Gericht weist Vaterschaftsklage gegen Juan Carlos zurück

+
Spaniens ehemaliger König Juan Carlos. Foto: Hugo Ortuno

Madrid (dpa) - Spaniens früherer König Juan Carlos muss sich nicht der Vaterschaftsklage einer Belgierin stellen. Der oberste Gerichtshof in Madrid wies am Mittwoch die Klage der 48-jährigen Ingrid Sartiau gegen den 77 Jahre alten Ex-Monarchen zurück.

Die Richter entschieden mit sieben zu drei Stimmen, das Verfahren einzustellen. Sie gaben damit den Anträgen des früheren Königs und der Staatsanwaltschaft statt.

Zugleich lehnten sie den Antrag der Belgierin ab, Juan Carlos zur Vorlage einer DNA-Probe aufzufordern. Die Klägerin hatte behauptet, eine uneheliche Tochter des früheren Königs zu sein. Ihre Mutter habe 1965 in Marbella in Südspanien eine Romanze mit dem damaligen spanischen Prinzen gehabt, sagte sie. Zur Untermauerung ihres Klagegesuchs legte die Belgierin dem Gericht eine notarielle Erklärung ihrer Mutter vor.

Das Gericht hatte die Klage im Januar zugelassen, nahm diese Entscheidung aber nun zurück. Es folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Die Anklagebehörde hatte ihren Antrag auf Zurückweisung der Klage damit begründet, dass die Belgierin keine ausreichenden Indizien für ihre Behauptung vorgelegt habe. Das Klagegesuch weise eine Reihe von Unstimmigkeiten und Widersprüchen auf, betonte die Staatsanwaltschaft.

Juan Carlos hatte von der Justiz nicht belangt werden können, solange er König war. Die spanische Verfassung sichert dem Monarchen eine umfassende Immunität zu. Der rechtliche Schutz fiel weg, als der König im Juni 2014 zugunsten seines Sohnes Felipe abdankte. Seither kann er von der Justiz zur Rechenschaft gezogen werden, allerdings nur vor dem obersten Gerichtshof.

Das Königshaus wollte zur Entscheidung des Gerichts nicht Stellung nehmen. Man respektiere die Unabhängigkeit der Justiz, sagte ein Sprecher.

Entscheidung des Gerichts - Spanisch

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.