Vorwurf: Kachelmann-Urteil schadet  Vergewaltigungsopfern

Berlin - Der Freispruch für Jörg Kachelmann löst nach Einschätzung des Bundesverbandes deutscher Frauennotrufe Unsicherheit und Bitterkeit bei Vergewaltigungsopfern aus. “

“Damit bestätigt sich die schlimmste Befürchtung von Frauen. Die Angst, dass man ihnen eine Vergewaltigung nicht glaubt“, sagte Gudrun Wörsdörfer vom Frauennotruf in Frankfurt (Main). Nur rund fünf Prozent der Frauen in Deutschland, die vergewaltigt würden, zeigten die Tat an, sagte sie. Die Quote sei sogar rückläufig. Denn auch die Täter sagten oft zum Opfer: “Das glaubt Dir sowieso keiner.“ Oder sie drohten im Falle einer Anzeige mit noch mehr Gewalt.

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Mit einer Anzeige stellten Frauen klar, dass eine Vergewaltigung passiert sei und dass sie sexuelle Gewalt nicht wollten, sagte Wörsdörfer. “Oft geht es den Opfern gar nicht um Rache, Geld- oder Haftstrafen“, betonte die Beraterin. Es gehe, darum, ein Zeichen zu setzen - und manchmal auch darum, andere Frauen vor diesem Mann zu schützen. “Vergewaltigungsopfer sind oft sehr einsam nach einer solchen Tat, sie fallen in ein tiefes Loch“, ergänzte die Expertin. Denn selbst in ihrer Familie könnten sie nicht immer sicher sein, dass ihnen geglaubt werde.

dpa

Rubriklistenbild: © Schlaf

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