Klassik-Punk disst Star-Geiger

Violinen-Legende verreißt David Garrett

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Nigel Kennedy geigt David Garrett seine Meinung.

London - Mit seiner Aufnahme von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" spielte er das meistverkaufte Klassik-Album aller Zeiten ein. Auch der deutsche Geiger David Garrett badet in Erfolg. Das versteht Nigel Kennedy nicht.

"Käme David Garrett zu mir auf die Bühne, würde ich sagen: Runter hier!", sagte der 60-Jährige der "Bild am Sonntag". Sein Urteil über das Talent seines Kollegen klingt vernichtend: „David kann Geige spielen. Er trifft den richtigen Ton.“

Auch an Garretts Repertoire hat Kennedy einiges auszusetzen. "Musik muss Abenteuer bleiben", sagte der Brite. Er füge deshalb bei Auftritten "neue Stücke hinzu, wenn ich spüre, dass sie besser zu den Leuten passen". Diese Flexibilität vermisse er bei Garrett: "David spielt die Stücke vom letzten Abend."

Nach seiner Konkurrenz gefragt, hatte der unkonventionelle Star-Geiger mit der Punker-Frisur einmal selbstbewusst im Interview mit der „Welt“ geantwortet: „Ich bin der Prototyp und der Rest sind meine Klone!“

Dass Garrett, der im vergangenen Jahr von seiner ehemaligen Verlobten des Missbrauchs beschuldigt worden war, mit einer Stradivari-Geige im Wert von mehreren Millionen Euro musiziert, beeindruckt Kennedy überhaupt nicht: "Winter und Kälte sind ein Horror für die alten Violinen, sie klingen dann scheiße." Seine Geige sei zehn Jahre alt, koste 12.000 Pfund und ließe ihn weder auf der Straße noch in der Wüste im Stich. „Man kann sogar Tennis oder Cricket mit ihr spielen“, behauptete er.

afp/hn

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