Verein Deutsche Sprache: Lena wird uns blamieren

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Lena Meyer-Landrut

Dortmund - Deutschland hofft, mit Lena Meyer-Landrut endlich wieder eine gute Platzierung beim Grand Prix zu erlangen. Der Verein Deutsche Sprache schlägt aber Alarm: Uns drohe eine Blamage.

Der Verein Deutsche Sprache befürchtet beim Eurovision Song Contest am Samstag in Oslo eine “erneute Blamage“. Der Grund: Die deutsche Grand-Prix-Hoffnung Lena Meyer-Landrut singt auf Englisch. Bei dem internationalen Wettbewerb sei aber die deutsche Sprache ein Garant für gute Platzierungen, erklärte der Verein am Freitag in Dortmund.

Lena habe wirklich das Talent, den Wettbewerb zu gewinnen. “Ihr englisches Lied hat aber überhaupt keine Verbindungen zu Deutschland und lädt niemanden zwischen Lissabon und Moskau zum Mitsummen oder Mitschunkeln ein“, sagte der Vorsitzende, Walter Krämer. Deutschland sei immer am erfolgreichsten, wenn die deutschsprachigen Vertreter auch auf Deutsch gesungen hätten - wie etwa Nicole, die im Jahr 1982 mit ihrem Lied “Ein bißchen Frieden“ den ersten Platz holte.

Gegen diese Kandidaten singt Lena beim Grand Prix

Startplatz 1 im Finale: Lenas schärfste Konkurrentin Safura (17) für Aserbaidschan. Bereits als Sechsjährige stand Safura in selbst entworfenen Outfits auf der Bühne – ihre Mutter ist Mode-Designerin. Später lernte sie Geige und Saxophon. Ihr Titel „Drip Drop“ ist ein moderner Pop-Song. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 2: Daniel Diges für Spanien. In Oslo möchte der charmante 29-Jährige mit einem Walzer mit dem Titel „Algo pequeñito“ groß rauskommen. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 3: Norwegen mit Didrik Solli-Tangen. Er singt das Lied „My heart is yours“. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 4: Für Moldawien die Band Sunstroke Project.  © Eurovision Song Contest 2010
Platz 5: Zypern mit Jon Lilygreen und der Band "The Islanders". Der Singer-Songwriter wird beim Eurovision Song Contest den Titel „Live looks better in spring“ zum Besten geben. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 6 im Finale: Bosnien-Herzegowina mit dem 26-jährigen Vukašin Brajić, der dieRock-Pop-Ballade „Lightning and Thunder“ singt. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 7 im Finale: Belgien mit Tom Dice. „Me and My Guitar“ heißt so auch der Titel, mit dem Tom Dice beim Grand Prix d'Eurovision antritt: ein angenehm plätschernder Pop-Song a là James Blunt. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 8: Serbien mit  Milan Stankovic. Der Medizinisch-Technische Assistent wollte eigentlich gar nicht Sänger werden, doch dann meldeten ihn Schwester und Onkel zu einer Casting-Show an. © Eurovision Song Contest 2010
Im Finale dabei: Sofia Nizharadze aus Georgien. © Eurovision Song Contest 2010
Schon im Alter von elf Jahren wurde sie mit Erstplatzierungen bei Festivals überschüttet. Später besuchte Sofia Nizharadze die Geschwister-Gnessin-Musikakademie. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 14: Die Gruppe Manga für die Türkei © 
Platz 9: Die Formation 3 + 2 für Weißrussland.  Die fünf Musiker wurden extra für ihre Teilnahme am Grand Prix zu einer Band zusammengewürfelt. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 10 im Finale: Irland mit Niamj Kavanag. Sie singt die Ballade „It's for you“ inklusive eines Flötensolos und will damit an ihrem Riesenerfolg von 1993 anknüpfen – damals gewann die rothaarige Irin den Eurovision Song Contest. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 11: Griechenland mit Giorgos Alkaios – in seinem Heimatland ein alter Hase im Musikgeschäft. Alkaios Song ist eine Mischung aus griechischen, modernen und orientalischen Elementen und heißt „Opa“. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 12: Josh Dubovie für Großbritannien mit „That Sounds Good to Me“. © Eurovision Song Contest 2010
Die hübsche Albanierin hat sich wegen ihrem Musikstil schon den Spitznamen "Christina Aguilera Albaniens" eingefangen. © Eurovision Song Contest 2010
Im Finale dabei: Juliana Pasha für Albanien mit dem leichten Popsong "It's all about you" singen. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 16 im Finale: Island mit Hera Björk, die schon zwei Mal für Island beim Eurovision Song Contest auf der Bühne stand. In Oslo singt sie den Eurodance-Song „Je ne sais quoi“. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 17: Die Ukraine mit Aljosha. Die 24-Jährige hat an der Nationalen Universität für Kunst und Kultur in Kiew Gesang studiert. Die Ukrainerin singt die Ballade "Sweet People". © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 18: Für Frankreich der 27-jährige Kongolese Jessy Matador. Sein Grand-Prix-Titel „Allez“ Ola! Olé!“ ist eine schwungvolle Mischung aus kongolesischen und karibischen Klängen, Dancehall Reggae und Hip Hop. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 19: Rumänien mit dem heißen Duo Paula & Ovi mit dem Popsong „Playing with Fire“ an. Hier Sängerin Paula. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 20: Für Russland die Peter Nalitch Band mit der Nummer „Guitar“ © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 21 im Finale: Armenien mit der schwarzhaarigen Eva Rivas. Die 22-jährige nahm bereits im zarten Alter von 13 an Schönheitswettbewerben teil. Überzeugen will Eva Rivas die Zuschauer mit „Apricot Stone“, einem Popsong mit folkloristischen Elementen. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 22: Lena Meyer-Landrut für Deutschland. © Eurovision.tv
Startplatz 23: Für Portugal Filipa Azevedo.  Die 18-Jährige studierte Querflöte am Konservatorium in Porto, brach ihr Studium aber ab, als sie eine Gesangs-Castingshow gewann.  © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 24: Harel Skaar für Israel. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 25: Dänemark mit dem Duo Chanée & N'evergreen mit “A Moment like this“. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Kristina Pelakowa für die Slowakei. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Kuunkuiskaajat, zu Deutsch: "Die Mondflüsterinnen“. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Aisha für Lettland. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgegickt: Die Girl-Band Feminem für Kroatien. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Miroslav Kostadinov für Bulgarien. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Das Duo Malcolm Lincoln für Estland. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Sieneke für Holland. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Thea Gernett für Malta. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Die Band InCulto für Litauen. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Gjoko Taneski für Mazedonien. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Anna Bergendahl für Schweden. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt:  Marcin Mroziński für Polen. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Michael von der Heide für die Schweiz. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Slowenien mit dem Ensemble Roka Žlindra und der Band Kalamari © Eurovision Song Contest 2010

Tatsächlich gab es bis zur Jahrtausendwende stets nur deutsche Texte - und etliche Top-Ten-Platzierungen. Seit 2002 gab es hingegen nur einen Song auf Deutsch, alle anderen waren auf Englisch, und es sprang nur ein Platz unter den besten Zehn heraus. Allerdings: Dieser Top-Ten-Platz wurde von Max Mutzke 2004 mit dem Song “Can't Wait Until Tonight“ erzielt.

Zudem sind die Gründe für das schlechte Abschneiden deutscher Künstler bei Grand-Prix-Experten umstritten. Eine stärke Konkurrenz durch neue Teilnehmerländer und eine qualitative Verbesserung der Musikproduktion besonders kleinerer Nationen könnten dabei ins Gewicht fallen.

Der 1997 gegründete Verein Deutsche Sprache bezeichnet sich selbst als die weltweit größte Sprach-Bürgerbewegung mit mehr als 32 000 Mitgliedern.

dpa

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