreen aus Schweden. © dpa
The Killers © dpa
In Frankfurt wurden am Sonntag die European Music Awards von MTV verliehen. Country-Sängerin Taylor Swift und Justin Bieber waren die großen Gewinner der Show. © dpa
Alicia Keys gedenkt der verstorbenen Whitney Houston. © dpa
Heidi Klum hat offensichtlich Freude an der männlichen Rückseite. © dpa
Psy tanzt den Gangnam-Style. © dpa
Heidi Klum zog sich an dem Abend mehrere Male um. © dpa
Psy  © dpa
Schauspieler Brett Davern eingerahmt von zwei Models. © dpa
Die Show von No Doubt. © dpa
Carly Rae Jepsen freut sich über ihren Pris. © dpa
Carly Rae Jepsen bei ihrem Auftritt. © dpa
In Frankfurt wurden am Sonntag die European Music Awards von MTV verliehen. Country-Sängerin Taylor Swift und Justin Bieber waren die großen Gewinner der Show. © dpa
Die Sängerin von No Doubt: Gwen Stefani. © dpa
Alicia Keys bei ihrem Auftirtt. © dpa
Rita Ora im Gold-Regen.  © dpa
Carly Rae Jepsen bei ihrem Auftritt. © dpa
Heidi Klum im weißen Kleid mit schwarzem Hut. © dpa
Hankyung freut sich über seinen Preis. © dpa
Taylor Swift mit einem Arm voll Preisen. © dpa

Die Moderatorin machte in wechselnden Zirkus-Outfits optisch eine gute Figur. Akustisch war sie weniger beeindruckend: ihre quietschige Stimme drang kaum zu den Fans in der Halle durch. Ihre Ansagen als Griff ins Klo zu bezeichnen wäre dennoch übertrieben - auch wenn sie im Vorspann zur Show ihrem verloren geglaubten Schmuck ins WC hinterhersprang, um dann in einer Pseudo-Wasser-Woge mitten in der Manege zu erscheinen. Als Star-Bändigerin gab Heidi alles: schwebte in einem Reifen meterhoch über dem Publikum, wechselte ein halbes Dutzend Mal die Versace-Kleider, klatschte Männern auf nackte Hintern, jodelte sogar, damit die Zuschauer nicht vergessen, dass die Show aus Deutschland kommt.

Feierlich wurde es in all dem Getöse und Klamauk nur beim „Global Icon“, einer Sonder-Auszeichnung, die posthum Whitney Houston zuerkannt wurde. „Du hast Maßstäbe gesetzt für Generationen“, sagte Kollegin Alicia Keys und das Publikums blickte gerührt auf Einspielungen aus dem Leben der im Februar gestorbenen Pop-Diva.

Videoleinwände spielten überhaupt eine große Rolle. Justin Bieber, der dreifach ausgezeichnet wurde, fläzte sich auf einem Sofa und sprach eine vorher aufgezeichnete Videobotschaft. „Best Electronic“, „Best Hip-Hop“, „Best New“ - all das wurde auf den Leinwänden in den Ecken so schnell runtergenudelt, dass das Publikum gar nicht recht mitbekam, wer gewonnen hatte.

Hauptgewinnerin des Abends war der ziemlich blasse Country-Star Taylor Swift. Bei den Country Music Awards in den USA Anfang des Monats war sie leer ausgegangen, bei den MTV Europe Music Awards gewann sie fast in allen Kategorien, in denen sie nominiert war. Beste Sängerin, bester Liveauftritt, bester Look gingen an sie.

Auch die Kanadierin Carly Rae Jepsen hatte den Weg nach Frankfurt gefunden und wurde dafür mit zwei Auszeichnungen belohnt. Ihr Ohrwurm „Call Me Maybe“ ist der beste Song. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Denn eigentlich kann es keinen Zusammenhang geben zwischen Anwesenheit und Preiswürdigkeit, denn die Fans wählen die Sieger per Internet. Laut MTV gingen in diesem Jahr 184 Millionen Stimmen ein.

Glaubt man dem Voting, scheint Lady Gaga in der Gunst der Fans gerade im Sinkflug begriffen. Auch Rihanna, die in sechs Kategorien nominiert war, ging komplett leer aus. Taylor Swift aber durfte es am Ende nochmal richtig krachen lassen. Sie sang ihren Hit „We Are Never Ever Getting Back Together“ verkleidet als sexy Dompteuse, begleitet von Tänzerinnen in Zirkuslivree und mit viel Pyrotechnik.

dpa

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