Prinzessin kein Unschuldslamm

Verriet Diana der Presse royale Informationen?

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Prinzessin Diana soll während des Rosenkriegs mit Prinz Charles Verbündete bei der Presse gesucht haben.

London - War Prinzessin Diana vor allem ein Opfer der Presse, oder machte sie sich diese auch geschickt zunutze? Ein früherer Reporter behauptet jetzt, Diana habe ihm Königshaus-Kontakte weitergegeben.

Prinzessin Diana soll während des Rosenkrieges mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles angeblich Telefonnummern von Königshaus-Mitgliedern an einen Klatschreporter weitergegeben haben. Diana habe ihm 1992 ein Adressbuch mit Kontakten gegeben, sagte der frühere Königshaus-Reporter des mittlerweile eingestellten Rupert-Murdoch-Blattes „News of The World (NOTW)“, Clive Goodman, am Donnerstag vor Gericht in London. Er ist im Prozess um abgehörte Telefone und illegale Recherchemethoden bei der „NOTW“ angeklagt.

Dem Gericht sagte Goodman, Diana habe nach einem „Verbündeten“ in der Presse gesucht, um sich gegen Charles durchzusetzen. Er habe die Informationen in einem Umschlag in die Redaktion geliefert bekommen und nichts dafür bezahlt. „Sie machte eine sehr, sehr schwere Zeit durch“, erklärte er. „Sie sagte, sie habe das Gefühl, dass sie von Leuten aus seinem Haushalt niedergedrückt werde.“ Diana habe zu mehreren Journalisten ein gutes Verhältnis gehabt, behauptete Goodman.

Goodman erklärte, wie er Telefonnummern unter anderem von Mitarbeitern des Königshauses genutzt habe, um an Infos heranzukommen. So habe er einen der Kontakte in der Nacht von Dianas Tod angerufen, nachdem er von der Presseabteilung des Palastes keine Informationen bekommen habe. Er hatte von 1986 bis zu seiner Verurteilung und Entlassung 2007 für die „NOTW“ gearbeitet.

"Diana": Szenen aus dem Film

Mit "Diana" hat der deutsche Regisseur Oliver Hirschbiegel das Leben der britischen Prinzessin Diana auf der Basis einer Biographie verfilmt. © dpa
In der Hauptrolle: Die britisch-australische Schauspielerin Naomi Watts, hier auf der Weltpremiere des Films in London. © dpa
Prinzessin Diana, geboren als Lady Diana Spencer, war zu Lebzeiten eine Medienikone und zeitweise die meistfotografierte Frau der Welt. © Concorde Filmverleih via dpa
Nach der Trennung von Prinz Charles ließ sich Diana auf mehrere Affären ein, unter anderem mit dem pakistanischen Chirurg Hasnat Khan (gespielt von Naveen Andrews). © Concorde Filmverleih via dpa
Wohin sie sich auch wandte, die Medien ließen nicht von Diana ab und sollen sie schließlich in den Tod getrieben haben: 1997 starb sie nach einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi bei einem Autounfall in einem Pariser Tunnel. © Concorde Filmverleih via dpa
Die Briten waren von Naomi Watts' Darstellung nicht begeistert: Da sie der "Königin der Herzen" im Grunde kaum ähnlich sieht, musste sie für ihre Rolle eine Nasenprothese tragen. © dpa
Wohin sie sich auch wandte, die Medien ließen nicht von Diana ab und sollen sie schließlich in den Tod getrieben haben: 1997 starb sie nach einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi bei einem Autounfall in einem Pariser Tunnel. © Concorde Filmverleih via dpa

Der Ex-Journalist war bereits 2007 zu vier Monaten Haft verurteilt worden, weil er hunderte von Handy-Nachrichten von engen Mitarbeitern von Charles' Söhnen, Prinz William und Prinz Harry, geknackt hatte. Die derzeitige Anklage wirft ihm unter anderem vor, Polizisten bezahlt zu haben, um an Telefonnummern heranzukommen. Er streitet das ab. Am Donnerstag wurde er erstmals im Prozess zu den Vorwürfen befragt.

Diana und Charles waren 1996 nach einem - unter anderem in den Medien ausgetragenen - Rosenkrieg geschieden worden. Getrennt hatten sie sich bereits 1992 nach elf Jahren Ehe. Die Prinzessin starb 1997 bei einem Autounfall in Paris, als sie von Paparazzi verfolgt wurde.

dpa

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